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 Frankreichs Sportminister: „Mehr Marktanteile in China“
ISPO-BEIJING | 15.02.2017

Zu Gast auf der ISPO BEIJING

Frankreichs Sportminister Patrick Kanner: „Mehr Marktanteile in China“

Frankreichs Sportminister: „Mehr Marktanteile in China“. Patrick Kanner (3.v.r.) eröffnet das French Village auf der ALPITEC in Peking. (Quelle: ISPO.com)
Patrick Kanner (3.v.r.) eröffnet das French Village auf der ALPITEC in Peking.
Bild: ISPO.com
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Die olympischen Winterspiele 2022 sind auf der ISPO BEIJING allgegenwärtig. Die ganze Messe spricht von Olympia in Peking. Die ganze Messe? Nicht die ganze Messe. Eine kleine französische Delegation macht bereits Werbung für Paris, das die olympischen Sommerspiele 2024 gerne austragen würde.

Angeführt wird die hochrangige Delegation von Patrick Kanner, Frankreichs Minister für Jugend und Sport. ISPO.com sprach zum Auftakt der ISPO BEIJING mit dem Minister über die Olympia-Bewerbung der französischen Hauptstadt, was Frankreich von China als Sportnation lernen kann und warum Peking ein French Soccer House braucht.


Patrick Kanner im Interview

ISPO.com: Herr Minister, Sie besuchen zum ersten Mal die ISPO BEIJING und die ALPITEC Messe. Wie kam es zur Entscheidung für die Reise, und was sind die Ziele?
Patrick Kanner:
Primär geht es uns darum, die Möglichkeiten und das Know how der französischen Sportunternehmen zu präsentieren. Daraus resultierend erhoffen wir uns natürlich mehr Marktanteile in China.

Und losgelöst von Ihrer Rolle als Minister, was sind für den Sportliebhaber Patrick Kanner die Highlights dieser Reise?
Persönlich freue ich mich auf die anstehenden Events mit dem „Institut national du sport, de l'expertise et de la performance“ (INSEP, Sportakademie für Kaderathleten, Anm. d. Red). Im Zusammenhang damit eröffnen wir am Donnerstag den 4. Sport Club Francais in der französischen Botschaft in Peking. Ebenfalls am Herzen liegt mir die Eröffnung des French Soccer House, welches den französischen Fußballverband und die Ligue 1 in China repräsentieren soll.

Sie haben den Sport Club Francais bereits erwähnt. Was sind die Kerninhalte dieses Projekts?
Der Sport Club Francais ist ein Anlaufpunkt für alle französischen Unternehmen, um gemeinsam das Know-how der Sportindustrie Frankreichs zu präsentieren.


Was kann die Sportnation China von Frankreich lernen?
Fußball ist ein außergewöhnlicher Wachstumsmarkt in China. Gerade in diesem Bereich kann Frankreich ein großes Vorbild für China sein. Darum bemühen wir uns sehr, dass der Bau von neuen Fußballfeldern im Land vorangetrieben wird. Zudem stehen wir in Fragen der Logistik und des Know-hows beratend zur Seite.

„Olympia-Bewerbung Gehör verschaffen“

Und im Gegenzug, was kann Frankreich von China lernen?
Die Fähigkeit, Menschen zu mobilisieren, ist in China sicher einzigartig. Diese Fähigkeit kann nicht komplett eins zu eins auf Frankreich übertragen werden, aber die Fokussierung auf gewisse Themen ist beispielhaft.

Inwieweit steht Ihre China-Reise auch im Zusammenhang mit der Pariser Bewerbung für die Olympischen Sommerspiele 2024?
Die letzten olympischen Spiele in Frankreich fanden 1992 in Albertville statt, olympische Sommerspiele gab es zuletzt 1924 in Paris. Das bedeutet natürlich nicht, dass Frankreich die Spiele 2024 automatisch verdient hat, aber wir nutzen selbstverständlich jede Möglichkeit, um unserer Bewerbung mit dem Slogan „Made for sharing“ Gehör zu verschaffen. Für uns ist wichtig, dass das Bestreben, die Spiele auszurichten, nicht von der Politik, sondern der Welt des Sports in Frankreich initiiert wurde.

Running erlebt in China einen Boom. (Quelle: Imago)
Running erlebt in China einen Boom.
Bild: Imago

Welche Chancen rechnen Sie sich im Wettstreit mit Los Angeles und Budapest um Olympia 2024 aus?
Alle drei Bewerbungen sind sehr gut und jede hat ihre Berechtigung. Im Falle Frankreichs liegt der Fokus der Bewerbung sehr auf dem Budget, welches bewusst knappgehalten wurde. Sechs Milliarden Euro sind veranschlagt, diese Marke soll nicht überschritten werden.

Olympia 2024 in Paris soll sich lohnen

Sechs Milliarden Euro sind dennoch eine enorme Summe. Was antworten Sie Menschen, die Events wie die olympischen Spiele in der heutigen Zeit mit großen gesellschaftlichen Problemen weder wirtschaftlich noch ethisch für vertretbar halten?
Die Hälfte des Budgets wird den Staat als solches nichts kosten. Drei Milliarden Euro sollen durch das olympische Komitee, Ticketverkäufe und private Spenden erbracht werden.

Der Eiffelturm in Paris erstrahlt während der Fußball-EM 2016. (Quelle: Imago)
Der Eiffelturm in Paris erstrahlt während der Fußball-EM 2016.
Bild: Imago

Und die andere Hälfte?
Die restlichen 50 Prozent werden durch private und öffentliche Investoren finanziert. Dieses Geld wird zum Beispiel für die Schwimmhalle und das olympische Dorf verwendet. Ein großer Vorteil in Paris ist, das nahezu alle anderen Sportstätten bereits existieren und fast keine Gebäude neu gebaut werden müssen.
Die rund 5000 Wohnungen des olympischen Dorfs werden nach den Spielen in den Pariser Wohnungsmarkt überführt. Zusätzlich erhoffen wir uns im Olympia-Umfeld natürlich Einnahmen aus Tourismus, Gastronomie und anderen Bereichen von rund zehn Milliarden Euro.

Hamburg war ursprünglich ebenfalls ein Bewerber für Olympia 2024, doch nach einem negativen Bürgerentscheid wurde die Bewerbung zurückgezogen. Wie steht es um die Akzeptanz der Pariser Bewerbung?
Frankreich steht hinter den olympischen Sommerspielen 2024 in Paris. Rund 77 Prozent der Bürger befürworten die Bewerbung. Diese Akzeptanz ist enorm wichtig, denn die Spiele sollen ein Fest für ganz Frankreich werden.

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Florian Pertsch (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von Florian Pertsch, Autor
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