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 Urban Mobility ist in China das Gebot der Stunde
China | 08.07.2016

Micro erstmals auf der ISPO SHANGHAI

Micro Mobility Scooter: Erste Schritte in China

Urban Mobility ist in China das Gebot der Stunde. Dass Micro auf der ISPO SHANGHAI ausstellt, hat einen einfachen Grund: Julian Van Gemeren, COO der chinesischen Tochter der Scooter-Firma, fühlt sich im Sporthandel unterrepräsenziert. (Quelle: Markus Huber)
Dass Micro auf der ISPO SHANGHAI ausstellt, hat einen einfachen Grund: Julian Van Gemeren, COO der chinesischen Tochter der Scooter-Firma, fühlt sich im Sporthandel unterrepräsenziert
Bild: Markus Huber
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Der Schweizer Scooter-Anbieter Micro Mobility hat auf der ISPO SHANGHAI seine Premiere gegeben. Der Grund ist offensichtlich: Während sich der Anbieter im Handel mit Kinderartikeln bestens etabliert sieht, dürfte im Sporthandel noch jede Menge Luft nach oben sein. Es geht um die urbane Mobilität von Erwachsenen, die in China immer wichtiger wird. Und Erwachsene decken ihren Bedarf on erster Linie im Rad- und Sporthandel.

„An Kunden fehlt es uns hier nicht“, beschreibt Julian Van Gemeren, Chief Operating Officer der chinesischen Micro-Tochter, die Position des Markenherstellers im Land. Nach seinen Angaben zählt der Scooter-Spezialist nicht weniger als 1500 Verkaufsstellen. Aber es besteht ein Missverhältnis, was die Zusammensetzung der Vertriebsartikel anbelangt. Demnach werden 60 Prozent der Umsätze mit Partner im Segment Kinderartikel erzielt, 30 Prozent im Radhandel und nur 10 Prozent im Sporthandel.


Im Sporthandel unterrepräsentiert

Das habe auch mit der Handelsstruktur in China zu tun, die über nur wenige Vollsortimenter im Sportbereich verfügt. Unter den Großen sind hier Intersport zu nennen – und selbstverständlich Décathlon. Letzterer ist erst im letzten Jahr mit eigenen Produkten an den Start gegangen, die sich aber in ganz anderen Preislagen tummeln. Ein Décathlon-Produkt wird für umgerechnet 25 Euro angeboten, während die Preislagen bei Micro zwischen 100 und 1000 Euro rangieren.

Aus diesem Grund stört Van Gemeren die günstige Konkurrenz aus Frankreich eher weniger: „Die Käufer solcher Produkte sind ohnehin nicht unsere Kunden. Die würden wir nicht erreichen“, ist sich der Micro-Manager sicher.

Der klassische Roller reicht nicht mehr. Bei Micro ist Diversifizierung das Gebot der Stunde. (Quelle: Markus Huber)
Der klassische Roller reicht nicht mehr. Bei Micro ist Diversifizierung das Gebot der Stunde.
Bild: Markus Huber

Neue Trends in Sachen Mobilität

Potential sieht man bei Micro in veränderten Trends, wenn es um urbane Mobilität geht. Für viele Chinesen sind die Mieten in den Metropolen unerschwinglich geworden. Sie reisen teilweise zwei Stunden zur Arbeit – einfache Strecke versteht sich. Und da die U-Bahn die Menschen nicht immer direkt zum Arbeitsplatz bringt, sind einfache, leicht zu tragende Lösungen gefragt, um die letzten Meter bis zum Job zu schaffen. „Fahrräder kann man nicht mit in die U-Bahn nehmen“, lautet die schlichte Aussage.

Und Fahrräder sind ein Thema für sich, insbesondere Elektro-Bikes. Die werden in so mancher chinesischen Stadt nun aus dem Verkehr gezogen, teilweise aus Sicherheitsgründen. „Hier sind Alternativen gefragt“, weiß Van Gemeren, der sich sicher ist, dass die veränderten Anforderungen an urbane Mobilität jede Menge Chancen für Micro bieten dürfte.


Erst seit sechs Jahren am Markt

Micro Mobility ist im Jahr 2010 mit einer eigenen Niederlassung gelandet. Im Süden des Landes organisiert das Unternehmen den Vertrieb mit eigenen Mitarbeitern, im Norden verlässt man sich auf regionale Distributeure. Bedient werden gleichermaßen große Ketten im Kindergeschäft, aber auch kleine Läden.

Markus Huber (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von Markus Huber, Autor
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