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 Wie Kunden zu Partnern und Innovationsquellen werden
Innovation | 13.06.2017

Erfolgreiche Beispiele für Open Innovation bei Sport- und Outdoor-Unternehmen

Bergans, Clim8, CEP und Dachstein profitieren von Co-Creation

Wie Kunden zu Partnern und Innovationsquellen werden. Ideen aus Open-Innovation-Projekten werden auch am Berg getestet. (Quelle: Dachstein)
Ideen aus Open-Innovation-Projekten werden auch am Berg getestet.
Bild: Dachstein
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Open Innovation in der Outdoor- und Sportbranche funktioniert. Kunden als Partner im Innovationsprozess können wertvolle Ideen liefern. Wer einen solch komplexen Crowdsourcing-Prozess plant, tut sich leichter, wenn er Beispiele, best cases, kennt. Bergans, Clim8, Dachstein und CEP haben ihre Erfahrungen mit Open Innovation und Crowdsourcing für ISPO.com zusammengefasst.


Bergans: Crowd entwickelt Jacke

Das Projekt: Ein Beispiel für einen gelungenen Open-Innovation-Prozess ist die Entwicklung einer neuen Jacke bei Bergans: „Für unser Eidfjord Jacket wollten wir ein ganz neues Material – aus 30 Prozent pflanzenbasiertem Polyester – verwenden und noch vor der Präsentation im Handel testen lassen“, sagt Christoph Centmayer, Sustainability Manager bei Bergans. Deshalb habe Bergans ein Open-Innovation-Projekt gewählt, um möglichst vielen Endkunden, Händlern und Journalisten die Möglichkeit zum Testen und Ausprobieren der neuen Jacke zu geben. 

Das sehr reichhaltige Feedback sei dann direkt in den finalen Entwicklungsprozess und die Feinabstimmung vor der Serienproduktion mit eingeflossen. Ein weiterer Gewinn: Durch den OPEN-INNOVATION-Prozess habe Bergans unglaublich viel Aufmerksamkeit und ein sehr gutes Echo in den Medien bekommen, sagt Centmayer. Lesen Sie hier „Crowdsourcing hilft der Outdoorbranche“, das ganze Bergans-Interview. 


Co-Creation bedarf klarer Ziele

Schlüsselerfahrung für Open-Innovation-Projekte: Für potentielle weitere Crowdsourcing-Projekte hat Bergans aus dieser ersten erfolgreichen Umsetzung mehrere Erkenntnisse mitgenommen: Erstens sei es elementar, frühzeitig die eigenen Ziele klar abzustecken.

Zweitens muss vor jedem Schritt (Entwicklungsprozess, Produkt-Test oder Markteinführung) klar sein, welcher Input von welcher Zielgruppe gerade benötigt wird. Drittens, ist für einen erfolgreichen Open-Innovation-Prozess wichtig, genau zu definieren, wie die Zielgruppe in den Entwicklungsprozess mit einbezogen werden kann.

Bergans of Norway at ISPO MUNICH 2017 (Quelle: ISPO.com)
Bergans of Norway at ISPO MUNICH 2017
Bild: ISPO.com

Open Innovation in der Sport- und Outdoorbranche: „Gerade enthusiastische Outdoor-Fans sind oft nicht nur besonders gut informiert“, sagt der Bergans Sustainability Manager, „sondern auch sehr engagiert und willig, ihr Praxis-Know-how weiterzugeben und in die Produktentwicklung mit einfließen zu lassen.“

In der Folge gab es bei Bergans zum Abschluss des Projekts auch eine größere Diskussion, die sich um das Thema Markteinführung nachhaltiger Produkt-Innovationen drehte. Hieraus habe Bergans das Leitmotiv für die folgende Kommunikationskampagne ziehen können. 


Clim8: Start-Up setzt auf Crowdsourcing

Das Projekt: Von der Produktentwicklung bis zur kurz bevorstehenden Markteinführung setzte das Start-Up Clim8 für sein „Intelligent Thermal Clothing“ auf Crowdsourcing.

Herausgekommen ist ein Gewebe, das die Hauttemperatur misst und bei Abkühlung Wärme an den Körper abgibt. Die Funktion kann per App individuell gesteuert und angepasst werden. Präsentiert wurde der Prototyp-Baselayer auf der ISPO MUNICH 2017. Erfahren Sie mehr Details zur Clim8-Technologie.

„Gerade als Start-Up hast Du immer ein Problem mit dem Faktor Zeit“, sagt Florian Miguet, einer der drei Gründer von clim8, „wir müssen Probleme lösen, weiterentwickeln und Feedback einbinden.“ Man brauche strategische sowie verlässliche Partner und am besten „1000 zusätzliche Gehirne, Ohren und Augen.“

Intelligent Thermal Clothing von Clim8 ist GOLD WINNER beim ISPO AWARD 2017 im Segment Performance. (Quelle: Clim8)
Intelligent Thermal Clothing von Clim8 ist GOLD WINNER beim ISPO AWARD 2017 im Segment Performance.
Bild: Clim8

Das könne nur eine Community leisten und deshalb habe man diese über ISPO OPEN INNOVATION, sowohl bei der Produktentwicklung als auch bei den Produkttests, mit einbezogen. Zunächst mittels Fragebogen und später auch bei konkreten Produkttests griff clim8 auf ISPO OPEN INNOVATION zurück. Die ganze Clim8-Story lesen Sie hier.

Schlüsselerfahrung für Open-Innovation-Projekte: Miguet kannte ISPO OPEN INNOVATION aus vorherigen Jobs, daher kam Clim8 bereits mit einer sehr konkreten Nutzungs-Idee. Das war für Miguet rückblickend ein klarer Vorteil.

Seine Erfahrung: Crowdsourcing mit ISPO OPEN INNOVATION bietet für Sport- und Outdoorfirmen einen großen Pool an Testpersonen und liefert somit die geeignete Expertise. Eine weitere wichtige Erfahrung: Start-Ups haben mit der Nutzung von Open-Innovation-Projekten bei Geschäftspartnern ein Plus an Glaubwürdigkeit.


Open Innovation in der Sport- und Outdoorbranche: Für Miguet zeichnet sich die Outdoorbranche dadurch aus, dass Werte wie Teilen, Helfen oder Nachhaltigkeit eine große Rolle spielen. Das geht einher mit dem Gedanken, der hinter Crowdsourcing steckt.

Die Clim8-Technologie sei durch und durch geprägt von den Ideen und Anregungen, die aus der Community in das Projekt geflossen seien. Gleichzeitig konnten die Mitarbeiter bei Clim8 sich immer mehr auf die Entwicklung der eigentlichen Technologie konzentrieren.


CEP: Community mit viel Feedback

Das Projekt: „Wir wurden von der Firma Toray mit einer Produktidee konfrontiert“, sagt Jochen Seitz, Product Manager Lifestyle bei medi, „und es stand das Angebot im Raum, diese Idee in einem gemeinsamen Open-Innovation-Projekt auf Marktfähigkeit zu überprüfen.“

Herausgekommen ist das Cep Wingtech Shirt, welches inzwischen erfolgreich am Markt etabliert sei, sagt Seitz. Das Shirt besitzt ein von Toray patentiertes System namens ‚SmartWingtech Stripes’. Diese WingStripes verlaufen von oben nach unten um die Schulterblätter und sollen die Rückenmuskulatur stärken, die Atmung erleichtern und Fehlstellungen vorbeugen.

CEP – WINGTECH SHIRT (Quelle: CEP)
CEP – WINGTECH SHIRT
Bild: CEP

Schlüsselerfahrung für Open-Innovation-Projekte: Jedem Unternehmen, das ein Open-Innovation-Projekt plant, würde Seitz raten, sehr viel Zeit für die Auswertung und Kommunikation einzuplanen. „In dem Projekt konnte eine unglaubliche Informationsmenge generiert werden“, sagt der Produktmanager: „Nützliche Anregungen für die Vermarktung, Ideen für das Produkt und Anregungen für neue Produkte.“

Einige Erkenntnisse helfen CEP auch bei neuen Projekten noch weiter. So arbeite man derzeit an einem noch geheimen Produkt, welches auf Feedback aus dem Crodwsourcing-Projekt Wingtech Shirt aufbaut.

Open Innovation in der Sport- und Outdoorbranche: „Produkte aus der Outdoor-Welt bieten ein hohes Maß an Funktion und Technik“, sagt Seitz. Das gehe weit über optische Eindrücke hinaus und sei im ersten Moment nicht unbedingt ersichtlich.

Für Seitz ist das eine Begründung dafür, dass Open Innovation und Crowdsourcing im Sport- und Outdoorbereich funktioniert. Darüber hinaus ist er der Auffassung, dass Sportler generell ein hohes Involvement haben und deshalb Co-Creation-Projekten offen gegenüberstehen.


Dachstein: Beispiel für neue Wege

Das Projekt: Bergschuh-Spezialist Dachstein entwickelt einen Wanderschuh, der ausdrücklich Kundenideen einbindet. Die Community von ISPO OPEN INNOVATION lieferte hierfür Ideen und Wünsche. Diese werden derzeit von den Produktdesignern bei Dachstein umgesetzt. Zudem kooperierte die Marketingabteilung mit der Community für ein geeignetes Storytelling für den Schuh. Durch die vielen qualifizierten Ideen wurde das Projekt sehr umfangreich und technisch herausfordernd. Im Sommer 2019 soll der Schuh präsentiert werden.

Bei Dachstein trifft Funktionalität auf Design und Innovation (Quelle: Dachstein)
Bei Dachstein trifft Funktionalität auf Design und Innovation
Bild: Dachstein

Schlüsselerfahrung für Open-Innovation-Projekte: Für Christoph Döttelmayer, Designer und Produktmanager bei Dachstein, gibt es zwei zentrale Erkenntnisse: Open-Innovation-Projekte brauchen eine klare Aufgabenstellung und Unternehmen müssen wirklich offen für Neues sein: „Sonst bringt ein Crowdsourcing-Projekt nichts.“

Open Innovation in der Sport- und Outdoorbranche: „Die Endkunden in der Outdoorbranche sind sehr speziell“, sagt Döttelmayer, „sie sind sich sehr bewusst, was sie kaufen, sie beschäftigen sich damit, wo produziert wird, welche Materialien verwendet werden, usw.“ Das Open-Innovation-Projekt habe bei Dachstein dazu geführt, dass der Bergschuh-Spezialist in eine komplett neue Richtung gedacht habe. Dies gelte es jetzt umzusetzen.
 

 (Quelle: CK)
Ein Beitrag von Claudia Klingelhöfer, Autorin
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