ISPO.com is also available in English ×
Blitzumfrage für Business Professionals: Ihre Meinung zählt! Jetzt teilnehmen – in nur zwei Minuten
 Printed Electronics bringen Innovationen in die Sportbranche
Innovation | 31.03.2017

LOPEC: Technologie-Spezialisten für gedruckte Elektronik im Sport

Printed Electronics: Kundennutzen steht für Sportunternehmen im Vordergrund

Printed Electronics bringen Innovationen in die Sportbranche . Printed Electronics finden Anwendungsfelder in der Sportbranche. (Quelle: Messe München GmbH)
Printed Electronics finden Anwendungsfelder in der Sportbranche.
Bild: Messe München GmbH
Artikel teilen:
Artikel bewerten:
„Printed Electronics“ ist ein wichtiger Trend in der Technologie. Es gibt sogar eine eigene Messe dafür: Die LOPEC auf dem Gelände der Messe München. Dabei geht es – wie der Name schon sagt – um gedruckte Elektronik. Das können zum Beispiel Thermo-, Feuchtigkeits- oder Herzfrequenz-Sensoren, aber auch gedruckte organische Leuchtdioden sein. Anwendungsfelder, die auch in der Sportbranche von großem Nutzen sein können.

Um potenzielle Anwendungen auszuloten und den Austausch zwischen den Branchen zu fördern, lud die LOPEC in Kooperation mit ISPO Vertreter aus der Sportindustrie zu einem Cross-Industry-Walk ein. Das Pendant hatte es schon auf der ISPO MUNICH gegeben: Experten aus der Printed-Electronics-Branche hatten dort ebenfalls einen geführten Rundgang gemacht (siehe Video).

Printed Electronics im Sport

Produktideen für Printed Electronics

Gedruckte Elektronik ist noch eine junge Technologie, deren Thematik sehr komplex ist. Experten aus den Bereichen Print, Chemie und Mikroelektronik müssen zusammenarbeiten, damit erfolgreiche Produkte entstehen. Marktreif sind bisher beispielsweise gedruckte Displays für Waschmaschinen, und zwei große deutsche Autohersteller nutzen in kleinem Umfang gedruckte Rücklichter.

Martin Riebel, Geschäftsführer von Deuter aus der Schwan-Stabilo Unternehmensgruppe, kann sich für gedruckte Elektronik auch einige Anwendungen im Sportbereich vorstellen: „Eine spontane Idee liegt natürlich auf der Hand: Bei unseren Radrucksäcken würde beispielsweise ein integriertes Licht statt simpler Reflektoren sinnvoll sein.“ Das Licht, eingearbeitet in den Rucksack-Stoff, könnte dann die Fahrradlampe ergänzen oder womöglich gar ersetzen.


Gedruckte Elektronik in der Praxis

Natürlich sei das nur ein spontaner Gedanke, aber er habe hier viele Ideen bekommen, sagt Riebel nach dem LOPEC-Rundgang.

Es gelte natürlich auch immer zu prüfen, ob bestimmte Produktinnovationen zur Unternehmensphilosophie passen. Da stimmt ihm Eberhard Heim zu, der Entwicklungsleiter bei Leki sagt: „Ein Produkt muss zwingend einen Mehrwert für den Kunden generieren. Und ich muss es verkaufen können.“

Im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass Produkte mit neuen Technologien nicht zu teuer werden dürfen. Ein Skitourenstock für 400 Euro fände schließlich keine Abnehmer, sagt der Entwicklungsleiter.

Genau vor dem Problem stand Marmot vor etwas über zehn Jahren, erzählt Andy Schimeck, Geschäftsführer von Marmot und Exofficio. Damals entwickelte Marmot eine Jacke mit integriertem Licht. Doch die Entwicklung wurde viel zu teuer und die verwendete Elektronik hielt den Anforderungen nicht stand.

Auf dem LOPEC Cross-Industry-Walk waren hochrangige Vertreter folgender Unternehmen und Verbände dabei:

  • BSI – Bundesverband der dt. Sportartikelindustrie
  • Amer Sports Deutschland
  • Deuter
  • EOG – European Outdoor Group
  • Jack Wolfskin
  • Leki
  • Mammut
  • Marmot
  • Ortovox
  • Schwan Stabilo Outdoor
  • Vaude

Printed Electronis für Zelte?

„Mit Printed Electronics würde sich das ändern“, sagt Schimeck weiter. Trotzdem sind Jacken mit Beleuchtung für ihn derzeit kein Thema: „Gerade in der Outdoorbranche sind wir bestrebt möglichst nachhaltige Produkte zu gestalten“, sagt der Geschäftsführer, „wir bemühen uns PFC-frei herzustellen und dann verwenden wir gleichzeitig Sensoren, die sich nur schwer recyclen lassen?“ Das sei ein Widerspruch, der sich nicht so leicht lösen lassen, sagen auch Heim und Riebler.

Schimeck kann sich dafür vorstellen, dass gedruckte Elektronik in ein paar Jahren in Zelten zum Einsatz kommen. So könnten in den Zeltstoff eingearbeitete, gedruckte Solarpanels Energie spenden - für Lampen (möglicherweise auch in gedruckter Form in den Zeltstoff integriert), den Kocher, oder um das Handy aufzuladen. 

 

Wearables: Showcase für Printed Electronics

Ein offensichtliches Einsatzgebiet haben Printed Electronics in Wearables und smarten Textilien. Für den Gesundheitssport und die Trainingssteuerung können beispielsweise gedruckte Widerstands-, oder Pulssensoren sehr wertvoll sein. Denn die Sensoren sind leicht, flexibel, dünn und günstig. Sie könnten zudem Daten direkt an Handys oder ähnliche Geräte liefern. 

„Wenn wir Produkte innovativer gestalten wollen, dann ist dieser erste interdisziplinäre Austausch durch den Cross-Industry-Walk ein guter Startpunkt, der Denkanstöße liefert“, sagt Schimeck. Jetzt gelte es konkrete Anwendungsmöglichkeiten zu finden und gemeinsam Produkte zu entwickeln. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass gedruckte Elektronik künftig auch auf der ISPO MUNICH präsentiert wird.

Video: Sport-Firmen besuchen LOPEC

 (Quelle: CK)
Ein Beitrag von Claudia Klingelhöfer, Autorin
Kommentare
Top Themen
ISPO Newsletter
ISPO Newsletter
Jetzt anmelden
Social Media