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 Mit Influencer Marketing und einer Community in die Zukunft
Innovation | 19.04.2017

Influencer Marketing und ISPO OPEN INNOVATION

Wie Influencer und eine Community Ihre Marke auf ein neues Level heben

Mit Influencer Marketing und einer Community in die Zukunft. Eine starke Community kann für eine Marke Gold wert sein. (Quelle: iStock jacoblund)
Eine starke Community kann für eine Marke Gold wert sein.
Bild: iStock jacoblund
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Professor Dirk Jungels erklärt, warum Sportbrands in Zeiten der Digitalisierung auf Influencer nicht mehr verzichten können und warum eine Community eine Versicherung für die Zukunft ist.

Die Digitalisierung hat auch den Umgang von Sportbrands mit ihren Kunden verändert. Für Unternehmen ist es inzwischen unverzichtbar, sich mit (potentiellen) Kunden auszutauschen.


Es wird immer wichtiger, die passenden Influencer zu finden und schon bei der Produktentwicklung die Meinung des Kunden einzubinden. Eine Community, wie sie ISPO OPEN INNOVATION bietet, ist dabei Gold wert, sagt Dirk Jungels. Er ist Professor im Bereich Sportmanagement und -marketing. 

ISPO.com sprach mit dem Branchenexperten.

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ISPO.com: Wie wichtig sind heutzutage für Sport-Unternehmen passende Influencer, die Produkte bewerten, kritisieren und mitentwickeln?
Prof. Dirk Jungels:
Grundsätzlich war das immer schon wichtig. Meinungsführer hat es immer gegeben – das Konzept Influencer ist also nicht neu, die Form allerdings wie es heute gelebt wird, die ist neu, durch die Digitalisierung und die digitalen Medien.

Die Firmen hatten früher überhaupt nicht die Notwendigkeit, verstärkt mit Influencern zu arbeiten, weil für ihre Kunden keine Transparenz gegeben war. Über die Digitalisierung wird Transparenz hergestellt: Früher hat Bewertung von Produkten im Bekanntenkreis stattgefunden.

Heutzutage ist durch die Publizität, die mit der Digitalisierung einhergeht, dieser Prozess des Bewertens, Mitentwickelns enorm wichtig geworden. Und für Firmen ist das essentiell wichtig, weil die Meinung des Influencers anerkannt ist, weil dieser glaubwürdig erscheint.

Dirk Jungels ist Professor im Bereich Sportmanagement und -marketing. (Quelle: Dirk Jungels)
Dirk Jungels ist Professor im Bereich Sportmanagement und -marketing.
Bild: Dirk Jungels

Influencer Marketing für Sport Brands „immer eine gute Sache“

Es gibt sie also, die Macht der Influencer. Für viele Brands hat sich die Zusammenarbeit mit Bloggern als Influencer inzwischen etabliert. Trotzdem professionalisiert sich dieser Bereich erst gerade. Wie funktioniert Influencer Marketing mit Bloggern idealtypisch?
Grundsätzlich ist Influencer Marketing im Bereich des Sports immer eine gute Sache, da ich immer ein Produkt habe, das ich testen kann. Dann muss ich mir überlegen, wie ich da herangehe. Ich empfehle die folgenden Schritte:

1. Wie finde ich die passenden Influencer? Recherche und Identifikation von Blogs, die mit dem Thema zu tun haben. Eine Erstanalyse der Blogs kann mit folgenden Tools gemacht werden: Fanpage Karma, Klout, Peerindex, Kred, SocialBench, SocialMention, Tweetreach, Blogsearch, Influma.

2. Welche Blogs passen zu mir? Die Eignung lässt sich durch Beobachtung (listen & read) herausfinden: Wie ist die Reichweite und Interaktionsrate, wie oft wird gepostet usw.? Passen die Blogger zur Unternehmensphilosophie? Diese Phase ist sehr aufwendig, auch weil eine Inhaltsanalyse über eine längere Zeit sinnvoll ist.

3. Welche Form des Influencer Marketings ist sinnvoll? Ich unterscheide zwei Arten: Entweder beim Blog einfach mitmachen oder gemeinsam mit dem Influencer eine Kampagne fahren.

Was ist das Ziel von Influencer Marketing?
Natürlich will ich mein Produkt möglichst positiv darstellen. Aber geht es denn wirklich nur darum? Ich will doch mit der Zielgruppe in Kontakt kommen, mit ihr diskutieren und da darf natürlich Kritik nicht fehlen.

Lesen Sie hier: Influencer Marketing – kein Hype, sondern ein echter Mehrwert

Brands müssen der Community und den Influencern zuhören

Um als Sportbrand mit der Zielgruppe in Kontakt zu kommen, habe ich die Möglichkeit beispielsweise über ISPO OPEN INNOVATION eine Community zu nutzen. Dort habe ich ja schon meine sportaffine Zielgruppe oder kann sie mir für meine speziellen Anforderungen zusammenstellen. Wie smart ist es denn, auf so eine Community zurückzugreifen?

Das ist sehr smart. Das ist ein echter Design-Thinking-Prozess. Die Community testet die Produkte aus reinem, echten Interesse heraus. Etwas Wertvolleres kann Unternehmen überhaupt nicht passieren. Nur die Brands sollten folgendes berücksichtigen: Sie sollten zuhören und die Impulse aufnehmen.

Wenn das Unternehmen das sein lässt, fühlt sich die Community nicht ernst genommen. Das ist das fatalste, was passieren kann. Unternehmen müssen stattdessen in eine ganz offene Diskussion gehen.

Aber kann ich so wirklich ein Produkt entwickeln – ist es nicht eher so, dass viele Köche den Brei verderben?
Nein. Möglicherweise ist es sogar die beste Form, ein Produkt zu entwickeln. Die Unternehmen erhalten vom Kunden selbst die Information, wie ein Produkt zu verbessern ist. Das erhöht die Kaufwahrscheinlichkeit.

Stellen Sie sich mal vor, Sie entwickeln ein Label, das heißt nicht ‚Made in Germany’, sondern ‚Made by Customer’ oder ‚Co-Developed with the Customer’ oder ähnlich. Das wäre doch der Punkt, über den es eigentlich nicht hinausgehen kann.

Der Kunde stellt letztlich der Entwicklungsabteilung eine Aufgabe, weil er ein ganz konkretes Problem lösen möchte, also zum Beispiel bequemeres Schuhwerk beim Wandern. Dieser Problemlöseansatz ist für die Unternehmen zentral. 


Der Kunde als Teil des Unternehmens 

Aber Unternehmen haben doch auch schon früher versucht, Probleme zu lösen?
Ja, aber wenn ein Unternehmen eine Plattform wie ISPO OPEN INNOVATION und die Community nutzt, handelt es nicht im Sinne des Transaktionsmarketings – das ist der alte, klassische Ansatz – sondern im Sinne des Relationship Marketings.

Das Unternehmen baut Beziehungen auf und das ist in der heutigen Welt ganz entscheidend. Dann hat das Unternehmen den Vorteil, dass es mit der Zielgruppe ein Leben lang verbunden bleiben kann.

Dann wäre der Kunde fast Teil des Unternehmens?
Ja genau. Vielleicht sollten sich Unternehmen sogar zum Ziel setzen, weg vom klassischen Unternehmensansatz zu gehen und sich als offenes Laboratorium für die Kunden zur Verfügung zu stellen. So könnten Unternehmen und Kunde gemeinsam Produkte entwickeln.

Unter Umständen könnte ich mir auch vorstellen, dass die Ursprungsidee sogar von Kundenseite kommt. Genauso wertvoll ist sicherlich der Kundenhinweis: ‚Das ist ein tolles Produkt, das haben die Konkurrenten aber auch’. Das kann der Anstoß sein, um gemeinsam einen USP zu entwickeln.

Und wenn ich dann noch eine Plattform wie ISPO OPEN INNOVATION mit eigener Community habe, auf die ich bequem zurückgreifen kann, um diesen Prozess zu starten, dann ist das natürlich sehr einfach – wie ein Heimspiel.


ISPO OPEN INNOVATION kennt keine Grenzen

Kann eine Zusammenarbeit mit so einer Community wirklich in jeder Phase also von der Produktentwicklung bis zur Markteinführung und Kommunikation sinnvoll sein?
Ich denke schon. Am klarsten ist es im Produktentwicklungsbereich, wenn die Idee und der Prototyp schon da sind. Den kann das Unternehmen testen lassen und weiterentwickeln.

Im Marketingbereich geht das natürlich auch: Beispielsweise können Unternehmen bis in den Preis-Entwicklungsbereich gehen und Preis-Sensibilitäten austesten. Das Unternehmen kann die Community auch nach einer Idee für eine Marketingkampagne fragen. Oder es identifiziert aus der Community einen Blogger und startet mit diesem eine Kampagne.

Im Grunde gibt es mit so einer Plattform keine Grenzen. Ich kann Ideenentwicklung und Innovationsmanagement betreiben, Produkte und Kommunikationskampagnen entwickeln und die Preissensibilität testen.

Und dabei sollten Unternehmen froh sein, dass das nicht ihre Angestellten sind, denn die Community hat eine echte, eine unverfälschte Meinung. Deswegen kann man als Unternehmen auch so viel lernen.

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Video: Das ist ISPO OPEN INNOVATION


 (Quelle: CK)
Ein Beitrag von Claudia Klingelhöfer, Autorin
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