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 Sneaker-Kult: Das Vermächtnis des Kobe Bryant
China | 08.07.2016

Exklusive Sneaker-Show auf der ISPO SHANGHAI

Sneaker-Kult in China: Das Vermächtnis des Kobe Bryant

Sneaker-Kult: Das Vermächtnis des Kobe Bryant. Der absolut unverkäufliche Adidas Schuh "The Kobe Two Flag". Es gibt insgesamt nur fünf Exemplare auf der ganzen Welt. (Quelle: Florian Pertsch)
Der absolut unverkäufliche Adidas Schuh "The Kobe Two Flag". Es gibt insgesamt nur fünf Exemplare auf der ganzen Welt.
Bild: Florian Pertsch
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Chinas Mittelschicht entdeckt den Konsum für sich und investiert fleißig in Sportartikel. Sneaker stehen ganz oben auf der Einkaufsliste – je seltener, desto besser. Die Jagd nach den Juwelen der Sneaker-Branche wird mit harten Bandagen geführt. 

Dickes Plexiglas und zwei extra engagierte Wachmänner beschützen auf der ISPO SHANGHAI die heiße Ware im Wert von rund 150.000 Euro.

Was hier bewacht wird, ist aber nicht irgendeine supermoderne Erfindung mit neuester Weltraumtechnologie – sondern Schuhe. Basketball-Sneaker um genau zu sein. In Europa und den USA bereits seit vielen Jahren ein beliebtes Sammel-Objekt, schwappt die Sneaker-Welle nun auch nach China.


Die ISPO SHANGHAI widmet diesem in China noch recht neuen Trend mit der ISPO X ULSUM Sneaker Show eine eigene Plattform und präsentiert mit Ulsum-Gründer und Chefredakteur Ammo Dong eine sehr seltene Sneaker-Kollektion mit den Modellen des Ex-NBA-Stars Kobe Bryant.

Kobe Bryants „The Kobe Two Flag" ist unverkäuflich

Bryant, der fünf NBA-Meisterschaften mit den Los Angeles Lakers gewann, ist wie Chicago-Bulls-Legende Michael Jordan ein absoluter Star in China und wird gerade zu vergöttert. Dementsprechend beliebt sind auch die Signature-Schuhe des Basketballers, der während seiner 20-jährigen Karriere bei Adidas und bei Nike unter Vertrag stand.

„In unserer Sneaker-Show ist der „The Kobe Two Flag“ von Adidas der mit Abstand begehrteste Schuh. Vom Model mit der US-Flagge gibt es genau fünf Paar auf der ganzen Welt, dieser Schuh ist eigentlich unverkäuflich“, so Sneaker-Experte Dong, der zu jedem der Exponate eine Anekdote erzählen kann und das auch als Hauptaufgabe der Sneaker-Show sieht: Die Geschichten hinter den Schuhen den ISPO-Besuchern vermitteln. 

Kobe Bryant unterschreibt Sneaker seiner Fans im House of Mamba in Shanghai. (Quelle: Nike)
Kobe Bryant unterschreibt Sneaker seiner Fans im House of Mamba in Shanghai.
Bild: Nike


Im Falle des „The Kobe Two Flag“ soll Kobe Bryant der damaligen Highschool-Sensation LeBron James – heute dreifacher NBA-Champion und Superstar der Cleveland Cavaliers – ein Paar als Geschenk geschickt haben. 

Die Geschichten hinter den Schuhen: „Es gibt nur fünf Stück auf der Welt"

Und so ranken sich um jedes der rund 40 ausgestellten Paare eine oder gleich mehrere Geschichten, die den Sneaker-Kult und die horrenden Sammler-Preise ausmachen.

„Ich habe die Kollektion von einem befreundeten Sammler, der so nett war, sie mir zur Verfügung zu stellen. Ich musste ihm hoch und heilig versprechen, dass ich alle Schuhe wieder heil abliefere“, so Dong über den Mann, der namentlich nicht genannt werden möchte, zumindest aber verrät, dass seine Sammlung weit über hundert solcher kostbaren Paare umfasst.

Auf die Frage, wie er an die teilweise fast heiligen Sneaker herankommt, antwortet er nur mit einem vielsagenden Lächeln. Ulsum-Gründer Dong kann zumindest ein wenig Hilfestellung bei der Klärung dieser Frage geben.


Der heiße Kampf um seltene Sneaker

„Bei den sogenannten Quick Strikes werden sehr seltene Kollektionen oder neue Sondermodelle ohne Vorankündigung für einen kurzen Zeitraum verkauft“, so Dong, der mit seiner Sneaker-Website von Firmen wie Nike, Li-Ning oder Under Armour vor ab von solchen Events informiert wird und so den Usern die Termine exklusiv mitteilen kann.

Wer bei solchen Events auf eines der begehrten Paare hofft, sollte nach Meinung Dongs auf keinen Fall zimperlich sein, denn „gelegentlich kommt es vor den Läden auch zu Schlägereien“.

Der Hype beschränkt sich dabei nicht nur auf die US-Marken. Auch chinesische Unternehmen wie Li-Ning oder Anta werden bei Sammlern nachgefragt, was unter anderem auch daran liegt, dass sie NBA-Stars wie Dwyane Wade (Li-Ning) und Klay Thompson (Anta) unter Vertrag haben.

„Vom Li-Ning-Model „Way of Wade 4 AllStar“ wurden nur 100 Paar produziert, wobei für den Release in Shanghai gerade mal acht Paar vorgesehen waren“, erzählt Dong eine weitere Anekdote: „Vor dem Laden gab es eine Lotterie, wer den Schuh kaufen darf, und es kam es zu Tumulten. Denn bei der Jagd nach den seltenen Modellen geht es oft sogar so weit, dass professionelle Sneaker-Reseller bis zu 200 Bauern als potenzielle Käufer für Geld vor den Laden stellen, um bei der Lotterie eine bessere Los-Chance zu haben.“

Ammo Dong (r.) mit dem Sammler der kostbaren Sneaker. Weit über 100 Stück sollen sich in seiner Sammlung befinden. (Quelle: Florian Pertsch)
Ammo Dong (r.) mit dem Sammler der kostbaren Sneaker. Weit über 100 Stück sollen sich in seiner Sammlung befinden.
Bild: Florian Pertsch

Der Sammler-Markt ist also bereits auch in China hart umkämpft, wobei Dong den echten Sammler-Kern der Sneaker-Heads auf ungefähr 100.000 Personen schätzt. 20 Paar neue Schuhe im Jahr sind da keine Seltenheit, ganze Zimmer mit Schuhkartons ein gewohntes Bild.

Am Ende der Sneaker-Lehrstunde zeigt Dong dann noch ganz stolz seinen persönlichen Schatz: Ein Paar Nikes aus dem Jahr 2009, getragen von Russell Westbrook, Star der Oklahoma City Thunder, während der NBA Playoffs 2012. Wert? Schlappe 2200 Euro.

Florian Pertsch (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von Florian Pertsch, Autor
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