ISPO.com is also available in English ×
Blitzumfrage für Business Professionals: Ihre Meinung zählt! Jetzt teilnehmen – in nur zwei Minuten
 Vier Fakten zum Trend-Job „Spielanalyse-Experte“
Karriere | 14.08.2017

Datenauswertung als Erfolgsfaktor im Fußball

Die 4 wichtigsten Voraussetzungen für den Trend-Job „Spielanalyse-Experte im Fußball“

Vier Fakten zum Trend-Job „Spielanalyse-Experte“. Digitale Innovation für den Fußball-Fortschritt: Die Spielanalyse nimmt – hier bei Bundesligist FC Augsburg - einen immer größeren Raum ein
Digitale Innovation für den Fußball-Fortschritt: Die Spielanalyse nimmt einen immer größeren Raum ein
Artikel teilen:
Artikel bewerten:
Die Analyse spielt im professionellen Fußball eine immer wichtigere Rolle. Mannschaftsaufstellung und Taktik sind davon abhängig. Dazu die Einstellung auf den Gegner. Und das Erkennen von Verbesserungspotential. Spannend: Es gibt Jobs, die genau auf diese Expertise zugeschnitten sind.  Experten auf diesem Gebiet sind heiß begehrt.

Bis vor wenigen Jahren gab es noch kein klar umrissenes Berufsbild. Doch mittlerweile verlangen die Vereine ganz bestimmte Qualifikationen und Ausbildungen.

Im modernen Fußball setzen die erfolgreichen Vereine und Mannschaften vor allem auf Dominanz und Spielkontrolle. Stellvertretend dafür steht Star-Trainer Pep Guardiola mit seiner Vision vom perfekten Spiel.


Um alle Winkelzüge planen zu können, brauchen Guardiola & Co. aber einem ganzen Stab an Spielanalysten, die alle verfügbaren Daten über die eigene Mannschaft und die Gegner so aufbereiten, dass die Coaches damit ihre erfolgreichen Taktiken und Aufstellungen erarbeiten können. Mit diesen zum gewissen Teil durch Analyse begründeten Erfolgen und den wachsenden technischen Möglichkeiten steigt der Bedarf an Spielanalyse-Experten sprunghaft – bis hinunter in die Regional- und Oberligen.

Welche begehrten Stellen im Sport-Business gerade frei sind? Erfahren Sie natürlich bei uns! >>>>

Hier erklären unsere Praxis-Experten Andy Gugenheimer (Chef von sportyjob.com sowie Kooperationspartner des ISPO JOB MARKET) und Personalberater Gunther Schnatmann, welche Voraussetzungen fußballbegeisterte Bewerber brauchen, um Top-Mannschaften per Analyse noch erfolgreicher machen zu können.

1. Daten richtig „lesen“ und aufbereiten

Die Digitalisierung spielt im Fußball eine immer größere Rolle und ist bei der Analyse der entscheidende Faktor. Die Spielanalysten müssen also mit den gesammelten Datenmengen – Big Data – umgehen können und es verstehen, aus den immer umfangreicher werdenden Datensätzen über Spiele, Spieler und Spielsituationen die wichtigsten Ergebnisse in Form von Tabellen und Grafiken abzuleiten.

Dazu müssen die Analysten wissen, welche Software welche Ergebnisse – etwa beim Tracking von Laufleistungen oder Ballbesitz – liefert oder wie sich Daten-Ergebnisse verknüpfen und auswerten lassen. Sie sollten dabei vor allem sicher sein im Umgang mit Datenbanksystemen.


„Erfahrungen als Software-Entwickler, als Programmierer oder zumindest ein IT-lastiges Studium sind eindeutige Pluspunkte, wenn man bei einem der großen Vereine Analyseexperte werden will“, weiß Insider Andy Gugenheimer.

Und die künftigen Analysten sollten in Sachen Software immer auf dem neuesten Stand und lernbereit sein. Der Deutsche Fußball-Bund zum Beispiel arbeitet gerade gemeinsam mit dem Softwareentwickler SAP an neuen Analyseverfahren, die sich bei Erfolg später sicher auch bei den Vereinen durchsetzen werden.

2. Mit Video-Material professionell umgehen

Einerseits sind bei der Analyse die Spieler Punkte auf einem zweidimensionalen Feld, deren Bewegungen registriert und bewertet werden. Andererseits gibt es die Video-Analyse, bei der zum Beispiel der kommende Gegner nach Mustern im Spiel untersucht und wo für die eigene Mannschaft anschauliches Material zur Spiel-Vorbereitung zusammengestellt wird.

'Wo können wir noch an der Trainingsschraube drehen?' - Das Trainer-Team vom SV Werder Bremen checkt die Spielanalyse-Tools (Quelle: imago)
'Wo können wir noch an der Trainingsschraube drehen?' - Das Trainer-Team vom SV Werder Bremen checkt die Spielanalyse-Tools
Bild: imago

Der Spielanalyse-Experte visualisiert dabei die wesentlichen Erkenntnisse seiner Arbeit in Form von Videos, legt also zum Beispiel Pfeile für Laufwege über einzelne Videosequenzen. So wie das der Zuschauer heute auch in der Pause bei Champions-League-Übertragungen von SKY oder bei Erklärungen von ZDF-Sportexperte Oliver Kahn kennt.

Hier sind Erfahrungen im Bearbeiten und Aufbereiten von Bewegtbildern hilfreich – also Video-Dateien egal welcher Formate. Zum Beispiel durch ein Praktikum bei einer TV-Produktionsfirma oder bei einem Sender. Oder auch durch die Arbeit bei einem Online-Portal, das regelmäßig Filme in die Website integriert.


3. Verständnis für das Spiel

Weil die Analyse-Aufgabe vielschichtiger ist, als es von Außen ausschaut, reicht das Sammeln von Daten allein nicht aus. Die Aufgabe unterteilt sich in die Spielvorbereitung mit Gegneranalyse und Matchplanerstellung. Dann in die Live-Analyse des Spiels. Und hinterher in die Spielnachbereitung sowie die Trainingsanalyse.

Die Spezialisten analysieren einzelne Spieler, ganze Mannschaftsteile und komplette Teams nach physischen, mentalen, situativen, taktischen und perspektivischen Kriterien. Damit leisten sie einen entscheidenden Beitrag zur Kaderplanung, zur Trainingssteuerung und zur taktischen Ausrichtung. All das verlangt nach einem tieferen Verständnis für das Spiel, auch wenn der Analyst „nur“ Daten sammelt, auswertet und daraus Empfehlungen ableitet.

Neue Serie „Mein Sport-Job": Felix Loesner, beim FC Bayern für Facebook, Instagram & Co. zuständig >>>

Beim Bundesligisten FC Augsburg ist die Spielanalyse schon fest ins Training eingebunden (Quelle: imago)
Beim Bundesligisten FC Augsburg ist die Spielanalyse schon fest ins Training eingebunden
Bild: imago


Ein erfolgreicher Bewerber für einen Job als Spielanalyse-Experte sollte also möglichst über eigene Erfahrung als Spieler und auch als Trainer zumindest in unteren Ligen oder in Jugendmannschaften verfügen.

Personalexperte Gunther Schnatmann rät: „Wer sich für diesen hochinteressanten Job interessiert, aber zu wenig Praxiserfahrung hat, sollte sich lieber noch ein halbes Jahr Zeit bis zur Bewerbung nehmen. Und dann dieses Fenster nutzen, um zumindest mal bei einem örtlichen Verein als Trainer-Helfer mitzumachen und dabei taktische Erfahrungen zu sammeln!“

4. Eine Spezialausbildung obendrauf machen

Spielanalyse-Experte ist noch kein Ausbildungsberuf und es gibt zumindest für Studieneinsteiger keinen Analyse-Studiengang. Jeder spätere Analyst macht also zuerst seine Ausbildung oder sein Studium im Bereich Sport, IT oder Videoproduktion. Und ist nebenbei möglichst als Spieler oder Trainer aktiv.

Wer dann nach Studien- oder Ausbildungsabschluss ein Praktikum in der Analyse-Abteilung eines Vereins macht, kann dort mit etwas Glück in die Festanstellung hineinrutschen. Noch besser sind die Chancen aber, wenn man eine Zusatzqualifikation „obendrauf“ packt. Dafür gibt es seit wenigen Jahren die ersten qualifizierten Institutionen.


Die Deutsche Sporthochschule Köln startete im Wintersemester 2015/16 den vom Institut für Kognitions- und Sportspielforschung initiierten Weiterbildungsmaster „M.A. Spielanalyse“. Dieser hat eine Dauer von vier Semestern und beschäftigt sich auch mit der Datenanalyse im Basketball oder Hockey.

Das Institut für Fußballmanagement in Ismaning bei München startete ebenfalls 2015 den ersten siebenmonatigen Lehrgang mit dem Hochschulzertifikats-Abschluss „Spielanalyst Fußball“. In Düsseldorf bietet das IST-Studieninstitut einen kombinierten Lehrgang „Spielanalyse & Scouting“ an.

Adidas, Nike, Odlo oder Jack Wolfskin? Schnappen Sie sich Ihren Traumjob im Sportbusiness! >>>>

Die Möglichkeiten, in diesen zukunftsträchtigen Job einzusteigen, werden also immer vielfältiger. Und die Zahl der Interessenten steigt auch langsam, die Weiterbildungsangebote sind meist schnell ausgebucht. Jetzt ist also noch die richtige Zeit, um auf den anfahrenden Trend-Zug Spielanalyse aufzuspringen!

Ganzen Artikel lesen
Gunther Schnatmann (Quelle: GS)
Ein Beitrag von Gunther Schnatmann, Personalberater, Bewerbungs-Coach und Medientrainer
ISPO JOB MARKET
Kommentare
Top Themen
ISPO Newsletter
ISPO Newsletter
Jetzt anmelden
Social Media