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 Zielgruppe Frauen: Diesen Marketing-Trick nutzen Sport-Brands
Sportbusiness | 19.12.2016

Optimales Marketing für Zielgruppe Frauen

Sportcamps für Frauen: Unternehmen machen Teilnehmerinnen zu Marken-Botschafterinnen

Zielgruppe Frauen: Diesen Marketing-Trick nutzen Sport-Brands. Viele Frauen schwärmen von der „super Atmosphäre“ bei den Sportcamps. (Quelle: Dynafit)
Viele Frauen schwärmen von der „super Atmosphäre“ bei den Sportcamps.
Bild: Dynafit
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Frauen in den Mittelpunkt rücken – das hat ISPO Exhibition Group Director Markus Hefter für die ISPO MUNICH 2017 versprochen. Wie andere Sportexperten sieht er noch großes Potenzial, wenn es für Brands um die Zielgruppe Frauen geht. Eine clevere Möglichkeit weibliche Kunden besser zu erreichen, ist das Engagement bei Frauen-Camps.

„Grundsätzlich habe ich nichts gegen Männer, ganz im Gegenteil“, sagt Nina mit einem Lachen beim Women’s Bike Camp in Saalbach-Hinterglemm. Als die 34-Jährige die Reise buchte, fühlte sie sich von den weiblichen Pro-Guides, den Ausstellern und dem spannenden Programm angesprochen. „Und jetzt gefällt mir die super Atmosphäre mit den Mädels“, sagt Nina.

So wie Nina kommen viele sportinteressierte Frauen ins Schwärmen, wenn sie über ihren Urlaub bei einem Camp oder Event exklusiv für Frauen sprechen. Veranstaltungen wie das Women’s Bike Camp haben sich etabliert und das Angebot steigt stetig.

Camps und Events emotionalisieren

Beim Kauf von Sportprodukten ist bei Frauen, wie Studien zeigen, leider zuweilen nichts mehr von dieser „super Atmosphäre“ übrig. Denn Sportartikel werden fast nur nach Bedarf gekauft. Das widerspricht dem eigentlichen Shopping-Verhalten von Frauen. Shopping bedeutet für viele Frauen eigentlich Freude, Ablenkung und Belohnung. Der emotionale Bezug zu Sportmarken fehlt aber anscheinend.

Unter Anleitung von weiblichen Guides erleben die Teilnehmerinnen unvergessliche Sportmomente – und lernen die Marken kennen. (Quelle: Dynafit)
Unter Anleitung von weiblichen Guides erleben die Teilnehmerinnen unvergessliche Sportmomente – und lernen die Marken kennen.
Bild: Dynafit

Genau das lässt sich mit der Präsenz auf Frauen-Camps und -events ändern. Dieser Meinung ist beispielsweise Stephanie Fahnemann. Unter anderem organisiert sie seit 2015 das Women's Run Camp: „Anfassen, Probieren, Testen und das Ganze in einem sehr emotionalen Umfeld. Frauen nehmen auf den Camps und Events die Produkte ganz anders wahr. Sie verknüpfen die Marken mit ihren schönen Erinnerungen an das Camp.“

Mit Events in die Köpfe der Kundinnen

Schöne Erinnerungen, das gilt bei Frauen-Camps – egal ob im Run, Bike, Snow oder Outdoor-Segment – fast als ausgemacht. Unisono sprechen Teilnehmerinnen, Veranstalterinnen und Aussteller von der besonderen Atmosphäre, die bei Frauen-Camps herrsche. Unter sich würden Frauen den Sport entspannter lernen, sich mehr zutrauen und auch der Druck ohne die Präsenz von (Ehe-)Männern sei geringer.

Impressionen aus den Frauen-Sportcamps


Das findet auch Isabel Milbert, Marketing Specialist bei Dynafit. Der Bergausdauerspezialist wird dieses Jahr das erste Mal die Women’s Winter Camps als Aussteller unterstützen. „Auf den Camps können wir unsere potenziellen Kundinnen emotional ganz anders abholen“, sagt Milbert.

Die Camps hätten ein sehr gutes Renommee, das wolle sich Dynafit zu eigen machen: „Die Frauen sind uns als Zielgruppe sehr wichtig. Deshalb wollen wir die Camps als Marke nutzen, um unsere auf Frauen optimierten Kollektionen – im Bereich Hardware und Textil – in die Köpfe der Kundinnen zu bringen.“

Auch Ramona war mit Nina beim Bike-Camp in Saalbach-Hinterglemm. Sie hat sich nicht zuletzt wegen der Aussteller und der damit verbundenen Testmöglichkeiten für die Camp-Teilnahme entschieden: „Wir Frauen haben gern alle Angebote übersichtlich vor uns“, sagt die 45-Jährige. „Wir haben selten Zeit und Lust, mit großem Aufwand zu recherchieren und entscheiden uns gern spontan zum Kauf, wenn wir vom Produkt überzeugt sind.“

Events haben den Multiplikatoreffekt

Bei Camps und Events wird natürlich nur eine exklusive Zahl von Teilnehmerinnen angesprochen. Doch dafür sind die Streuverluste gering. Die Teilnehmerinnen entsprechen meist exakt der Zielgruppe der Unternehmen. „Frauen geben zudem ihre Erfahrungen mit den Produkten gern an andere weiter“, sagt Steffi, ebenfalls eine Teilnehmerin beim Bike-Camp in Saalbach-Hinterglemm.

Das ist eine Aussage, wie sie Monika Fiedler öfter hört. Die Geschäftsführerin von Fiedler Concepts ist absolute Expertin im Bereich Frauen-Events und organisiert das ganze Jahr über Sportcamps speziell für Frauen: „Natürlich geben Frauen die Tipps an ihre Freundinnen weiter. Doch das ist sogar noch zu kurzgedacht!“

Fiedler ist überzeugt, dass Gender Marketing nachhaltiger wirkt. Denn über die Frauen würden die Marken wiederum Männer und in Familien auch die Kinder erreichen, meint Fiedler. Dazu passt, dass viele Studien nahelegen, dass Frauen im Haushalt einen Großteil der Konsumentscheidungen treffen.

Frauen-Camps, eine Auswahl:


Mit Frauen erreichen Marken auch Männer

„Bei den Camps können wir erklären, wie unsere zum Teil sehr technische Skitouren-Bekleidung richtig getragen wird, das wird dann von den Teilnehmerinnen weiterkommuniziert“, sagt Julia Baumann, Marketing Managerin bei Marmot. Der Outdoor-Spezialist hat die Women’s Winter Camps vor einigen Jahren zusammen mit Fiedler Concepts initiiert. Für Marmot haben die Frauen Multiplikatorwirkung und fungieren als Wissens- und Imageträgerinnen.

Dieses Argument unterstützt auch Andi Lipp, International Marketing Manager bei ION: „Frauen nehmen vielfach Einfluss auf uns Männer, wenn es um modische Themen geht. Sei es als ,Beraterin' im Privaten oder als Einkäuferin im Sportfachhandel.“

Ohne Männer macht vielen Frauen Sport mehr Spaß. (Quelle: Women's Run Camp)
Ohne Männer macht vielen Frauen Sport mehr Spaß.
Bild: Women's Run Camp

ION unterstützt in diesem Jahr das erste Mal die Mountainbike Women’s Camps. Aber natürlich gehe es ION dabei in erster Linie um die Mountainbikerinnen, die man ansprechen wolle, weil sie ein wichtiger Teil der Zielgruppe seien, erklärt Lipp. Schon das allein genüge für das Engagement. Eine Einstellung, die noch nicht bei allen Marken angekommen ist.

Frauen-Camps: Vorteile für Sportmarken

  • Direkter Kontakt zur Zielgruppe
  • Keine Streuverluste
  • Weitergabe von Detailwissen über Produkte
  • Multiplikatoreffekt im Freundeskreis der Frau
  • Multiplikatoreffekt für Familie der Frau
  • Emotionale Verbindung zur Marke schaffen
  • Nachhaltige Kundenbindung
  • Frau in ihrem emotional positiv besetzen Umfeld abholen
 (Quelle: CK)
Ein Beitrag von Claudia Klingelhöfer, Autorin
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