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 Posten auf der Piste
Wintersport | 10.02.2016

W-LAN in Skigebieten

Posten auf der Piste

Posten auf der Piste. Ski- und Snowboarder bei der Abfahrt. (Quelle: Mayrhofner Bergbahnen)
Italien und Österreich sind Vorreiter bei W-LAN in Skigebieten.
Bild: Mayrhofner Bergbahnen
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Schnelles Internet wird für europäische Skigebiete immer wichtiger. Das zeigt die Analyse einer Reisesuchmaschine. Deutschland hinkt beim W-LAN jedoch hinterher.

Ein schneller Tweet aus dem Skilift: muss sein bei dem Ausblick! Perfekte Pistenverhältnisse: mal eben die Freunde neidisch machen mit einem Facebook-Post! Und dann dieser frische Germknödel zwischendurch: das ideale Bild für den Instagram-Account! Weil heute fast jeder Skifahrer besondere Momente über soziale Netzwerke teilen will, schaffen immer mehr Skigebiete die Voraussetzungen für vernetzte Pisten.

Analyse: 30 von 50 Skigebieten haben W-LAN

Die Reisesuchmaschine Kayak.de hat für ihre Analyse jeweils zehn Skigebiete in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien und Frankreich ausgewählt und deren W-LAN-Angebot in den Blick genommen. In 30 der 50 Skigebiete können Skifahrer und Snowboarder im Internet surfen.


Die Hälfte dieser 30 Skigebiete bietet ihren Gästen darüber hinaus nicht nur W-LAN in Tal- und Bergstationen oder Restaurants, sondern auch direkt auf der Piste. Besonders Italien und Österreich schreiten bei diesem Trend voran: In den zehn untersuchten Skigebieten Österreichs stoßen die Wintersportler allein auf den Pisten auf insgesamt 234 Hotspots.

Auf Platz eins: Kronplatz mit 100 Hotspots

Der Kronplatz in Südtirol geht in der Studie mit seinen 100 Hotspots direkt an der Piste als das am besten vernetzte Skigebiet Europas hervor. Hinter dem kräftigen W-LAN-Ausbau steckt aber nicht der Servicegedanke zum Kunden allein, sondern auch die ausgeklügelte Social-Media-Strategie der Skiregion.

Gondel bei der Auffahrt (Quelle: Mayrhofner Bergbahnen)
W-LAN in jeder Kabine: Die neue Penkenbahn.
Bild: Mayrhofner Bergbahnen


Der Kronplatz ist mit eigenen Seiten auf Facebook, Twitter, Youtube, Instagram, Pinterest, Google+ und Flickr aktiv und bittet seine Besucher darum, online mithilfe bestimmter Hashtags über das Skigebiet zu sprechen. So lassen sich alle Beiträge rund um den Kronplatz leicht finden statt in den unendlichen Weiten des Internets zu versumpfen.

Damit möglichst viele Besucher ihre Erlebnisse auf den Pisten posten, twittern oder instagrammen, macht es ihnen der Kronplatz durch W-LAN auf den Pisten so leicht wie möglich. Denn je besser das Skigebiet im Netz sichtbar ist, desto größer ist der Werbeeffekt.

Deutschland hinkt hinterher

Dass Deutschland in Sachen W-LAN nicht gerade fortschrittlich ist, zeigt sich auch bei den Skiregionen. Der Studie zufolge bietet nicht einmal die Hälfte der zehn analysierten Gebiete seinen Gästen überhaupt einen Internetzugang an. Die Winkelmoosalm/Steinplatte verfügt als einziges deutsches Skigebiet über einen Hotspot direkt an der Piste.


In der Hörnerbahn im Allgäu, im deutsch-österreichische Skigebiet „Das Höchste“ bei Oberstdorf und in der Region Zugspitze/Garmisch Classic in Garmisch-Partenkirchen können die Wintersportler teils im Bereich der Lifte, teils in den gastronomischen Betrieben im Internet surfen.

Ziel ist Sichtbarkeit

Das Skigebiet „Das Höchste“ begann vor vier Jahren damit, Tal- und Bergstationen sowie Restaurants mit W-LAN auszustatten. Ähnlich wie seine Südtiroler Kollegen findet auch Pressesprecher Jörn Homburg Internet im Skigebiet wichtig, um in den sozialen Netzwerken sichtbarer zu werden.

In Zukunft sollen Gäste auch in einigen der Bahnen online gehen können – nicht aber im Pistenbereich. „Das würde einen enormen finanziellen Aufwand bedeuten“, sagt Homburg. Zudem zeigten Gästebefragungen, dass die Besucher das Surfen auf der Piste mehrheitlich nicht für notwendig erachten. Verständlich, wenn die Pistenverhältnisse den Wintersportlern dann doch wichtiger sind als die Posting-Bedingungen. Aus Marketingsicht wäre ein Mix aus beidem perfekt. 

Felicitas Wilke schreibt für ISPO.com. (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von Felicitas Wilke, Autorin
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