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 Gravity Lab – die Sporthalle für die Freestyle-Bewegung
Action-Sports | 19.12.2016

Neue Action-Sports-Halle in München

Gravity Lab – eine Sporthalle als Aufbruch für die Freestyle-Bewegung

Gravity Lab – die Sporthalle für die Freestyle-Bewegung. Das Gravity Lab bietet Freestylern optimale Trainingsbedingungen. (Quelle: Timo Denz)
Das Gravity Lab bietet Freestylern optimale Trainingsbedingungen.
Bild: Timo Denz
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Videos vom Snowboarden, Freerunning, Skaten oder Biken füllen die Timelines in den sozialen Netzwerken. Doch vom Mainstream sind sie noch weit entfernt. Das Gravity Lab in München will das nun ändern. ISPO.com hat die Trainingshalle der Zukunft besucht.

Das Gravity Lab in München liegt in einem hippen Neubau-Gewerbegebiet: „Die Werkstadt“ heißt das Areal, Firmen wie GoPro oder Planet Sports sitzen hier, unweit der S-Bahn-Station Mittersendling, und mitten drin – thematisch passend – das Gravity Lab.

Zwar ist das Konzept ein anderes, aber neben der Freestyle Academy in Stuttgart ist es die einzige ganzheitliche Freestyle-Halle in Deutschland.

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Under Armour, Blue Tomato, GoPro sponsern

Ganz ohne öffentliche Förderung hat Sabine Schmalschläger das Gravity Lab mit 1700 Quadratmetern nach vier Jahren Planung im Herbst 2016 eröffnet. Unterstützt wird sie von den Brands Under Armour, Blue Tomato und GoPro. Die Actionkamera-Spezialisten sind auch bei der Halle in Stuttgart, zusammen mit K2, TSG und Burton.

Rob „J“ Heran in seinem Element (Quelle: ION / Bartek Wolinski)
Rob „J“ Heran in seinem Element
Bild: ION / Bartek Wolinski

Beim Gravity Lab in München half die öffentliche Hand weder bei der Standortsuche, noch finanziell. Dabei gibt es genügend Wege, wie Schulen, Vereine und Verbände vom Gravity Lab profitieren könnten.

„Die grundsätzliche Akzeptanz für Sportarten wie Skaten, Snowboarden oder Surfen fehlt in der deutschen Bevölkerung und bei Eltern einfach noch“, sagt Rob „J“ Heran, Profi-Mountainbiker und Ambassador des Gravity Labs.

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Gravity Lab bietet vier Areas

Anders ist das offensichtlich in den Elternhäusern von David (13) und Leni (14). Beide versuchen jeden Mittwoch, aus Bayrischzell und dem Allgäu nach München zu kommen, um im Gravity Lab wetterunabhängig trainieren zu können.

Die Teenager sind im bayerischen Landeskader Freeski. In der Halle finden sie nahezu optimale Trainingsbedingungen.


Dazu ist das Gravity Lab in vier Bereiche unterteilt:

  1. Parkour-Area mit Tumblingbahnen, Airtrack, Slackline und Stangengerüsten – legt den Schwerpunkt auf Akrobatik-Training.
  2. Auf neun Freestyle-Trampolinen und zwei Freestyle-Supertrampolinen können das Gefühl für Air-Time und Rotationen in der Luft trainiert werden.
  3. Bowl, Miniramp und Kicker bieten Trainingsmöglichkeiten mit Rollski, Skateboard, BMX etc.
  4. Eine Big-Air-Rampe mit drei Absprungmöglichkeiten und mit Landung in einem Airbag ist ideal für das Training von neuen Tricks oder nach Verletzungen.

Freestyle-Elite zu Besuch im Gravity Lab

Durch dieses Konzept sollen sich vom Parkour-Athleten über den Freeskier bis hin zum Biker alle angesprochen fühlen. Denn die Anforderungen, die diese Sportarten in punkto Akrobatik, Motorik, Athletik und an das Gefühl für Rotationen in der Luft stellen, sind nahezu identisch. 

Freestyler aus aller Welt haben die Trainingsmöglichkeit Gravity Lab schon genutzt: zum Beispiel die Freeskier Tom Wallisch, Jesper Tjäder, Sandra Lahnsteiner und ihre Crew Shades of Winter, der American Ninja Warrior Alan Connealy, aber auch das US-Ski-Ass Julia Mancuso. Alle seien begeistert gewesen, sagt Initiatorin Schmalschläger. 

Sport muss Spaß machen

Ihr ist es aber auch wichtig, dass die Halle nicht nur fortgeschrittene Freestyler anspricht. Vielmehr gehe es darum, dass insbesondere Kinder Spaß an der Bewegung finden.

„Sport muss Spaß machen. Bei uns in Deutschland ist Sport immer mit Leistung, Erfolgen und Medaillen verbunden“, sagt Schmalschläger. Nicht jedes Kind sei dafür geeignet. Und für diese Kinder biete der Staat kaum Alternativen. Dieser Leistungsdruck zähle für das Gravity Lab nicht.

Das Gravity Lab in München bietet Indoor-Action für die Freestyle-Szene. (Quelle: Timo Denz)
Das Gravity Lab in München bietet Indoor-Action für die Freestyle-Szene.
Bild: Timo Denz

Inspiration hat sich die Mutter von zwei Jungs bei Hallen in den USA, Kanada sowie der Schweiz geholt und dort auch eine ganz andere Atmosphäre vorgefunden. Deutschland brauche einen anderen Spirit, findet Schmalschläger: „In den USA wirst du als Kind gefeiert, wenn du einen Strecksprung machst; bei uns wird dir gesagt, dass der Fuß noch mehr gestreckt sein muss.“

Gravity Lab: Einführungskurs ist Pflicht

Rob J, inzwischen selbst Vater von zwei Jungs, glaubt, dass diese Entwicklung noch kommen kann. „Natürlich braucht es mehr solcher Hallen“, sagt der Mountainbiker, „die Kinder wollen ja versuchen, das, was sie im Computerspiel und im Internet sehen, in die Realität umzusetzen.“

Dabei sei in erster Linie professionelle Betreuung nötig. Sowohl im Gravity Lab, als auch in der Stuttgarter Freestyle Academy arbeiten deshalb ausgebildete Trainer und ein Einführungskurs ist in beiden Hallen Pflicht. 


Womit man schon bei der Herausforderung der kommerziellen Sporthallen ist: Sie sind natürlich eine kostenintensive Angelegenheit. Denn eigentlich müsste „Nachwuchsförderung auch stattfinden, wenn sich Eltern das nicht leisten können“, sagt Schmalschläger.

Vielleicht wächst die Akzeptanz ja mit der nächsten Generation Eltern. Rob J verbringt seine Freizeit jedenfalls nicht an der Seitenlinie eines Fußballplatzes, sondern auch mal am Pumptrack. Seine Jungs sind dort mit Laufrad und 14-Zoll-Bike unterwegs.

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 (Quelle: CK)
Ein Beitrag von Claudia Klingelhöfer, Autorin
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