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 Zum Hashtag-Verbot in Rio: Die besten Reaktionen
OLYMPIA | 01.08.2016

Social Media und Sponsoring bei den Olympischen Spielen

Hashtag-Zensur bei Olympia: Reaktionen auf das IOC-Verbot

Zum Hashtag-Verbot in Rio: Die besten Reaktionen. So wirbt Sixt mit seinem Rio-Hashtag auf Facebook. (Quelle: www.facebook.com/sixt.autovermietung/)
So wirbt Sixt mit seinem Rio-Hashtag auf Facebook.
Bild: www.facebook.com/sixt.autovermietung/
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Das Internationale Olympische Kommitee (IOC) untersagt Unternehmen, die keine Olympia-Sponsoren sind, die Hashtags der Sommerspiele in Rio in den sozialen Medien zu verwenden. Das sorgt für Hohn und Spott  – und provoziert einige kreative Beiträge im Netz.

Umweltschutz-Vergehen, Dopingskandale, fragliche Nachhaltigkeit: Gründe, Sinn und Integrität dieser Olympischen Spiele und des IOC anzuzweifeln, lassen sich auf vielen Ebenen finden.

Lesen Sie hier: Bis zu 2 Milliarden – so viel lassen sich die Unternehmen das Olympia-Sponsoring kosten

IOC untersagt Hashtag #Rio2016

Ein weiteres Beispiel: Die Organisation will unter anderem Unternehmen, die keine offiziellen Sponsoren sind, verbieten, die entsprechenden Hashtags in die sozialen Medien wie Facebook, Instagram und Twitter zu verwenden – etwa: #Rio2016, #Olympia2016 oder #OlympischeSpiele. Auch die Olympischen Ringe darzustellen, ist tabu.


Wie der Politiker und Autor Malte Spitz zusammengefasst hat, stehen für Nicht-Sponsoren sogar die Worte „Sommer“ und „Spiele“ auf dem Index. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) verweist auf die Regel 40 der olympischen Charta, die es Unternehmen, die nicht Olympia-Partner sind, verbietet, sich mit Olympia in Verbindung zu setzen.

Viele Sportler und ihre persönlichen Partner empfinden dies als Social-Rundumschlag des IOC: Entsprechend deutlich war die Resonanz im Netz, dem sich als IOC-Verlängerung gerade auch der DOSB auf Twitter ausgesetzt sieht. 

Einige findige Unternehmen haben sich diesen Aufreger nun zu eigen gemacht – und spielen nun öffentlichkeitswirksam mit den teilweise absurden IOC-Verboten. Hier eine Auswahl:

Fake-Mahnung für Papst Franziskus

Papst Franziskus wird auf Twitter zurechtgewiesen (Quelle: Twitter.com)
Papst Franziskus wird auf Twitter zurechtgewiesen
Bild: Twitter.com

Warme Worte gibt Papst Franziskus den Athleten der Olympischen Spiele auf den Weg, mit dem in diesem Fall erlaubten Hashtag #Rio2016. 

Darauf erntet der Pontifex prompt eine Mahnung vom  Fake-Account Official_Rule40: „@Pontifex, bitte nehmen Sie davon Abstand, #Rio2016-geschützte Begriffe zu verwenden. Als globale Marke verstoßen Sie gegen olympische Regularien.“

Auch Donald Trump, das Weiße Haus und das NFL-Team der Houston Texans erhielten Maßregelungen des inzwischen gesperrten Accounts – der offenbar das Ziel hatte, die Hashtag-Maßregelung des IOC zu parodieren.

Sixt setzt auf Kleingedrucktes

Der Autovermieter Sixt umgeht das Werbeverbot nicht-offizieller Olympia-Partner kreativ: Via Twitter wirbt das Unternehmen mit dem Hashtag #CabRio2016. 

Auch einen Seitenhieb auf den Olympia-Veranstalter kann sich Sixt nicht verkneifen: „Sportlicher als das IOC erlaubt.“

Garmin parodiert IOC-Verbot

Der Hashtag #OlympischeSpiele ist also tabu – Garmin, Hersteller von Navigationsgeräten, nennt also „#Olympixxxxx Spiexx". Aus Rio wird eine Stadt in Brasilien. Die Athleten, die das Unternehmen unterstützt, zu zeigen ist ebenfalls nicht erlaubt. „Genießt es!“, schreibt Garmin: „Lebt im Moment und gebt euer Bestes!“

Sprinter Knipphals zensiert sich selbst

Sven Knipphals, in Rio als Sprinter am Start, hätte gerne vor der Abreise seine neue Bestzeit mitsamt seinen Sponsoren genannt – für Athleten ein durchaus übliches Vorgehen. Stattdessen zensiert er sich selbst, zeigt ein Bild von einem Wald – und stellt die Methoden des IOC grundsätzlich in Frage. Mit Olympia in Verbindung gebracht werden dürfe eben nur, „wer ordentlich Patte bezahlt“.

Wortneuschöpfung von Real

Aus einem Prospekt: So wirbt Real mit den Olympischen Spielen. (Quelle: twitter.com/IlseMohr)
Aus einem Prospekt: So wirbt Real mit den Olympischen Spielen.
Bild: twitter.com/IlseMohr

Die Journalistin Ilse Mohr entdeckte in einem Print-Prospekt die etwas eigenwillige Art und Weise der Real-Warenhäuser, auf den Olympia-Zug mitaufzuspringen: Aus Olympia wird dort „OOOH LYMPIA“.

Fußballerin Alex Popp hat keinen Bock mehr

Mit weniger Humor nahm Alexandra Popp die Verbote auf: Die Fußball-Nationalspielerin kündigte auf Facebook an, gleich gar nicht mehr aus Rio zu berichten. Die User sollten sich beim DFB über alle Neuigkeiten informieren. „Es kann tatsächlich bis zu einem Turnierausschluss kommen und das will glaub ich niemand von uns“, begründet Popp ihre Entscheidung.

Aus sicherer Entfernung: Darf die NASA das?

Aus sicherer Entfernung gepostet: Die Nasa postet ein Weltraumbild von Rio. (Quelle: www.twitter.com/NASA_Astronauts)
Aus sicherer Entfernung gepostet: Die Nasa postet ein Weltraumbild von Rio.
Bild: www.twitter.com/NASA_Astronauts

Aufmerksamkeit braucht die NASA nun wirklich keine mehr: Ob sie trotzdem über Olympia 2016 schreiben darf? Der Vorteil der Astronauten: Eine Strafe wird sie sicher nicht unmittelbar treffen, dafür wurde der Tweet aus sicherer Entfernung gepostet.

Julian Galinski (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von Julian Galinski, Leitender Redakteur
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