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 Cross Industry: Wie Sport und Technologie zusammenwachsen
Innovation | 21.02.2017

Leki, Mammut, Kjus und Co.: Sportfirmen suchen nach Innovationen

Cross Industry: Sport und Technologie müssen zusammenwachsen

Cross Industry: Wie Sport und Technologie zusammenwachsen. Technologie und Industrie wachsen zusammen: VIele Sportartikelhersteller wollen neue Wege gehen. (Quelle: Messe München GmbH)
Technologie und Industrie wachsen zusammen: VIele Sportartikelhersteller wollen neue Wege gehen.
Bild: Messe München GmbH
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Wie sehen die Funktionsshirts, Rucksäcke oder Wanderstöcke der Zukunft aus? Messen sie die Körpertemperatur, geben sie die Richtung vor und warnen sie uns, wenn ein Gewitter aufzieht? Die Teilnehmer des Cross-Industry-Walks auf der ISPO MUNICH 2017 können genaueres dazu sagen.

Zugegeben, die Damen und Herren in Kostümen und Anzügen sahen nicht aus wie durchschnittliche Messebesucher, aber das waren sie auch nicht. Die Gruppe, die sich so interessiert mit CEOs, Produktmanagern oder R&D-Spezialisten der unterschiedlichsten Sportfirmen austauschte, bestand aus Technologie-Experten aus dem Bereich „Printable Electronics“. 

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Technologie und Sport gehören zusammen 

Das heißt, sie sind spezialisiert auf elektronische Bauelemente oder Anwendungen, die gedruckt werden. Statt Druckfarbe werden elektronische Funktionsmaterialien verdruckt. Was das mit der ISPO MUNICH und der Sportindustrie zu tun hat? Im Idealfall sehr viel.

„Wir sind aus Innovationen entstanden“, sagt zum Beispiel Markus Rindle, Head of Product Design & Innovation bei Mammut, „wir haben ein sehr großes Interesse an Technologien.“ Umso wichtiger sei es, mit den Vertretern aus der Technologiebranche in Kontakt zu kommen.

Da stimmen ihm auch Dr. Martin Lechner, Leiter des Geschäftsbereichs Neue Technologien der Messe München und Robert Fry, VP of Merchandising bei Black Diamond zu.


Austausch und Netzwerke sind elementar

„So wie wir uns hier auf der ISPO MUNICH austauschen, Kontakte knüpfen, das ist der erste richtige Schritt“, sagt Fry. „Wir als Outdoor-Industrie müssen unsere Komfort-Zone verlassen und mit Experten reden, die mehr wissen als wir.“ Es gehe auch gar nicht so sehr darum, wo das ganze hinführt, sagt Lechner: „Es geht eher darum, zu starten und rauszufinden, was möglich ist.“ 

Als anwenderorientierte Industrie kennt die Sportbranche die Wünsche der Kunden. Genau diese Bedürfnisse gelte es zu befriedigen, sagt Lechner: „Da geht es um Bottom-Up-Prozesse, nicht um Top-Down-Anwendungen.“ Eine Branche wie die Printable Electronics Industrie ist dagegen technologiegetrieben.

Cross-Industry-Walk: Teilnehmende Aussteller auf der ISPO MUNICH 2017:

  • Leki
  • Mammut
  • Kjus
  • Helly Hansen
  • CEP
  • Osmotex
  • Black Diamond
  • Ortovox
  • Deuter
  • Clim8
  • Isko
  • Ykk

„Für viele von uns, bei Black Diamond und bei anderen Firmen in der Sport-/Outdoor-Industrie, ist unser Job nicht nur Business, sondern eher Berufung“, sagt Fry dazu. „Wir sind neugierig, wir sind schließlich unsere eigenen Kunden und wollen die Dinge so gut wie möglich machen.“

Ideen für Technologieeinsatz sind vielfältig

Wünsche gibt es viele bei den Firmenvertretern – und teilweise können diese auch schon erfüllt werden: Waschbare, dehnbare, temperaturresistente Sensoren, die den Herzschlag, die Körpertemperatur, den Schweiß auf der Haut messen, Akkus die klein genug, um sie in die Kleidung einzubauen oder auch der Wunsch verschiedenste Technologien besser zu verbinden und beispielsweise mit dem Handy zu steuern. 

Beim Kompressionsspezialisten CEP würde eine Technologie helfen, die anzeigt, wenn sich die Kompressionswirkung verändert: „Das wäre für unsere Socken sehr hilfreich: Sie sind qualitativ sehr hochwertig, gehen kaum kaputt, die Kompressionswirkung lässt aber im Laufe der Zeit nach“, sagt CEP Portfolio Manager Sports Jochen Seitz. 


Jacken mit eingebauten Lichtern

Ralf Kirner ist Concept Designer R&D bei Helly Hansen. An der Schnittstelle von Expeditions- und Arbeitskleidung arbeitet die Firma bereits an der Integration verschiedener Lichttechnologien: „Wir sind nicht mehr nur Kleidungsproduzent, eher ein Technologieanbieter.“

Kirner glaubt, dass sich die ganze Branche dramatisch verändern wird, die Supply Chain, die Fragen und Probleme des Handels und der Käufer werden sich ändern.

So seien die Kosten der gedruckten Elektronik vernachlässigbar, aber wer kennt sich mit den zugehörigen Batterieverordnungen, Funkgeräterichtlinien und CE-Zertifizierungen aus? Auch hier sind Experten gefragt. Da hilft ein Austausch wie der Cross-Industry-Walk ungemein.

Wie oft lässt sich eine Leuchtdiode waschen?

In diesem speziellen Fall könnte Rundgangteilnehmer Jan Hesse helfen. Er ist beim Fraunhofer-Institut für organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik angestellt und Spezialist für OLED Lighting Design & Integration.

Auf den Rundgang hat er eine organische Leuchtdiode (OLED) mitgebracht, die sich inklusive Batterie und An-/Ausschaltknopf in Kleidung oder Rucksäcke einarbeiten lässt.

Die Fragen die von den Mitarbeitern der Sportfirmen kommen, sind ganz spezifisch, wie oft lässt sich die OLED waschen, wie lange hält die Batterie, was kostet eine Einheit, wie bewegungsempfindlich ist der Lichtstreifen? 

Clim8 reguliert die Körpertemperatur und erhöht den Komfort. (Quelle: Clim8)
Clim8 reguliert die Körpertemperatur und erhöht den Komfort.
Bild: Clim8

Kompetenztransfer bringt Sportindustrie weiter

Ähnliche Fragen stellten sich auch die Gründer von clim8 in Bezug auf ihre Temperatursensorik. Die Franzosen entwickeln beheizbare Outdoorbekleidung. Ein Heizelement wärmt bei Abkühlung, stoppt bei körperlicher Aktivität und springt in den Pausen wieder an.

Sensoren messen die Hauttemperatur, das Aktivitätslevel, die Umgebungsbedingungen und passen sich an individuelle Empfindungen an. Clim8 wurde beim ISPO AWARD 2017 als Gold Winner ausgezeichnet.

Noch ist clim8 Vorreiter. „Wenn so ein Kompetenztransfer aber öfter gelingt, wenn beide Kompetenzen zusammengebracht werden, kann etwas Neues entstehen“, sagt Lechner. 

Der nächste Schritt folgte im März: Die Spezialisten aus der Sportbranche besuchten ihrerseits die LOPEC, die Fachmesse für gedruckte Elektronik.

Video: Sportfirmen besuchen LOPEC

 (Quelle: CK)
Ein Beitrag von Claudia Klingelhöfer, Autorin
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