ISPO.com is also available in English ×
 Wassersport-Paradies Hainan: Chinas tropischer Süden
China | 06.07.2016

Sport-Tourismus auf Chinas größter Insel

Wassersport-Paradies Hainan: Surfen im tropischen China

Wassersport-Paradies Hainan: Chinas tropischer Süden. Die guten Bedingungen um Hainan locken bei Events auch Profis wie Ned Snow aus den USA an. (Quelle: imago)
Die guten Bedingungen um Hainan locken bei Events auch Profis wie Ned Snow aus den USA an.
Bild: imago
Artikel bewerten:
Ab auf die Insel: Hainan ist ein chinesisches Urlaubsparadies, in dem die Touristen-Zahlen steigen. Jetzt soll auch der Sport im tropischen Klima boomen. Doch neben dem finanziellen Erfolg leidet die Insel auch unter der Zerstörung von Natur und historischen Orten.

Portugal, Bali oder vielleicht doch in Richtung USA? Das perfekte Reiseziel zu finden, gleicht manchmal der Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen. Es darf nicht zu überfüllt sein und trotzdem bloß nicht zu weit abseits der Zivilisation. Auch Sportmöglichkeiten wären nett.

Eine Destination, die für Surfer – gerade auch bei Anfängern – immer beliebter wird, ist die chinesische Insel Hainan im Südwesten des Landes.

Lesen Sie hier mehr über Surfen in China.


„China will den Tourismus fördern“

„Hainans Klima ist sehr tropisch. Es ist vergleichbar mit dem Mittelmeer für Nordeuropäer oder Florida und Hawaii für US-Amerikaner“, sagt Jason Liu, Gründer und CEO des Tourismus-Nachrichtenportals Tripvivid.com.

Laut Tourismus-Büro Hainan kamen 2015 rund 53 Millionen Besucher und lediglich 358.200 internationale Gäste. Bis 2020 werden bereits 1,2 Millionen Ausländer auf Hainan prognostiziert.

Ein Trend, der nach Ansicht Lius, mit Hilfe der chinesischen Regierung noch deutlich ansteigen soll. „China ist sehr darauf bedacht, den Tourismus zu fördern, denn im Gegensatz zu den restlichen Industriezweigen wächst diese Branche noch zweistellig. Es wird also nach Alternativen zur produzierenden Industrie gesucht“, so Liu.

Lesen Sie hier, warum Surfen in China gerade boomt

Wassersport im Urlaub: Surfen, Kajak, SUP

Unterstützt wird dies auch dadurch, dass die komplette Provinz Hainan eine Sonderwirtschaftszone ist, die sich durch sehr niedrige bis gar keine Steuern für Investoren auszeichnet und die Insel so zur „am weitest entwickelten Reisedestination in China“ macht.

Wassersport soll auf Hainan boomen: Die Temperaturen sind mit Florida zu vergleichen. (Quelle: Imago)
Wassersport soll auf Hainan boomen: Die Temperaturen sind mit Florida zu vergleichen.
Bild: Imago

Eine gute Grundlage für ein Land, das den Reise-Trend durch eine immer wohlhabendere Mittelschicht befeuert und „Reisen so definitiv zum neuen Lifestyle gehören wird“. Ein Lifestyle, der vor allem auch den Wassersport entdeckt. Für Chinesen in der Vergangenheit ein eher unzugängliches Thema, ist das Interesse an Sportarten wie Stand-Up-Paddling, Surfen und Kayaking auf der Multisegment-Sportmesse ISPO SHANGHAI immens. 

Lesen Sie hier mehr zu Stand-Up-Paddling in China

Um die ambitionierten Prognosen für ausländische Touristen zu erfüllen, gibt es seit Ende Mai dieses Jahres erstmals Direktflüge nach Haikou. Zwei Mal pro Woche wird die Hauptstadt der Insel von Rom aus mit Hainan Airlines angeflogen.

Zusätzlich gestaltet sich die Einreise dabei „völlig problemlos, ein gewöhnliches Touristen-Visum reicht für Einzelreisende“, so Liu. Für Paare und Gruppen unter fünf Personen ist die Einreise sogar noch etwas einfacher. Hier gilt die Regelung: Bei einem Aufenthalt bis 15 Tage genügt ein am Flughafen Haikou ausgefülltes „Landing Visa“.

Der Sportmarkt in China startet gerade richtig durch: Bald könnte er der größte der Welt sein.


„Wir zerstören historische Orte und die Natur“

Besonders empfehlenswert sind die Strände im Süden der Insel, vor allem die Küste östlich des Surf-Mekkas Sanya. Dass die Wellen auch Profiansprüchen genügen, beweist die Tatsache, dass die World Surf League (WSL) und die International Surfing Association (ISA) in Riyue Bay bereits Surf-Contests abgehalten haben.

So sehr Tripvivid-CEO Liu die Erschließung Hainans positiv sieht, einen Kritikpunkt bringt er dennoch hervor. Denn mehr Touristen bedeutet natürlich auch mehr verfügbare Betten und Hotels – und dieser Ausbau geht nicht immer besonders nachhaltig von statten.

„Das bisherige Business-Modell muss sich ändern, denn noch ist es sehr oberflächlich“, mahnt Liu: „Das Geschäft entwickelt sich zu schnell, und wir zerstören zu viele historische Orte und die Natur. Wir müssen es schaffen, das kulturelle Erbe für die junge Generation – für die Millennials – interessant zu machen.

Florian Pertsch (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von Florian Pertsch, Autor
Kommentare
Top Themen
ISPO Newsletter
ISPO Newsletter
Jetzt anmelden
Social Media