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 „Das E-MTB wird das Mountainbike ersetzen“
Bike | 15.05.2017

Das E-Bike für die Berge wird erwachsen

Stefan Schlie: „Das E-MTB wird das Mountainbike ersetzen“

„Das E-MTB wird das Mountainbike ersetzen“. E-MTB-Profi Stefan Schlie mit perferkter Kurventechnik auf dem E-Bike (Quelle: Bosch)
E-MTB-Profi Stefan Schlie mit perferkter Kurventechnik auf dem E-Bike
Bild: Bosch
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Vielen Mountainbike-Fans widerstrebt der neue E-MTB-Trend. Doch die Vorurteile gegen die Bikes mit elektronischer Unterstützung lassen sich leicht entkräften, meint der ehemalige Trial-Profi Stefan Schlie: „Selbst die allergrößten Gegner setzen sich auf das E-Bike und steigen mit einem Lächeln wieder ab.“

Stefan Schlie ist E-MTB-Profi und arbeitet für Bosch an der Weiterentwicklung des E-Bike-Motors. Schlie kommt ursprünglich aus dem Trialsport, ist Vizeweltmeister und begeistert bei Fahrtechnik-Shows. Seine technischen Fertigkeiten überträgt er seit einiger Zeit auf sein Fully mit Elektroantrieb.


E-Mountainbiken ist für ihn eine völlig neue Sportart. Wer sich davon überzeugen will, geht zu den E-Bike-Days in München. Auf der Messe für Elektrofahrräder gibt Schlie einen Einblick ins E-Mountainbiken.

„Das E-Bike wird State of the Art werden“, sagt Schlie. Er glaubt, dass bald die große Mehrheit der Mountainbiker auf E-Bikes umsteigen wird. „Die normalen Mountainbiker werden in nicht allzu ferner Zukunft in der Minderheit sein“, sagt Stefan Schlie. „Das E-MTB wird das Mountainbike ersetzen.“

Dafür nennt er neun Gründe:

1. Das E-Bike nimmt jeden mit

Gemeinsam biken trotz unterschiedlicher Fitness-Level: Das E-Bike ist in der Lage, Leistungsunterschiede auszugleichen. Gerade beim Uphill ist das eine wichtige Komponente. Stärkere Fahrer wählen einfach eine geringere Unterstützungsstufe für den Motor – oder schalten ihn ganz aus.

E-Bikes und E-MTBs: Die neuesten Trends

2. E-MTB als perfektes Trainingsgerät

Für Regeneration, Grundlagenausdauer oder Rehabilitation ist das E-MTB zusammen mit einer Trainingssteuerung über die Pulsfrequenz Gold wert. Viele Sportler nutzen das E-MTB, um nach Verletzungen wieder fit zu werden. Auch für Intervalltraining eignet sich das E-MTB sehr gut.

E-MTBs lassen sich bei den E-Bike-Days auch am Berg testen (Quelle: E-Bike-Days)
E-MTBs lassen sich bei den E-Bike-Days auch am Berg testen
Bild: E-Bike-Days

3. Fullies machen E-Biken komfortabel

Welche Technik und welches Fahrwerk beim E-MTB zum Einsatz kommen, ist durch die Motorenunterstützung nicht mehr so entscheidend. Fullys können ihre Stärken im Up- und Downhill ausspielen.

Bei einem klassischen Fully ohne Elektroantrieb muss sich der Käufer dagegen im Vorfeld entscheiden, ob er eher ein Rad mit abfahrts- oder auffahrtsorientierter Kinematik wählt.

4. E-Bike verlängert Trail-Vergnügen

Wer mit dem E-Bike unterwegs ist, spart Kraft bergauf. Die logische Konsequenz: Es bleibt mehr Power für die Abfahrt und wer Lust hat, setzt die gesparte Zeit ein und dreht noch eine oder zwei Runden mehr. Eine Tagestour wird so schnell zur Feierabendrunde.

 

5. Trails auch uphill bezwingbar

Für Stefan Schlie ist noch eine ganz neue Komponente hinzugekommen: Der Uphill auf technisch anspruchsvollen Trails. Gerade als Trialer hat Schlie Spaß daran, schwierige Strecken mit Wurzelpassagen, Steinabsätzen oder Spitzkehren bergauf zu fahren und dafür mit dem E-MTB neue Techniken zu entwickeln. Allein für enge Bergauf-Kurven hat Schlie sechs fahrtechnische Möglichkeiten identifiziert.

Wer mal einen offiziellen Uphill-Trail testen möchte, der fährt in den Bayerischen Wald. Dort wurde der weltweit erste „E-Bike Uphill Flow Trail“ im Frühjahr 2017 im Bikepark am Geißkopf eröffnet.

Stefan Schlie ist überzeugt, dass noch viele weitere angelegte Wege und Trails extra für das Bergauffahren folgen werden.

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6. Zuverlässiger Elektroantrieb am Fahrrad

Gerade bei der Dosierbarkeit der Motorenunterstützung hat sich enorm viel getan. Die neuesten Motorengenerationen einiger Hersteller sind bereits in der Lage, die Unterstützung automatisch anzugleichen. Das heißt: Abhängig vom Pedaldruck passt sich die Unterstützung durch den Motor progressiv der individuellen Fahrweise an. Gibt der Fahrer mehr Druck auf das Pedal, steigt auch die Antriebsleistung des Motors.

Der Vorteil: Der Biker kann sich vollkommen auf den Trail fokussieren und muss sich keine Gedanken über die Unterstützungsstufe machen und schalten.

Das E-MTB bietet beim Uphill ganz neue Herausforderungen für das E-Bike  (Quelle: Bosch)
Das E-MTB bietet beim Uphill ganz neue Herausforderungen für das E-Bike
Bild: Bosch

7. E-MTB ersetzt Shuttle und Lift

Wer sehr abfahrtsorientiert unterwegs ist, für den gibt es eigentlich bergauf nur die Möglichkeit, auf einen Shuttle oder den Lift zurückzugreifen. Schließlich ist es kein Spaß, einen 17 Kilo schweren Freerider bergauf zu treten. Durch das E-MTB gehört das jetzt der Vergangenheit an.

8. Umweltfreundliches Transportmittel

Neben dem Shuttle kann das E-MTB in der Stadt das Auto ersetzen. Fullys fahren sich nicht nur gut über Wurzeln und Steine, sondern eben auch über Bordsteine. Darüber hinaus gehören Parkplatzprobleme der Vergangenheit an.

9. E-Bike überzeugt auch Mountainbiker

Beim Bikefestival in Riva, jedes Jahr so etwas wie der inoffizielle Saisonauftakt der MTB-Szene, haben sich gerade in diesem Jahr immer mehr Mountainbiker ein E-MTB ausgeliehen – und sind begeistert von den Testfahrten zurückgekommen.

Für Stefan Schlie hat das E-MTB dem MTB schon den Rang abgelaufen (Quelle: Bosch)
Für Stefan Schlie hat das E-MTB dem MTB schon den Rang abgelaufen
Bild: Bosch

 

E-MTB und die Zukunft des Elektroantriebs

Als Realist weiß Stefan Schlie natürlich, dass sich das E-MTB in den nächsten Jahren noch weiterentwickeln muss. Erst dann wird es seiner Prognose standhalten und das MTB überholen.

Die wichtigste Voraussetzung für ihn: „Die Batterieleistung muss noch größer werden. Das heißt konkret, wir brauchen eine bessere Energiedichte durch neue Zellkonzepte.“

Das neue Bosch-Antriebssystem verfügt derzeit über einen Akku mit einer Kapazität von 500 Watt-Stunden. Schlie hofft auf einen Akku mit 1000 Watt-Stunden: „Ich schätze, dass dann ein ganzer Tag in den Bergen abgedeckt ist.“

Gleichzeitig wünscht sich der E-MTB-Profi, dass die Bikes noch leichter werden. Derzeit bringen die meisten E-MTBs zwischen 21 und 25 Kilogramm auf die Waage. Optimierungsmöglichkeiten sieht er vor allem beim Gewicht des Motors und beim Akku.

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Video: Die Fitness-Trends 2017

 (Quelle: CK)
Ein Beitrag von Claudia Klingelhöfer, Autorin
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