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 Smartwatches werden boomen: Sie sind die Zukunft
Innovation | 15.02.2016

Sport, Technologie und Schmuck auf der INHORGENTA MUNICH 2016

Smartwatches: Die Zukunft der Uhrenhersteller

Smartwatches werden boomen: Sie sind die Zukunft. Das nächste Ziel der Industrie: Smartwatches müssen noch besser gerüstet sein für Sport und Outdoor-Aktivitäten. Hier die Garmin fenix 3.  (Quelle: Garmin)
Das nächste Ziel der Industrie: Smartwatches müssen noch besser gerüstet sein für Sport und Outdoor-Aktivitäten. Hier die Garmin fenix 3.
Bild: Garmin
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Beim Laufen, Wandern oder auf dem Rad – in den meisten Outdoor-Sportarten wird der Wearable-Trend immer sichtbarer. Auf der ISPO MUNICH gab es ein eigenes Wearable-Forum, das die neuesten Tracker, Smartwatches und Fitness-Bänder vorstellte. Fortgesetzt wurde die Debatte auf der INHORGENTA MUNICH 2016, auf der viele Produzenten ihre smarten Uhren präsentierten.

Dort allerdings spaltet die Frage nach der Technologie die Aussteller: Wie viel smarte Innovation soll, wie viel muss in Zeiten der Smartwatches und der Smart Jewellery in den Luxusprodukten von heute stecken? Klar ist: Smartwatches sind ein Wachstumsmarkt, die Nachfrage steigt.

Das Institut für Demographie Allensbach fand 2015 heraus, dass 3,5 Millionen Menschen in Deutschland die Anschaffung einer Smartwatch planen, jeder vierte Deutsche immerhin interessiert sich laut Bitkom für die smarten Uhren – das machte die Uhrenhersteller auf das Wearable aufmerksam. 


Doch noch ringt die Uhrenbranche um den Umgang mit den Smartwatches: Marc Czemper, verantwortlich für das Uhrengeschäft in Europa bei Casio, sieht einen gespaltenen Markt zwischen „dem traditionellen Uhrenmarkt“ und dem Markt, der für Innovation zuständig ist, also die Uhr zur Smartwatch werden lässt. 

Sorgen müsse sich der klassische Uhrenhandel, weil seine Geschäftsanteile geringer werden, wenn die Nachfrage nach den Smartwatches steigt. Das findet Czemper zwar „besorgniserregend“, er sieht aber trotzdem auch eine Situation „voller Chancen“.

Ein Wearable für den Winter? Lesen Sie hier einen Bericht über die besten Produkte.

Hielt auf der INHORGENTA MUNICH 2016 einen Vortrag zu Smartwatches im Uhrenmarkt: Marc Czemper, der verantwortlich für das Uhrengeschäft in Europa beim japanischen Hersteller Casio ist. (Quelle: Röslmaier)
Hielt auf der INHORGENTA MUNICH 2016 einen Vortrag zu Smartwatches im Uhrenmarkt: Marc Czemper, der verantwortlich für das Uhrengeschäft in Europa beim japanischen Hersteller Casio ist
Bild: Röslmaier

Wearable-Trend: Vom Tracker zur Smartwatch

Auf dem Sportmarkt haben sich Fitness-Tracker längst etabliert: Das kleine Wearable am Handgelenk misst Leistungsdaten und stellt dem Sportler diese zur Analyse zur Verfügung. Meist werten sie die Daten auch gleich eigenständig aus und fordern auf, nochmal vor die Türe zu gehen oder noch etwas Schlaf zur Regeneration nachzuholen.

Hier möchten nun auch renommierte Uhrenhersteller anknüpfen: Wer sich einen Fitness-Tracker umbindet, der ist auch empfänglich für Smartwatches, die mehr Funktionen haben. Installieren lassen sich Apps wie Runkeeper oder Runtastic, die das Laufverhalten analysieren. Somit ist der Sportler umfangreicher ausgestattet als nur mit einem Armband-Wearable, das die Fitness analysiert. 

Deshalb glaubt Czemper, dass es jetzt schnell gehen werde: „Das dauert sicher keine fünf Jahre mehr, bis wir Uhren haben, zu denen wir kein Smartphone mehr brauchen, sondern die autonom funktionieren.“ Uhren-Hersteller müssten jetzt die Smartwatches auch an den Sportmarkt anpassen, sie wasserdicht machen, gegen Stöße sichern – eben Outdoor-tauglich und robust gestalten.


„Ich glaube man kann erkennen, dass die Smartwatches schon Sport-orientiert sind“, sagt Czemper. Der ganze Markt sei jetzt gefordert, die Uhren so zu produzieren, dass sie auch exakte Daten liefern. Darüber hinaus: Die Daten müssten sicher sein und dürften nicht an Dritte weitergegeben werden - „der Kunde möchte diese Sicherheit haben“, wenn er zum Wearable greift, sagt Czemper.

Neue Verbindungen: Sport, Technologie und Luxusgüter 

Doch nicht nur renommierte Uhren-Marken drängen in den Markt der Wearables: Die Firma Komsa ist Distributor für Wearables und Smartwatches. Hier findet die Verbindung zwischen dem klassischen Uhrenmarkt und den Smartwatches auf dem Markt statt.

Simon Schön, Account Manager bei Garmin sagt: „Die Wachstumsrate ist so hoch wie seinerzeit bei den Smartphones.“ Das macht die Technologie auch für die Uhrenhersteller so interessant. „Dieser Trend kann sogar über das Fortleben unserer Branche entscheiden“, sagt Czemper. 

Design und Funktion: Garmins Smartwatch fenix 3 verbindet Technologie und Luxus. (Quelle: Garmin)
Design und Funktion: Garmins Smartwatch fenix 3 verbindet Technologie und Luxus.
Bild: Garmin

Deshalb muss sich die Schmuckindustrie öffnen, sich verbinden mit zunächst fremden Unternehmen aus der Technologie. Dies zeigt sich auch auf der INHORGENTA MUNICH, wo zu den Smartwatches kleine Sportvideos gezeigt werden, Bergpanoramen den Outdoor-Sportler ansprechen sollen und daneben die Smartwatches dem Käufer nahegebracht werden. „Für uns ist die INHORGENTA MUNICH Neuland, aber deshalb auch so spannend, weil es hier viele Gemeinsamkeiten gibt“, sagt Schön. 

Der erste Schritt zur Vernetzung zwischen Schmuck, Sport und Technologie in einem Wearable ist schon gelungen. Auf der Messe München ist diese ebenso angekommen. Klaus Dittrich, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe München, sagt: „Smartwatches und intelligente Accessoires treten zunehmend in Konkurrenz zu klassischen Zeitmessern. Das neue Watch Innovation Forum der INHORGENTA MUNICH thematisiert Risiken und Chancen für diese Entwicklung, liefert wichtige Impulse und stellt Lösungen für die Zukunft vor.“ Diese müssen jetzt noch von der Industrie umgesetzt werden.

Gregor Röslmaier schreibt für ISPO.com. (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von Gregor Röslmaier, Autor
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