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 Geld von der Regierung: So finanziert sich Sanfo
China | 06.07.2016

Sportartikel-Hersteller wird auch Reiseveranstalter

Outdoor-Ausrüster Sanfo in China: So positioniert sich das Unternehmen

Geld von der Regierung: So finanziert sich Sanfo. Einer der Big Player in China, der nicht mehr nur auf stationären Verkauf setzt: Outdoor-Ausrüster Sanfo. (Quelle: Sanfo)
Einer der Big Player in China, der nicht mehr nur auf stationären Verkauf setzt: Outdoor-Ausrüster Sanfo.
Bild: Sanfo
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Outdoor-Ausrüster Sanfo ist ein Big Player in China, will sich allerdings nicht mehr nur durch den Verkauf seiner Sportartikel positionieren. Neben dem Geschäft mit Outdoor-Artikeln organisiert das Unternehmen zusätzlich Sport-Events, die teuer verkauft werden. Außerdem kassiert Sanfo Geld von der chinesischen Regierung.

Nach dem Börsengang im Winter 2016 hat Unternehmensgründer und CEO Heng Zhang schon die nächsten großen Pläne: Den Onlinehandel stärken, weitere Flagship-Stores eröffnen und zusätzlich zum Kerngeschäft einen Sektor rund um Sport- und Outdoor-Reisen aufbauen. Eigens organisierte Events sollen die Outdoor-Community in China an die Marke aus Peking binden und die Bekanntheit weiter steigern.

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Sanfo: Online-Handel im Aufwind

Die Zahlen belegen bislang: Die Strategie von Zhang geht auf. Der Online-Handel sei „ziemlich am Wachsen“, sagte er ISPO.COM. Für das erste Halbjahr 2016 kalkuliert der Händler mit einem Zuwachs von 50 Prozent, was den Anteil am Gesamtgeschäft auf 18 Prozent ausgebaut hat.  


Da das stationäre Business nur „stabil“ verläuft, wie Zhang zugibt, hat Sanfo das Online-Geschäft gestärkt: 2016 stellte der Konzern 20 zusätzliche Mitarbeiter im Bereich E-Commerce ein und beschäftigt mittlerweile 60 Mitarbeiter. Besonders lohnt sich für Sanfo der Online-Handel in den chinesischen Großstädten, denn rund 60 Prozent der Kunden kommt aus den Ballungsräumen. Zudem sei China immer noch einer der größten Wachstumsmärkte und könne zum größten Sport- und Fitnessmarkt werden, sagt Klaus Dittrich, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Messe München, bei der Eröffnung der ISPO SHANGHAI 2016.

Klar ist aber auch: Zum reinen Online-Händler will Sanfo nicht werden. Im laufenden Jahr soll es drei neue Flaggschiff-Läden in der Größenordnung von 700 Quadratmetern Verkaufsfläche geben. Zwei davon, in Wuhan und Da Qing, sollen alleinstehende Läden werden. In Chong Qing wird der dritte neue Shop in ein Einkaufszentrum integriert. Insgesamt erhöht sich damit die Zahl der Sanfo-Läden in China auf 35.

Große Ambitionen im Event-Bereich

Während der Online-Handel blüht, das stationäre Geschäft allerdings schwächelt, will Sanfo noch ein drittes Geschäftsfeld eröffnen: Der Outdoor-Ausrüster will Reisebüros eröffnen sowie Running- und Outdoor-Events organisieren.

Unternehmensgründer und CEO Heng Zhang im Gespräch mit ISPO.COM am Rande der ISPO SHANGHAI 2016. (Quelle: Markus Huber)
Unternehmensgründer und CEO Heng Zhang im Gespräch mit ISPO.COM am Rande der ISPO SHANGHAI 2016.
Bild: Markus Huber

Die Entwicklung auf diesem Gebiet ist erstaunlich: Sanfo organisiert jährlich 30 sportliche Veranstaltungen und will auf 60 Events pro Jahr aufstocken. In wenigen Jahren, findet Zhang, soll dieser Bereich rund 30 Prozent der Unternehmensgewinne beisteuern.

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Starke Unterstützung der Regierung

Der besondere Clou: Die Events werden von der chinesischen Regierung bezuschusst. Das Geld fließt bei den Veranstaltungen aus drei Quellen: Marken steuern ihren finanziellen Beitrag dazu bei, um sich auf den Running- und Outdoor-Events zu präsentieren, daneben zahlen auch die Teilnehmer eine Gebühr. Wichtiger ist aber noch, dass der Staat ebenfalls bezahlt, um die öffentliche Gesundheit zu fördern. „Wir freuen uns über ein sehr starkes finanzielles Engagement der Regierung“, sagt Zhang.

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Tatsächlich ist das Interesse in der Bevölkerung groß. Bei einem von Sanfo organisierten Running-Event in Nanjing, einer 3,5-Millionen-Einwohner-Metropole Nord-Östlich von Shanghai, traten im Juni 2016 mehr als 2000 Menschen zu einem Volkslauf an.

Sanfo braucht diese zusätzlichen Einnahmequellen, um sich finanziell weiterzuentwickeln. Die Gewinne, sagte Zhang, seien zuletzt eher niedrig ausgefallen. Dies erklärt sich aber offenbar nicht aus mangelnder Profitabilität, sondern aus dem Umstand, dass die Investitionen in neue Geschäfte und den Internet-Handel vorwiegend aus dem Cash Flow finanziert wurden.

Markus Huber (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von Markus Huber, Autor
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