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 Denim stellt sich gegen die Athleisure-Übermacht
Textilien | 03.05.2016

Textiltrends – Denim versus Athleisure

Kolumne: Denim verteidigt sein Revier gegen Athleisure

Denim stellt sich gegen die Athleisure-Übermacht. Trotz der Zunahme von Yoga- und Sportbekleidungsmarken, die ihr Bestes geben, um den Wunsch ihrer Kunden nach einer Kombination aus modischer und sportlicher Bekleidung zu erfüllen und dadurch den neuen Lifestyle-Trend „Athleisure“ unterstützen, verteidigen Denim-Anbieter ihr Revier.
Trotz der Zunahme von Yoga- und Sportbekleidungsmarken, die ihr Bestes geben, um den Wunsch ihrer Kunden nach einer Kombination aus modischer und sportlicher Bekleidung zu erfüllen und dadurch den neuen Lifestyle-Trend „Athleisure“ unterstützen, verteidigen Denim-Anbieter ihr Revier.
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Das technologische Crossover aus allen Bereichen der Textilindustrie hält weiterhin an, da Unternehmen nach wie vor neue Wege und potenzielle Märkte ausloten, indem sie Know-how und Technologie in neue Anwendungen transferieren. Denim ist einer der Textilbereiche, der voll auf Leistungstechnologie setzt, ohne dabei die inhärenten Aspekte dieser Stapelfasern, die ursprünglich aus Baumwolle gewonnen wurden, zu vernachlässigen.

Die Fortsetzung dieses Crossover und Know-how ist ein wichtiger Bereich der Mega-Trends von ISPO TEXTRENDS, der in Form von „New Horizons“ für Frühjahr/Sommer 2018 sowie „Neoteric“ für Herbst Winter 2018/2019 aufgegriffen wird

Das Erfolgsgeheimnis von Denim

Verbraucher, die statt Jeans lieber Yoga-Hosen tragen, und das Aufkommen von Athleisure, haben die Denim-Industrie in ihren Grundfesten erschüttert. Doch Denim-Webereien und -Marken sehen dieser Herausforderung gelassen entgegen. Sie reagieren mit innovativen und kreativen Produktvorstellungen auf diesen Trend, um sich weiterhin die Pole Position für Denim zu sichern.

Trotz der Zunahme von Yoga- und Sportbekleidungsmarken, die ihr Bestes geben, um den Wunsch ihrer Kunden nach einer Kombination aus modischer und sportlicher Bekleidung zu erfüllen und dadurch den neuen Lifestyle-Trend „Athleisure“ unterstützen, verteidigen Denim-Anbieter ihr Revier. Dabei werden neue Wege in Form von Performance Denim eingeschlagen. Dieses kombiniert weicher gestrickte, leistungsstarke Denim-Stoffe mit traditionellen Sportbekleidungsfunktionen wie Feuchtigkeitsregulierung, Anti-Rip-Funktion, Wärmeregulierung und UV-Schutz.

Performance Denim mit Anti-Rip-Funktion, Soft-Touch-Material und Aramidfasern, die sich perfekt für Straßensportarten eignen, wird genauso wie hochfunktionaler Denim mit antibakterieller Wirkung, Cool-Touch-Funktion und saisonalen Wärmeanwendungen angeboten. Funktionen, die normalerweise mit klassischer Sportbekleidung in Verbindung gebracht werden, sind nun auch in der Denim-Industrie zu finden.


Performance Denim ist funktional und modisch

Orta Anadalou war eine der ersten Denim-Webereien, die das Potenzial erkannte, das Performance Denim als Kombination aus funktionaler und zugleich modischer Jeansbekleidung bietet. Die bei ISPO TEXTRENDS vorgestellte Kollektion beinhaltet Cool Air, ein sehr stretchfähiges Denim-Material in Form einer Hybridmischung aus Baumwolle/Elasthan und Polyester, wobei letzteres zusätzliche Funktionen wie Feuchtigkeitsregulierung ermöglicht. Black Ice ist eine weitere Baumwoll-/Elasthan-/Polyestermischung, deren Schwerpunkt auf Wärmeregulierung und UV-Schutz liegt. Orta Anadalou hat zudem das schwarze Garn von Emana Fir in seine Biokinetik-Kollektion integriert und bietet so bioaktive Energie, die Durchblutung und Hautfarbe verbessert und ein überaus angenehmes Tragegefühl ermöglicht. 

Hybridmischungen und der Stretchfaktor  

Ein wichtiger Trend im Denim-Sektor ist der vermehrte Einsatz von Stretch Denim, sprich Baumwoll-/Elasthanmischungen oder Hybridmischungen aus Baumwolle/Nylon und Elasthan, die umfassende Dehnungs- und Rücksprungeigenschaften sowie verbesserte Flexibilität mithilfe von 4-Wege-Stretchmaterial versprechen. Der Körper wird sanft umhüllt und gleichzeitig gestützt. Diese Hybridmischung erobert auch die Faserzusammensetzung von Denim. Statt traditioneller Baumwolle werden lieber innovative Mischungen eingesetzt, womit die Webereien auf die damalige Preisexplosion in der Baumwollindustrie reagierten. Heutzutage haben sich Baumwollpreise wieder stabilisiert, doch der Trend Hybridmischungen hält weiterhin an, da Denim-Anbieter wissen, dass Aussehen nicht alles ist. Ob funktionale Finishes oder Hybridmischungen: Denim lotet neue Grenzen aus, indem Anbieter eine ganze Generation neuer Stoffe vorstellen.

Angesichts der Tatsache, dass Sportbekleidung mittlerweile rund um die Uhr getragen wird, da Verbraucher den Komfort und die Leistung des Athleisure-Trends schätzen, setzen Denim-Anbieter mit deniminspirierten Single Knits für Yoga-Anwendungen entgegen, die mit neuen Funktionen den Markt erobern sollen.

Der Leistungsschub im Denimsektor lässt sich dadurch erklären, dass traditionelle Jeansmarken das Potenzial erkannt haben, sportliche Elemente zu integrieren. Dafür verändern sie nicht nur bisherige Kollektionen, sondern führen auch neue Kollektionen auf dem Markt ein. Diesel erkannte als einer der ersten Hersteller dieses Potenzial und stellte sein „Jogg Jean“-Sortiment vor, die erste Hybrid-Jeans. Dabei handelt es sich um einen gestrickten Jeansstoff, der die Jersey-Eigenschaften von Sportbekleidung mit dem authentischen Design einer Jeans verbindet.

Klassische gewebte Denim-Stoffe sind nach wie vor beliebt und werden zusätzlich in Hybridmischungen verarbeitet, die dank ihrer Dehnungs- und Rücksprungeigenschaften eine höhere Flexibilität bieten. Denim-Webereien setzen jedoch auch vermehrt auf gestrickte Materialien und entwickeln weichen und flexiblen gestrickten Denim, der das Aussehen von gewebtem Denim imitiert.

Denim Webereien sind weiterhin sehr beliebt und finden hohen Anklang in der Sportbranche. (Quelle: Denim PV 2)
Denim Webereien sind weiterhin sehr beliebt und finden hohen Anklang in der Sportbranche.
Bild: Denim PV 2

Zusammenarbeit zwischen Webereien und Marken 

Während das Crossover aus Technologie und intelligenten Materialien weiterhin neue Chancen generiert, arbeiten Webereien und Marken zudem verstärkt zusammen, um das perfekte Produkt zu entwickeln. Der neueste Zugang auf dem Athleisure-Markt ist die gemeinsam Einführung von Hyperskin der Denim-Weberei ISKO und Replay. Hierbei handelt es sich um eine Denimkollektion, die Stil, Leistung und Leichtigkeit miteinander vereint. Das Ergebnis: ein klassischer Jeanslook mit dem Komfort einer Sporthose.

Das neue Konzept von Hyperskin basiert auf äußerst elasthischen, federleichten Stoffen mit umfassender Flexibilität, Dehnungs- und Rücksprungeigenschaften und einem Gewicht von nur 200 Gramm/m² - die perfekte Mischung für Bewegungssportarten, da sich die Hose dank der Zusammensetzung und des Aufbaus des Stoffs den Bewegungen des Trägers anpasst, diesen schützt und so wie eine Art zweite Haut fungiert.

Nachhaltigkeitsfunktionen:

Lyocell entwickelt sich zunehmend zu einem beliebten Partner an der Jeansfront. In Kombination mit Baumwolle, Elasthan und synthetischen Garnen werden superweiche Hosen geschaffen, die weiterhin das authentische Aussehen von Jeans bieten. Im Faserbereich greifen viele Webereien verstärkt auf Tencel zurück, um Zweifach- und Mehrfach-Denimfasermischungen zu entwickeln, wobei Tencel dem Endprodukt seine superweiche Haptik verleiht. Eine Zusammenarbeit zwischen Lenzing und Invista führte zu einer Jeans, die sowohl Coolmax als auch Tencel von Lenzing beinhaltet. Dem Träger werden kühler, trockener Komfort, eine weiche Fasermischung und hohe Nachhaltigkeit geboten. Dies liegt daran, dass Coolmax EcoMade Fasern zu 97 Prozent aus recyceltem Polyester bestehen, der aus Plastikflaschen und anderen Abfallmaterialien gewonnen wird.

Performance Denim für urbane Sportarten

Zudem werden Pro Modal und Modal von Lenzing auch in Mehrfachmischungen mit Coolmaxkombiniert, die eine superweiche und zugleich voluminöse Haptik bieten.  Der Leistungsaspekt von Coolmax wird per Schussflottung vernäht, wodurch die Cool-Touch-Funktion direkt auf der Haut aufliegt.

Cone Denim hat sein Performance-Denim-Sortiment erweitert und Markenfasern wie Sorbtek, Coolmax und Dri-Release integriert, um zusätzliche Funktionen anzubieten. Cone gilt als Pionier unter den Webereien, da es schon früh Dyneema, eine superstarke Synthetikfaser, verwendete, die 15 Mal stärker als Stahl ist. Die Nachfrage nach abriebfestem und zugleich weichem Denim nimmt insbesondere bei Straßensportarten vermehrt zu, wobei andere Webereien auf die Markenfaser Dyneema setzen, um dem Material eine robustere Haptik zu verleihen. Prosperity Textile hat die Blue Force Denimstoffe mit einem verstärkten Schutz durch Dyneema vorgestellt, die sich durch federleichte, flexible Materialien und ein superweiches Tragefühl auszeichnen. F2 ist ein Sortiment, das Strickdenim mit Celliantanbietet, einem biotechnischen Produkt, das die Durchblutung anregt und sich dadurch perfekt für Yoga eignet.

Das Potenzial von Performance Denim befindet sich noch ganz am Anfang, doch Denim-Webereien suchen bereits eifrig nach neuen Inhaltsstoffen, die sich im Sportbereich bewährt haben, um diese in ihre Hauptkollektionen zu integrieren. Das Ergebnis ist ein authentischer Denimlook mit verbesserter Leistung und neuen Anwendungen, die Denim neuen Aufschwung gegeben haben.


Wichtige Trends:

  • Aussehen - die neue Generation an Denim-Produkten, ob gestrickt oder gewebt, muss wie echter Denim aussehen, um dem Kunden zu gefallen
  • Stretchfasern, einschließlich Elasthan, sind wichtig, um umfassende Flexibilität zu garantieren
  • Aramidfasern werden entwickelt, um weicheren, robusteren Denim anzubieten
  • Klassische Faserfunktionen von Sportbekleidung wie Wärme- und Feuchtigkeitsregulierung, antibakterielle Wirkung und UV-Schutz halten auch im Denimsektor Einzug
  • Es erwarten Sie viele weitere Entwicklungen im Denimbereich dank neuer federleichter Materialien mit hervorragenden Stretcheigenschaften und verbesserter Leistung

ISPO TEXTRENDS wird die neuesten Trends für Frühjahr/Sommer 2018, darunter auch Denim, bei der ISPO SHANGHAI im Juli vorstellen. Stoff- und Komponentenhersteller haben immer noch Zeit, sich für diese innovative Sourcing-Plattform anzumelden. Weitere Informationen finden Sie auf textrends.ispo.com

Stars at the ISPO MUNICH 2016 (Quelle: Messe München GmbH)
Eine Kolumne von Louisa Smith, Trend-Scout
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