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 OpenSponsorship-CEO Anand will Sponsoring-Revolution
Marketing | 27.02.2017

Start-up aus New York nimmt Europa ins Visier

Ishveen Anand: OpenSponsorship-Chefin will globalen Sponsoring-Markt revolutionieren

OpenSponsorship-CEO Anand will Sponsoring-Revolution. Ishveen Anand verfolgt als Gründerin und CEO von OpenSponsorship ehrgeizige Ziele. (Quelle: privat)
Ishveen Anand verfolgt als Gründerin und CEO von OpenSponsorship ehrgeizige Ziele.
Bild: privat
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„Shampoo-Promoter gesucht: Wir bieten 5000 Dollar“ – solche und ähnliche Angebote von Firmen an Sportler und deren Agenten finden sich auf der rasant wachsenden Sportsponsoring-Plattform OpenSponsorship aus New York. Deren ehrgeizige Chefin Ishveen Anand strebt nichts weniger als eine Revolution im Sport Business an. Mit ISPO BRANDNEW Digital knüpfte sie Kontakte nach Deutschland.

„Das Sportsponsoring-Business ist im Moment noch sehr ineffizient und festgefahren“, findet Ishveen Anand. „Es können Monate vergehen, bis Sportler als Markenbotschafter auftreten.“ Die 32-Jährige kennt die Probleme im Sportmarketing, die Britin mit indischen Wurzeln hat nach ihrem Ökonomie- und Management-Studium an der Oxford University acht Jahre selbst für eine Sportagentur gearbeitet und Deals eingefädelt.

Ishveen Anand kam zu der Überzeugung: „Wir können das digital viel besser und schneller.“ Die Idee hinter OpenSponsorship, das sie im August 2014 gründete, ist so einfach wie genial: Ein Online-Marktplatz, auf dem Athleten, Teams, Sportevents, Agenturen und Unternehmen zueinanderfinden.

Sozusagen eine Partnervermittlung fürs Sport Business. Und wie bei Elitepartner oder Parship wird auch bei OpenSponsorship möglichst wenig dem Zufall und viel den Daten überlassen.


Sponsoring-Kampagnen für kleines Geld

„Für verhältnismäßig kleines Geld bekommen Firmen Zugang zu über 2000 Athleten und lernen sie in unserer Datenbank besser kennen“, erklärt Ishveen Anand. Die Datenbank beinhaltet längst nicht nur Superstars wie Fußball-Weltmeisterin Alex Morgan, Football-Star Michael Vick oder NBA-All-Star Russell Westbrook, sondern auch weniger bekannte Sportler wie zum Beispiel die belgische Triathlon-Meisterin Marten van Riel

Mit Hilfe von ISPO BRANDNEW Digital hat Ishveen Anand wertvolle Kontakte geknüpft – nehmen Sie ebenfalls kostenlos am Start-up-Wettbewerb für digitale Newcomer teil. So geht’s >>>

„Durch Social Media hat sich auch im Sportsponsoring viel verändert“, sagt Anand, „alles ist viel schneller geworden. Wir können unmittelbar reagieren und liefern sogar eine Vorhersage zum Return on Investment.“

Wie viele Follower hat der Sportler bei Instagram, Twitter, Facebook und Youtube und wie hoch ist ihre Engagement? Das ausgeklügelte System von IBM Watson bereitet die aktuellen Daten auf und generiert zudem eine Keyword Cloud: Je häufiger der Sportler einen Begriff in seinen Posts erwähnt, desto größer wird er in der dargestellten Wörter-Wolke dargestellt. So können Firmen leicht erkennen, ob die Werte des Sportlers mit den eigenen zusammenpassen.

Ishveen Anand beeindruckt mit ihrem Vortrag die Jury von ISPO BRANDNEW Digital. Die US-Amerikanerin landet mit OpenSponsorship letztlich auf Rang zwei. (Quelle: ISPO.com)
Ishveen Anand beeindruckt mit ihrem Vortrag die Jury von ISPO BRANDNEW Digital. Die US-Amerikanerin landet mit OpenSponsorship letztlich auf Rang zwei.
Bild: ISPO.com

Provision nur für Cash-Deals

Die weltweiten Ausgaben für Sponsoring betragen rund 60 Milliarden US-Dollar pro Jahr, etwa 70 Prozent davon entfallen auf Sportsponsoring. „Uns geht es weniger um die ganz großen Deals“, sagt Anand, „unser Angebot richtet sich eher an Firmen, die sich keine teure Agentur leisten können oder wollen. Die Unternehmen stellen bei uns ihre Kampagne vor und die Athleten können sich darauf bewerben.“

Auf der anderen Seite nutzen viele Athleten aus Nischensportarten ihre Reichweiten in den sozialen Netzwerken, um sich und ihre Leidenschaft zu finanzieren. „Produktplatzierungen machen unser Hauptgeschäft aus“, sagt Anand. „Von den Firmen verlangen wir eine monatliche Gebühr von 400 Dollar, erst bei Cash-Deals nehmen wir eine Provision.“

Ishveen Anand: „Beeindruckt von der ISPO MUNICH“

Meistens geht es dabei weniger prominent zu als vor dem Super Bowl 2017: In gerade mal zwei Tagen fanden Intel und Patriots-Star Rob Gronkowski via OpenSponsorship zusammen, der Footballer stellte seinen zwei Millionen Twitter-Followern eine Intel-Kampagne vor.

A HUGE congratulations goes to our #4 #superbowl champion athletes after a well deserved come from behind win!! One of...

Posted by OpenSponsorship on Montag, 6. Februar 2017

Auf das Start-up, das von namhaften Investoren aus San Francisco, New York und Hong-Kong 1,1 Millionen Dollar einsammelte, und dessen charmante Chefin sind auch US-Medien aufmerksam geworden. 2015 listete das „Forbes Magazin“ Ishveen Anand in ihren „30 under 30“ in der Kategorie Sport – ein ordentlicher Karriere-Schub.

In den USA ist OpenSponsorship bereits Marktführer für digitale Sponsoring-Plattformen, nun wollen die New Yorker den europäischen Markt erobern. Die Teilnahme an ISPO BRANDNEW Digital und dem Besuch der ISPO MUNICH 2017 darf man als Zeichen werten. „Durch unsere Teilnahme beim Start-up-Wettbewerb sind viele Unternehmen direkt auf uns zugekommen“, sagt die 32-Jährige über ihre Zeit in München. „Ich bin immer noch beeindruckt von der Größe der Messe.“

OpenSponsorship als digitaler Vorreiter

In Deutschland ist der Sportsponsoring-Markt rund 3,3 Milliarden Euro schwer,
das Hamburger Start-up Sponsoo müht sich seit 2014 um Marktanteile. Daneben versprechen Crowdfunding-Plattformen wie Fairplaid vor allem lokalen Vereinen und Sportlern, ihnen bei der Finanzierung zu helfen.

Ishveen Anand ist zuversichtlich, bald auch in Europa vorne mitzuspielen. „Mein Ziel ist es, dass irgendwann jeder, der an eine Sportsponsoring-Kampagne denkt, auch an uns denkt“, sagt die ehrgeizige Britin und zieht einen Vergleich: „Beim Immobilienmarkt haben digitale Angebote auch lange gebraucht, bis sie sich gegen klassische Makler durchgesetzt haben – aber heute sind die Immobilienportale nicht mehr wegzudenken.“

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Mehr Informationen zu OpenSponsorship finden Sie auf der offiziellen Homepage, bei Facebook, Twitter, Instagram und Youtube.

Video: Die größte Plattform für Sport-Start-ups


Joscha Thieringer (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von Joscha Thieringer, Redakteur
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