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 „China entdeckt erst den High-Performance-Sektor“
ISPO-BEIJING | 23.02.2016

ISPO TEXTRENDS auf der ISPO BEIJING 2016

„China entdeckt erst den High-Performance-Sektor“

„China entdeckt erst den High-Performance-Sektor“. Louisa Smith ist Trendscout in der Textil-Branche: Sie sagt die Trends der nächsten Jahre voraus. (Quelle: Messe München GmbH)
Louisa Smith ist Trendscout in der Textil-Branche: Sie sagt die Trends der nächsten Jahre voraus.
Bild: Messe München GmbH
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Die Sportmode-Branche unterscheidet sich in Europa und Asien deutlich: In Europa setzt die Sport-Industrie auf den Trend „Athleisure", in Asien entwickelt sich der Mode-Markt erst. Doch die ISPO BEIJING zeigt: China und Asien holen schnell auf.

Louisa Smith, Jurorin bei ISPO TEXTRENDS, ist eine ausgewiesene Expertin mit über 20 Jahren Erfahrung als Trendscout in der Textilbranche. Sie erklärte auf der ISPO MUNICH, dass der „Athleisure“-Trend sich in Europa weiter fortsetzen würde. In China wird diese Entwicklung wohl noch auf sich warten lassen.

Die Sport-Mode entwickelt sich langsam

„Athleisure wächst immer weiter, speziell in der westlichen Hemisphäre. In Asien jedoch kommt der Trend langsam in Gang und hat aber noch nicht so ein hohes Level erreicht. Speziell in China entwickelt sich der Markt für traditionelle Sportbekleidung immer noch weiter“, erklärt Smith: „Die Konsumenten in China entdecken erst den High-Performance-Sektor. Das liegt auch daran, dass das Interesse am aktiven Sport weiter steigt.“


Sport als Freizeitbeschäftigung entwickelt sich in China erst zur Massenbewegung und so ist es nicht verwunderlich, dass das Design der Sportbekleidung eher zukunftsgetrieben ist und auf klassische chinesische Elemente verzichtet.

„Im Sportsektor spielt die Vergangenheit keine so große Rolle, da der Markt noch relativ jung ist. Ganz außer Acht gelassen, wird die chinesische Historie aber nicht: Gerade in den Prints und bei den Accessoires lassen sich die Designer von der immensen kulturellen Geschichte Chinas inspirieren“, sagt Smith.


Unterschiede zwischen Asien und Europa

Farblich unterscheidet sich China nicht nur von Europa. Im Vergleich mit den Nachbarn gehen die Chinesen einen ganz eigenen Weg. Während zum Beispiel in Südkorea knallige Farben sehr angesagt sind, geht nach Meinung Smiths der Trend im Reich der Mitte in eine andere Richtung: „Eine Farbpalette, die für China wie gemacht ist, wurde im ISPO TEXTRENDS Forum vorgestellt: Hazy Daze. Inspiriert von der Natur, handelt es sich bei dieser Palette um zurückhaltende Farbtöne, die durch kräftige Applikationen und Trims noch besser zur Geltung kommen“, gibt Smith ihre Einschätzung und hat noch einen farblichen Klassiker parat: „Rot geht im chinesischen Markt zum Beispiel immer.“

Hazy Daze ist zwar keine nach Aufmerksamkeit schreiende Farbpalette, aber sie ist dennoch ein Schritt in eine neue Richtung. Analog dazu wagen sich immer mehr chinesische Firmen auf das Feld der Innovation. Vorbei sind die Zeiten, in denen China nur als reiner Textil- und Bekleidungsproduzent bekannt war.




„Wir erkennen eine Zunahme an innovativen Entwicklungen, gerade im Bereich der Sportbekleidung. In der Vergangenheit war Taiwan auf diesem Sektor Marktführer. Zuletzt wurde viel Geld in neue Produktionstechniken, Inhaltsstoffe und neue innovative Membranen investiert“, fasst Smith zusammen.

Auf dem ISPO TEXTRENDS Forum der ISPO BEIJING werden einige dieser chinesischen Innovationen vorgestellt. Für die Sommer-Ausgabe der ISPO TEXTRENDS auf der ISPO SHANGHAI können Bewerber ab sofort ihre Unterlagen abgeben.

 

Florian Pertsch (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von Florian Pertsch, Autor
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