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 Kletter-Legende Alexander Huber: Der Hallen-Boom ist gut
Outdoor | 08.02.2017

Top-Kletterer auf der ISPO MUNICH 2017

Kletter-Legende Alexander Huber: Der Hallen-Boom ist gut

Kletter-Legende Alexander Huber: Der Hallen-Boom ist gut. Alexander Huber, einer der profiliertesten Kletterer der Welt, besucht die ISPO MUNICH 2017. (Quelle: ISPO.com)
Alexander Huber, einer der profiliertesten Kletterer der Welt, besucht die ISPO MUNICH 2017.
Bild: ISPO.com
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Spätestens mit seiner Free-Solo-Begehung der „Hasse-Brandler-Direttissima“ an der großen Zinne im Jahr 2002 wurde Alexander Huber zur Kletter-Legende. Mittlerweile ist der Berchtesgadener wieder öfter am Seil unterwegs und besteigt unter widrigsten Bedingungen die härtesten Berge. Auf der ISPO MUNICH 2017 sprach er über den großen Trend im Klettersport: Vom Fels in die Halle.

Alexander Huber, mit seinem Bruder Thomas als die Huberbuam bekannt, ist ein umtriebiger Athlet und Geschäftsmann. Er hat mehrere Bücher geschrieben, hält Vorträge – und seine Vita an erstaunlichen Besteigungen und Kletterrouten wächst auch mit Ende 40 weiter an.

Vor allem aber ist er ein Kletterer der alten Schule, der draußen am Fels groß und erfolgreich geworden ist. Wie steht er also zum Kletterhallen-Boom, zu den Massen, die sich mittlerweile für seinen Sport begeistern?

Auf der Health & Fitness-Bühne der ISPO MUNICH 2017 sprach Huber über...

...die Debatte in der Branche, ob Hallenkletterer „echte“ Kletterer sind:
„Ich würde den Kletterboom nicht an einer Zielgruppe festmachen. Es gibt auch heute noch die vollbegeisterten Kletterer, die voll fokussiert auf den Sport sind. Der Kreis der Kletterer hat sich massiv verbreitert – eine große Zahl geht nur in der Halle. Sind das keine Kletterer? Natürlich sind es Kletterer! Nur ist ihre Motivation eine andere.“


Alexander Huber: „Bewegung ist gut – Klettern ist gut“

...die Aufgabe und Rolle des Kletterns in der Gesellschaft:
„In der heutigen Zivilisation ist es schwierig, einen Sport regelmäßig auszuüben. Sich zu Bewegen ist gut – und Klettern ist gut. Egal mit welcher Intention. Klettern war ein reiner Erwachsenensport.

Heute wird im Schulsport schon gebouldert. Und das ist wichtig, denn man kann eben nicht jedes Kind mit Fußball erreichen. Wenn ich etwas ankreide, dann dass der Schulsport massiv zurückgeschraubt wurde. Das ist ein massiver pädagogischer Fehler.“

...wie die Branche auf den Kletter-Trend reagiert:
„Die Unternehmen haben sehr wohl begriffen, dass heute nicht mehr die Spezialisten in die Berge gehen und klettern – und versuchen nun Zugang zu den verschiedenen Interessengruppen zu finden. Dabei spielt auch das Bouldern eine Rolle.

Eigentlich war es immer schon da. Die ersten Kletterhallen die wir entwickelt haben, waren Boulderräume auf Dachboden. Nur hat damals noch kein Bergsteiger Bouldern ernst genommen. Heute ist Bouldern vollkommen angekommen.“

„Heute sind die Unternehmen im Klettersport ganz anders aufgestellt“

...den Wandel des Sports seit seinen Anfängen
„Früher haben wir Kletterer selbst jede Menge kleinster Boulderhallen entwickelt. So wurde trainiert, Thomas und ich haben das 1984 daheim im Keller unsere erste Kletterwand gebaut. Nicht nur die Zahl der Kletterhallen ist mittlerweile massiv gestiegen, die ganze Branche hat sich professionalisiert. Heute sind die Firmen ganz anders aufgestellt – als etwa 1994. Da war ich schon lange an der Weltspitze etabliert, davor bekam ich keinerlei Unterstützung. Auch weil Klettern noch kein Breitensport war.“

...warum Kletter ein Sport ohne Altersbeschränkung ist:
„Eine Bar gehört zu einer Kletterhalle dazu. Es geht auch um das soziale Erlebnis: Denn ich weiß, dort treffe ich meine Freunde. Alleine das hilft oft, den inneren Schweinehund zu überwinden.

In Karlstein, wo ich mit dem Klettern begonnen habe, sind wir jeden Tag noch zum Wirt gegangen. Freunde treffen, unterwegs sein, eine gute Zeit haben – darum geht es. Und dabei gibt es keine Altersgrenze: Mein Vater ist mit 77 Jahren immer noch dabei – und mein Vorbild. So lange es geht, geht's!“


Julian Galinski (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von Julian Galinski, Leitender Redakteur
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