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 Sanfo: So lief der Börsengang
China | 04.01.2016

Outdoor-Unternehmen in China

Sanfo: So lief der Börsengang

Sanfo: So lief der Börsengang. Frau mit einem großen Rucksack steht auf einem Berg. (Quelle: RyanKing999/iStock/Thinkstock)
Der Outdoor-Markt in China boomt. Sanfo ist einer der Big Player im Geschäft.
Bild: RyanKing999/iStock/Thinkstock
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Beijing Sanfo Outdoor Products, eine der führenden Outdoor-Ketten Chinas, schafft den Sprung an die Börse. Bereits Tage vor dem Start des Handels war die Nachfrage nach der Aktie deutlich höher als das Angebot. Auch in den ersten Tagen des Handels gewinnt die Aktie stetig.

Zu Beginn des Handels war man bei Sanfo von einem Wert pro Papier von 9,42 Yuan Renminbi (1,32 Euro) ausgegangen. Laut Zeitungsberichten war die Aktie bereits einige Tage vor der Börsen-Premiere um ein 674-faches überzeichnet. Am 28. Dezember lag der Preis pro Wertpapier am Shenzhen Stock Exchange zwischenzeitlich bei RMB 51,52 (7,24 Euro) – bislang Rekord für die noch junge Aktie.


Mit dem Gang aufs Parkett stellt sich Sanfo finanziell komplett neu auf – wobei frische Geldquellen auch dringend benötigt werden, um den Händler weiterzubringen: Insgesamt war neues Kapital von RMB 160 Millionen (22,5 Mio. Euro) angepeilt.

Lange Hausaufgabenliste abzuarbeiten

Nach Darstellung von Heng Zhang, der Sanfo 1998 gründete, geht es insbesondere um die Expansion der Kette in mittlere Städte auch im Westen des Landes. Bislang setzte das Unternehmen seine Schwerpunkte im Osten und Nordosten.

ISPO.com-Redakteur Markus Huber mit Sanfo-Boss Heng Zhang (Quelle: Markus Huber)
Heng Zhang, hier im Gespräch mit Redakteur Markus Huber, und Sanfo sind erfolgreich an der Börse gestartet.
Bild: Markus Huber

Zunächst wirkt auch der Umsatzsprung auf RMB 360 Millionen (50,6 Mio. Euro) im vergangenen Jahr beeindruckend (2013: RMB 300 Millionen, 42,2 Mio. Euro). Bei einer Rohertrags-Quote von 38 bis 39 Prozent gab der Netto-Gewinn allerdings um etwa 10 Prozent nach.

Wichtige Faktoren sind dabei die gestiegenen Kosten für Personal und Ladenflächen, aber auch der die gesamte Branche in China betreffende Lagerüberhang.


Chinesische Medien berichten, dass etwa ein Drittel der Sanfo-Läden nicht profitabel arbeitet. Insgesamt zählte die Kette zum Schluss des letzten Jahres 36 stationäre Geschäfte in zwölf Städten sowie einen Online-Shop, der inzwischen 15 Prozent der Erlöse einspielt.

Verdoppelung der Shops geplant

Sanfo eröffnete im letzten Jahr zwar vier neue Shops, schloss aber auch zwei, um die Kosten zu optimieren. Dies betrifft vor allem Verkaufspunkte in Einkaufszentren mit ihren vergleichsweise hohen Mieten.

Landkarte von China mit den Regionen, in denen Sanfo ansässig ist,  (Quelle: Sanfo)
Die Filialen von Sanfo sind weitgehend auf den prosperierenden Osten entlang der Pazifik-Küste konzentriert. Das will die Kette ändern.
Bild: Sanfo

Mit dem neuen Geld will der Händler allerdings nach vorne marschieren: In den nächsten drei Jahren sind 37 neue Shops in 26 Städten geplant. 29 davon sollen aus dem Börsengang finanziert werden, der Rest aus eigenen Finanzreserven.

Eine Herausforderung stellen auch die vollen Läger dar. Die sind gut bestückt, insbesondere mit Bekleidung. In den Jahren 2011 bis 2013 stieg der Wert des Lagers (jeweils bezogen auf das erste Quartal) von RMB 105 auf 122 Millionen (14,7 – 17,1 Mio. Euro).

Markus Huber (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von Markus Huber, Autor
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