ISPO.com is also available in English ×
 So klappt es mit dem Startkapital für Unternehmen
Sportbusiness | 15.02.2016

Externe Förderung für Unternehmen

So klappt es mit dem Fremdkapital für Ihr Unternehmen

So klappt es mit dem Startkapital für Unternehmen. Die Idee ist da – jetzt fehlen nur die Geldgeber für innovative Unternehmer (Quelle: Thinkstock via THE DIGITALE)
Für innovative Unternehmen gibt es gute und sinnvolle Möglichkeiten, an Fördermittel zu gelangen.
Bild: Thinkstock via THE DIGITALE
Artikel bewerten:
Mal lässt der Staat etwas für das neue Projekt springen, mal ist es ein ganzer Schwarm, der bei der Finanzierung weiterhilft und manchmal schwebt ein Engel herbei, um besonders innovative Unternehmen zu fördern – die Liste potenzieller Fördergeber ist lang. Wir helfen Ihnen dabei, einen Überblick zu gewinnen und zeigen, welches Fördermittel in welcher Innovationsphase am ehesten greift.

Zunächst gilt es, zwei wichtige Unterscheidungen zu treffen: Soll ein bestimmtes Projekt gefördert werden oder ein ganzes Unternehmen? Und: Wollen Sie Geld aus öffentlichen Fördertöpfen oder von Privatinvestoren?

So divers sind die Bedarfe und Möglichkeiten bei der finanziellen Förderung von Unternehmen. (Quelle: Innovationsmanufaktur)
So divers sind die Bedarfe und Möglichkeiten bei der finanziellen Förderung von Unternehmen.
Bild: Innovationsmanufaktur

Grundsatzentscheidung zu Beginn

Unternehmensbezogen oder projektbasiert: Programme, die sich an Unternehmen als Ganzes richten, haben meist den Hintergrund, wirtschaftliche Standorte zu fördern (zum Beispiel durch Exzellenzinitiativen), wohingegen projektbasierte Fördermittel einzelne Vorhaben unterstützen. Dabei kann es sich um Produktinnovationen genauso handeln wie um eine neue Nachhaltigkeitsstrategie oder die Entwicklung eines Demographiemanagements im Unternehmen.

Quer dazu verlaufen zwei unterschiedliche Arten der Förderung, nämlich öffentliche oder private Förderung: Unabhängig davon, ob unternehmensbezogen oder projektbasiert, können Gelder sowohl vom Staat als auch von nicht-öffentlichen Quellen, wie Banken, Investoren oder Stiftungen bereitgestellt werden. Während staatliche Förderung zwar meist viel bürokratischen Aufwand erfordert, ist private Förderung meist an Bedingungen geknüpft – wie zum Beispiel bei einem Investor, der dann am eventuellen Gewinn beteiligt werden will.

Schwierige Phasen

Je nach Phase des Projektes bzw. der Unternehmensentwicklung ist es unterschiedlich schwierig, Förderung zu erhalten. Am dünnsten besiedelt ist die Förderlandschaft ganz am Anfang eines Vorhabens; will man schon die Ideenfindung finanzieren, kann man nur auf Crowdfunding zurückgreifen.

Crowdfunding funktioniert über Internetplattformen wie zum Beispiel Kickstarter oder Indiegogo, bei denen Sie ihr Vorhaben kurz präsentieren, eine Summe angeben, die Sie mindestens eintreiben wollen und darauf bauen, dass genügend Leute das Projekt so spannend finden, dass sie kleine Beträge dafür spenden. Die Schwierigkeit dabei: aus der Masse herauszustechen! Allein auf Kickstarter wurden insgesamt schon fast 300.000 Projekte eingestellt.

Auch am anderen Ende der Skala ist es schwierig, Förderung zu erhalten: Will man ein Produkt auf den Markt bringen (projektbasierte Förderung), so finden sich kaum noch öffentliche Fördermöglichkeiten und man ist auf nicht-öffentliche angewiesen: Auf Kredite bei Banken (z.B. LfA Förderbank Bayern), auf Vereine oder Verbände, die oft themengebundene Projekte fördern, auf Fonds und Mezzanine-Kapital, eine Art Kredit, der meist von Private Equity-Gesellschaften, speziellen Mezzanine-Fonds oder auch Banken vergeben wird.


Ähnlich sieht es bei der Unternehmensweiterentwicklung aus, bei der man sich ebenfalls um Kredite bei Banken bemühen kann oder einen Fonds oder einen Private Equity-Investor finden muss. Gerade Private Equity-Investoren konzentrieren sich auf Unternehmen, die schon stabil aufgestellt sind, in naher Zukunft keine größeren Anschaffungen tätigen müssen und damit bei relativ geringem Risiko gute Renditemöglichkeiten bieten.

Öffentliche Gelder

Wenn Sie schon eine Idee oder sogar ein erstes Konzept für die Umsetzung haben, dann gibt es verschiedenste Möglichkeiten, an Fördergelder zu kommen. Im öffentlichen Bereich können Fördermittel zum Beispiel von der EU oder von deutschen Ministerien kommen: Wenn es um Unternehmensförderung, also um Standortentwicklung geht, dann über Exzellenzinitiativen (EU) oder das BMWI (D), etwa mit seinem Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand.

Wenn dagegen nur ein einzelnes Projekt gefördert werden soll, bietet die EU spezifische Calls wie z.B. „FET – Future Emerging Technologies“. In Deutschland ist dann das BMBF zuständig. Die Möglichkeiten der öffentlichen Hand erstrecken sich dabei über Subventionen, die nicht zurückgezahlt werden müssen, und Bürgschaften bis hin zu Entwicklungsdarlehen, die normalerweise erst vergeben werden, wenn Sie schon über die Planungsphase hinaus sind und etwas konkretes vorweisen können.

Einen Zwischenstatus zwischen öffentlichen und nicht-öffentlichen Fördermittelgebern bilden Inkubatoren, die Unternehmen in ihren ersten Anfängen fördern. Inkubatoren – auch Existenzgründerzentrum oder Technologiezentrum genannt – bieten Jungunternehmern Netzwerke und Beratung und werden oft öffentlich durch die entsprechenden Kommunen bzw. Städte, immer öfter aber auch mit privatwirtschaftlicher oder Hochschulbeteiligung getragen, wie zum Beispiel der Inkubator der TU München, UnternehmerTUM.


Nicht-öffentliche Gelder

Andere nicht-öffentliche Fördergeber, die auch mit Know-how weiterhelfen, sind so genannte Business Angels. Auch sie unterstützen Jungunternehmer in der ersten Anfangsphase – im Gegensatz zu Gründerzentren auch monetär, aber darüber hinaus auch mit Kontakten, Unternehmenswissen und Rat.

In einer etwas späteren Phase der Unternehmensgründung tritt Venture Capital auf den Plan. Venture Capital-Geber investieren, ähnlich wie Equity Capital-Geber, in junge Unternehmen, um später am erwarteten Gewinn beteiligt zu werden. Im Gegensatz zu Equity steigen aber Venture Capital-Investoren deutlich früher ein, so dass zwar einerseits das Risiko größer ist – das Unternehmen könnte Pleite gehen, dann wäre die gesamte investierte Summe weg – aber andererseits auch die Rendite. Für Jungunternehmer sind sie eine Alternative zu Banken, die keine Kredite ohne ausreichende Sicherheiten vergeben.

Speziell Projekte können auch bei Stiftungen als Geldgeber fündig werden, auch wenn die oft einen sozialen Hintergrund voraussetzen (zum Beispiel die Laureus Sport for Good Stiftung).

Zusammenfassend kann man sagen, dass der höchste Förderbedarf – aber auch die größte Angebotsdichte – dort besteht, wo auch der größte Forschungs- und Entwicklungsaufwand benötigt wird und das Problem meist nicht ist, dass es nicht die richtige Förderung gibt, sondern eher, dass man die richtige Förderung in all den Angeboten nicht findet.

In der nächsten Folge dieser Serie berichten ISPO-Aussteller der diesjährigen ISPO MUNICH von ihren Erfahrungen mit Fördermitteln und geben Empfehlungen bei der Suche nach finanzieller Unterstützung in der Sportbranche.

Sehen Sie hier alle Teile der Fördermittel-Serie:



ISPO (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von ISPO.com, Redaktion
Kommentare
Top Themen
ISPO Newsletter
ISPO Newsletter
Jetzt anmelden
Social Media