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 Nicht ohne meinen Trockenanzug
Wassersport | 21.03.2016

ISPO-Redakteur Flo Pertsch testet Winter SUP

SUP-Test: Nicht ohne meinen Trockenanzug

Nicht ohne meinen Trockenanzug. Mario Stecher (r.) und ISPO.com Redakteur Flo Pertsch nach der Ausfahrt (Quelle: Florian Pertsch)
Mario Stecher (r.) und ISPO.com Redakteur Flo Pertsch nach der Ausfahrt
Bild: Florian Pertsch
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Grundsätzlich lässt sich die Menschheit in zwei Gruppen einteilen: Personen die Kälte mögen – und Personen die keine Kälte mögen.

Ich zähle mich ganz klar zu den Menschen, die nicht gerne frieren. Je wärmer, desto besser, dem Winter in Deutschland entfliehen so gut es geht. Dementsprechend skeptisch stand ich also einem Selbsttest der Trendsportart Winter Stand Up Paddling zunächst gegenüber.

Experten für Winter SUP

Schnee, Kälte und ein zugefrorener See – und das auf einem wackeligen Brett. Wollte mich die Redaktion durch die Eisblume mobben? Ich ließ mich breitschlagen und vereinbarte mit den Stecher-Twins Manuel und Mario ein Treffen am Hotel Fischer am See in Heiterwang, Österreich.


Die beiden Allgäuer sind im deutschsprachigen Raum Experten für Winter SUP und empfingen mich bestens gelaunt in der verschneiten Winterlandschaft. So ganz konnte ich die Euphorie der Zwillinge nicht teilen, bei minus drei Grad Celsius und leichtem Schneefall. Wie gesagt: Frostophobie!

(Lesen Sie hier die Geschichte der Stecher-Zwillinge)

Nachdem ich mich in den geliehenen Trockenanzug gezwängt hatte, die Neoprenschuhe übergestülpt waren und mir klar wurde, dass eine zweimonatige Sportpause im Winter der Figur nicht sehr zuträglich ist, wurde ich von den Stecher-Twins direkt ins kalte Wasser geworfen.

Naja zumindest sinnbildlich. Die Aufgabe wurde als höfliche Bitte formuliert: „Stell dich einfach mal bis zum Hals in den See, damit du ein Gefühl dafür bekommst, wie dicht der Trockenanzug ist.“

Wassersport unter Extrembedingungen

Das Ergebnis: Trocken ist relativ. Am Übergang zu den Neoprenschuhen läuft langsam aber beständig das eiskalte Wasser des Sees rein, oben am Hals das gleiche Dilemma. „Ein bisschen Wasser ist in Ordnung, das wärmt sich gleich auf und dann ist es nicht mehr so schlimm“, beruhigt mich Manuel.

(Hier gibt es alle Informationen über die richtige Ausrüstung beim Stand Up Paddling)

Nun gut, denke ich mir, nachdem die Grenzen grob abgesteckt sind und das Wasser im Anzug dank der Körpertemperatur tatsächlich relativ schnell warm wird. Jetzt will ich auch auf so ein Brett.


Am Ufer erklärt mir Mario, dass ich es erst mal auf den Knien versuchen soll –und wenn ich mich damit sicher fühle, dann ist Aufstehen angesagt. Durch das sehr breite Brett mit viel Auftrieb ist es relativ einfach, die Balance zu halten, und so traue ich mich nach ein paar Zügen mit dem Paddel komplett in die Senkrechte. 

Auch hier: Leicht wackelig, aber noch im Rahmen. Und mit jedem Zug mehr auf den leicht angefrorenen See hinaus verstehe ich, was die Jungs mit der Aussage „wir lieben diese Ruhe im Winter“ meinen.

Trendsport mit Potenzial

Außer dem leisen Knirschen der dünnen Eisplatten, dem sanften Platschen des Paddels und dem eigenen Atemzug: ist nichts zu hören. Schnell gewinne ich Sicherheit auf dem Brett und wage auch mal einen Blick in die traumhafte Landschaft. Verschneite Berge, die Sonne die sich durch den Nebel kämpft – einfach traumhaft.

Und während wir gleichmäßig zurück ans Ufer paddeln, ertappe ich mich dabei, wie ich überlege, wann ich das nächste Mal einen Winter-SUP-Trip im Terminkalender unterbekomme. 

Verflixt, werden der Winter und ich jetzt doch noch Freunde? Muss ich meine Meinung zu Kälte noch einmal überdenken?

Vielleicht ja, aber nur unter einer Bedingung: Nicht ohne meinen Trockenanzug!

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Florian Pertsch (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von Florian Pertsch, Autor
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