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 SDI kickt wieder mit Umbro
Retail | 12.01.2016

Britischer Einzelhändler steigt bei Iconix ein

SDI kickt wieder mit Umbro

SDI kickt wieder mit Umbro. Ein Shop der Kette Sports Direct. (Quelle: Sports Direct International)
Das Wetter insbesondere auf den Britischen Inseln hat Sports Direct schon im Weihnachtsgeschäft keinen Spaß gemacht. Bis zum Ende des Finanzjahres im April dürfte das nicht mehr aufgeholt werden.
Bild: Sports Direct International
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Sports Direct International (SDI), großer britischer Einzelhändler und Inhaber einer Reihe von Sport- und Fashion-Marken, investiert weiter. Jetzt wurde bekannt, dass sich SDI minderheitlich an der US-amerikanischen Iconix-Gruppe beteiligt.

Iconix besitzt ein weites Spektrum an Brands wie unter anderem Starter und Pony, Lizenzen für Marken wie die „Peanuts“ sowie den britischen Teamsport-Ausrüster Umbro. Diesen übernahm Iconix im Jahr 2012 von Nike für 225 Mio. US-Dollar. Die Swoosh-Marke sicherte sich aber den Sponsoring-Vertrag für die Fußball-Nationalmannschaft von England, die jahrelang von Umbro ausgestattet worden war.


Nun hat SDI einen Anteil von 11,5 Prozent an der gesamten Iconix-Gruppe gekauft. Dass hier ein Interesse insbesondere an Umbro vorliegt, erscheint naheliegend: SDI hielt bereits bis 2007, als Nike den Zuschlag für Umbro erhielt, einen Anteil von 30 Prozent am britischen Traditions-Anbieter.

Wie The Telegraph schreibt, wurde das Engagement in den Monaten November und Dezember per Aktienkäufe zusammengesammelt. Hinzu kommen noch Anteile an Dick's Sporting Goods Inc., an der SDI 2,3 Prozent hält. 

Iconix kämpfte zuletzt mit Schwierigkeiten in Zusammenhang mit dem Rücktritt von CEO Neil Cole und der verzögerten Veröffentlichung von Geschäftsberichten.

Ein Interesse an Umbro passt durchaus in das Großhandels-Geschäft von Sports Direct. In dieser Geschäftseinheit ist ein breites Spektrum von Marken angesammelt, die insbesondere für Großbritannien klingende Namen tragen. Dazu gehören Karrimor, Dunlop, Slazenger, Lonsdale und Gelert.

SDI lenkt bei Löhnen ein

Im Einzelhandels-Bereich sorgte SDI zuletzt in der breiten Öffentlichkeit für Wirbel: In England herrschte Unmut in Distributionszentren wegen unerträglicher Arbeitsbedingungen und Löhnen, die unter dem Minimum gelegen haben sollen.

In punkto Bezahlung hat die Kette nun Besserung gelobt. Mit einer sehr knappen Mitteilung ließ der Konzern ausrichten, dass ab 1. Januar 2016 die in Großbritannien direkt angestellten Mitarbeiter über dem nationalen Mindestlohn bezahlt werden sollen. Jährlich will sich das Unternehmen dieses Versprechen etwa 10 Mio. Pfund (13,3 Mio. Euro) kosten lassen.


Unterdessen rudert SDI auch bei den für das aktuelle Geschäftsjahr zu erwartenden Gewinnen zurück. Für das Jahr, das im April endet, war das Management bislang von einem Profit vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) bei 420 Mio. Pfund ausgegangen.

Dieses Ziel wurde jetzt auf den Bereich von 380 bis 420 Mio. Pfund (505 bis 558 Mio. Euro) heruntergeschraubt. Zur Begründung wird das Wetter angeführt, das bereits im Weihnachtsgeschäft auf den Inseln das Geschäft verdarb.

Markus Huber (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von Markus Huber, Autor
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