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 Schlägt The Sports Authority „Kapitel 11“ auf?
Retail | 10.02.2016

US-Händler in finanziellen Nöten

Geht The Sports Authority bald pleite?

Schlägt The Sports Authority „Kapitel 11“ auf?. The Sports Authority Geschäft. (Quelle: TheSportsAuthority)
The Sports Authority braucht dringend frisches Geld.
Bild: TheSportsAuthority
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Einer der ganz großen Verteiler von Sportartikeln in den Vereinigten Staaten steckt offenbar in der Klemme. Laut Bloomberg geht es The Sports Authority (TSA) zunächst um die Bedienung kurzfristig fälliger Verbindlichkeiten. Sollte das nicht gelingen, könnte eine Pleite nach dem Strickmuster von Chapter 11 des amerikanischen Insolvenzrechts eingeleitet werden. Das würde dem Händler Luft verschaffen, um sich finanziell wieder neu aufzustellen.

Konkreter Anlass der Misere ist offenbar die dringende Fälligkeit einer Zinszahlung von 20 Mio. US-Dollar auf einen Kredit, die im vergangenen Monat nicht planmäßig erfolgte. Entsprechende Verhandlungen mit den Gläubigern laufen noch, doch die Zeit läuft ab. Wie es heißt, geht ein Angebot an die Gläubiger dahin, dass diese einen Verlust akzeptieren und im Gegenzug neue Sicherheiten akzeptieren sollen.

Probleme mit der Wettbewerbslage

Im Falle eines Scheiterns bleibt nur der Gang zum Insolvenzgericht. Die Gesamtschulden der Kette werden auf 643 Mio. Dollar geschätzt. Die tieferen Ursachen dürften vor allem darin liegen, dass TSA mit der Wettbewerbslage nicht mehr zurechtkommt. Zu schwer wiegt der Druck aus dem Online-Handel aber auch von klassischen stationären Mitbewerbern wie Dick’s Sporting Goods.


Ein Konzept könnte in einer radikalen Schrumpfkur bestehen: Aus dem Umfeld des Managements ist zu hören, dass die Schließung von 200 der über 450 Shops als eine Option gesehen wird. Der amerikanische Newsletter Sporting Goods Intelligence vermutet, dass insbesondere eine regionale Beschränkung erforderlich ist. Beispielsweise im Südosten des Landes ist TSA nicht besonders gut aufgestellt.

Zweiter Versuch von Décathlon?

Ein lange währendes Gerücht geht dahin, dass der französische Handelsriese Décathlon an einer Übernahme interessiert sein könnte. Die USA sind das mit Abstand wichtigste Land, in dem die Franzosen nicht vertreten sind. Allerdings hatte Décathlon den Markteintritt bereits vor über zehn Jahren durch den Kauf einer maroden Kette versucht – und scheiterte kläglich. Hintergrund ist unter anderem die Grundphilosophie des Filialisten, vor allem mit Exklusivmarken zu punkten. Dieses Konzept ist bei amerikanischen Kunden nicht sehr beliebt.


The Sports Authority ist nicht der einzige große US-Sporthändler, bei dem über die Zukunft spekuliert wird. Auch Cabela’s, der große Jagd- und Outdoor-Spezialist in Amerika, prüft verschiedene Optionen, um aus der aktuellen Formkrise herauszukommen.

Markus Huber (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von Markus Huber, Autor
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