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 Intersport und Sport 2000 bügeln Wintergeschäft-Flop aus
Outdoor | 13.07.2016

Sporthandel-Verbundgruppen überstehen schwaches Wintergeschäft

Intersport und Sport 2000 mit moderatem Plus beim Umsatz

Intersport und Sport 2000 bügeln Wintergeschäft-Flop aus. Sport 2000 möchte seine Stores mit mehr Emotionen aufladen: Eine Maßnahme hierzu sind großflächige Bildschirme, die installiert werden. (Quelle: Sport 2000)
Sport 2000 möchte seine Stores mit mehr Emotionen aufladen: Eine Maßnahme hierzu sind großflächige Bildschirme, die installiert werden.
Bild: Sport 2000
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Intersport und Sport 2000 machen, maßgeblich dank ihrer Outdoor-Sparten, ein geringes Umsatzplus im ersten Halbjahr 2016. Während Intersport vom Fußball-EM-Effekt deutlich profitiert, gewinnt Sport 2000 weitere neue Händler.

Grundsätzlich dürfen Intersport und Sport 2000 zufrieden sein mit dem ersten Halbjahr 2016: Die beiden Sporthandel-Riesen verzeichnen ein Plus um Umsatz von jeweils einem Prozent. Allerdings dokumentieren die Zahlen auch grundlegende Probleme – und die Digitalisierung bleibt weiterhin große Herausforderung.


„Durch den schwachen Winter waren unsere Händler bereits zu Beginn des Jahres unter Druck“, sagt Kim Roether, Vorstandsvorsitzender bei Intersport auf der Outdoor in Friedrichshafen. „Die Trendwende ist uns im Frühjahr gelungen, wenngleich der Sondereffekt der Fußball-Europameisterschaft erst recht spät eingesetzt hat. Das Premium-Produkt DFB-Trikot war so früh wie nie einem unglaublichen Preisdruck ausgesetzt.

Intersport und Sport 2000 profitieren von Outdoor-Zuwachs

Den schwachen Winter konnte Intersport auch mit starken Outdoor-Verkäufen kompensieren: „Outdoor spricht nach wie vor eine sehr breite Kundengruppe an“, sagt Vorstand Jochen Schnell. Auch Sport 2000 profitiert, wie das Unternehmen auf der Outdoor mitteilt: „Unsere führende Stellung im Markt konnten wir zuletzt mit dem Gewinn absoluter Top-Outdoor-Fachgeschäfte nochmals stärken“, sagt Geschäftsführer Hans-Hermann Deters: „Die Gruppe der Outdoor Profis verzeichnet im ersten Halbjahr ein deutlich zweistelliges Wachstum.“

Dank den Outdoor-Sparten konnten die beiden Handels-Riesen Intersport und Sport 2000 ein kleines Plus im ersten Halbjahr 2016 einfahren. (Quelle: Intersport)
Dank den Outdoor-Sparten konnten die beiden Handels-Riesen Intersport und Sport 2000 ein kleines Plus im ersten Halbjahr 2016 einfahren.
Bild: Intersport

 

Das Wetter können Intersport und Sport 2000 in Zukunft ganz sicher nicht beeinflussen, wie sie mit dem digitalen Wandel umgehen, hingegen schon. Bei Sport 2000 fand jüngst ein Relaunch der Online-Shops statt, mit Schwerpunkt auf Click & Collect und verbesserte Transparenz bei der Produktverfügbarkeit. „Der Händler benötigt hierfür weder einen eigenen Onlineshop, noch muss er sich über das Thema Online-Payment Gedanken machen. Unseren Partnern ermöglichen wir damit eine effiziente Multichannel-Lösung mit minimalem Aufwand auf Handelsseite“, sagt Hans Allmendinger, Marketingleiter bei Sport 2000.

Intersport will Kundendaten sammeln

Auch Intersport sieht die Notwendigkeit, sich hier zu positionieren und weiterzuentwickeln: „Der Schlüssel zum Erfolg wird die intelligente Nutzung unserer Daten sein. Es ist unser Ziel, für unsere Händler die vorhandenen Kunden-, Flächen- und Marktdaten so zu verknüpfen, dass wir konkrete Handlungsempfehlungen zur Steuerung der Geschäfte ableiten können“, sagt Roether.

Das sind die fünf wichtigsten Zahlen und Fakten bei Sport 2000:

  1. Insgesamt haben die Sport-2000-Partner mit einem Plus von 1,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr abgeschlossen – dank den Monaten April, Mai und Juni. Das ausgebliebene Winter-Geschäft in Januar, Februar und März führte zu schlechteren Zahlen als im Vorjahr.
  2. Die Zahl der Partner und Verkaufsstellen ist ebenfalls gestiegen: Von 888 und 1184 (1. Halbjahr 2015) über 936 und 1242 (Jahresende 2015) hin zu 948 und 1257 Ende Juni 2016.
  3. Die Umsätze verteilen sich im Outdoor-Bereich wie folgt: 10 Prozent Hartware, 64 Prozent Textilien und 26 Prozent Schuhe, das Gesamt-Umsatz-Plus Outdoor liegt bei neun Prozent.
  4. Das Geschäft mit der Fußball-EM 2016 lief insgesamt durchschnittlich – zwar wurden weiterhin Trikots verkauft, Probleme macht allerdings weiterhin der Schuherkauf im Fußball-Bereich.
  5. Die Top-Lieferanten im ersten Halbjahr 2016 sind bei Sport 2000: Meindl, Lowa und CMP.


Das sind die fünf wichtigsten Zahlen und Fakten bei Intersport:

  1. Auch Intersport profitiert vom Thema Outdoor, genauso wie vom Teamsport. Mit einem Wachstum im Vergleich zum Vorjahr von drei (Outdoor) und 13 Prozent (Fußball, Vereinssport) sind diese beiden Bereiche die Top-Performer.
  2. Im Januar und März zeigt Intersport ein leichtes Umsatzplus, dagegen stehen neun Prozent minus im Februar. Insgesamt hat der Wintersport (minus zwölf) und die Wintermode (minus 21) ein deutliches Minus im Vergleich zum Vorjahr erlitten.
  3. Großer Verlierer ist (ähnlich wie bei Sport 2000) auch der Bereich Funwheel, mit unter anderen Skateboards und Inlineskates, mit minus 15 Prozent Umsatz. Grund hierfür ist auch das ausgebliebene Oster-Geschäft.
  4. In Deutschland (ein Prozent) und Österreich (elf Prozent) wächst Intersport, in Tschechien (minus sechs), Ungarn (minus drei), Slowakei (minus zwölf) und Polen (minus vier) ist der Umsatz gesunken.
  5. Die Top-Zulieferer im ersten Quartal 2016 bei Intersport sind: Lowa, CMP und Schöffel. 
Julian Galinski (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von Julian Galinski, Leitender Redakteur
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