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 Die Ski-Hardware-Trends 2015/2016
Wintersport | 28.11.2015

Ausrüstung für den Wintersport

Die Ski-Hardware-Trends 2015/2016

Die Ski-Hardware-Trends 2015/2016. Porträt von Wolfgang Greiner in der Natur. (Quelle: Privat)
Wolfgang Greiner, Herausgeber des Magazins SkiPresse
Bild: Privat
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Ein Beitrag von Andi Spies, Autor - Wolfgang Greiner ist Mitglied der ISPO AWARD SKI Jury und Herausgeber des Magazins SkiPresse. Wir sprachen mit ihm über die Ski-Hardware-Trends 2015/2016 und was die aktuellen Ski, Bindungen und Skischuhe besonders auszeichnet.

Was sind die größten Neuerungen/Trends bei den Pistenski?
Der Trend geht sicherlich hin zu leichteren Ski, damit der Kraftaufwand reduziert wird. Dies hat Vorteile für alle Alters- und Könnergruppen. Parallel geht es aber auch darum, die Fahreigenschaften zu verbessern, was natürlich nichts Neues ist. Erreicht wird dies durch den Skiaufbau, vor allem die Kombination von Rocker und Camber und unterschiedlichste Werkstoffe im Ski.

Welche Vorteile bietet ein leichter Ski beim Fahren auf der Piste?
Ich sehe den größten Vorteil darin, dass der Sportler langsamer ermüdet, da er weniger Kraft aufwenden muss und weniger Gewicht am Bein hat. Allerdings kommt es auch auf die richtige Kombination aus Ski, Bindung und Skischuh an. Pauschal kann man nicht sagen, dass weniger Gewicht auch einfacheres Skifahren bedeutet. Nicht jeder leichte Ski ist bei allen Pistenbedingungen einfach zu beherrschen, außerdem kommt es natürlich auf die Skitechnik und das Können des Skifahrers an. Leichtere Ski werden niemals das Erlernen der richtigen Technik ersetzen können.

Was zeichnet die neuen Bindungen für Allround- und Pistenski aus?
Hier geht es um Komfort und Sicherheit. Dabei spielt natürlich auch wieder das Gewicht eine Rolle.


Und welche technischen Highlights gibt es im Bereich der Backcountry und Freetouring-Ski?
Es wird immer mehr Wert darauf gelegt, dass Backcountry-Ski möglichst vielseitig sind, sprich, dass sie sich nicht nur durch geringes Gewicht für den Aufstieg auszeichnen, sondern auch, dass sie absolut souverän in der Abfahrt sind. Am Völkl VTA88 Lite sieht man das dieses Jahr besonders gut: Leichteste Werkstoffe wurden mit einer speziellen Konstruktion an den Außenwänden des Skis sowie Carbon kombiniert, die für die entsprechende Stabilität und Kontrolle des Skis sorgen.

Welches sind die größten technischen Innovationen bei Freeride- und Touring-Bindungen 2015?
Auch hier gilt es, geringes Gewicht mit maximaler Performance sowie maximaler Sicherheit zu kombinieren. Die G3 ION LT 12 ist als Award Winner ein gutes Beispiel dafür, aber den größten Schritt ging dieses Jahr wohl Marker mit der Kingpin, was der Marke schlussendlich ja auch den verdienten Product of the Year Award eingebracht hat.

Gibt es neue Materialien, die in der Fertigung von Ski auf dem Vormarsch sind?
Das ist schwierig zu beantworten, denn nach wie vor werden bereits bekannte Materialien verbaut: leichte Holzkerne, Titanal, Carbon. Balsaholz in Kombination mit Flax war dieses Jahr ein paar Mal zu sehen. Eine absolute Neuerung zeigt die Marke Renoun, die in ihren Endurance D30 einbaut, ein Material, das sich bei Stößen verfestigt. Das war bisher nur bei Sicherheitsausrüstung wie Helmen zu sehen. Aber ich denke nicht, dass dieses Material beim Skibau tatsächlich auf dem Vormarsch ist.

Thema Nachhaltigkeit: Gibt es in diesem Bereich Innovationen oder Trends in der Skiproduktion?
Der Ski selbst ist ein Produkt, das in Details nachhaltiger gemacht werden kann, aber höchstwahrscheinlich nicht als Ganzes, denn er benötigt immer Komponenten für die Stabilität oder die Materialverbindungen, die nicht völlig umweltfreundlich oder abbaubar sein können. Daher gehen die Bemühungen eher in die Richtung, dass die CO2-Bilanz, also der ökologische Fußabdruck der gesamten Produktionskette, minimiert wird. Dies ist ein wichtiger Ansatz und wünschenswert. Kleinere Skifirmen haben meiner Meinung nach hier erst einmal bessere Chancen als die großen. Das zeigt dieses Jahr Earlybird Skis aus der Schweiz. Nicht nur das Modell Jackdaw, das einen Gold Award erhielt, ist ein sehr nachhaltiges Produkt an sich – auch die Skipresse, auf der er hergestellt wird, ist komplett aus Holz.


Was sind die Trends bei den Skischuhen für 2015?
Hier wiederholt sich der generelle Trend aus dem Segment Ski: Es geht um geringes Gewicht und beste Performance in maximaler Harmonie, dazu kommt beim Schuh natürlich noch die Passform. Immer wichtiger werden die nachträglichen Anpassungsmöglichkeiten der Skiboots. Thermoverformbare Materialien bei Innenschuhen wie auch Schalen sind mittlerweile weit verbreitet. So kann der Schuh in relativ kurzer Zeit vom Sportfachhändler an den jeweiligen Fuß angepasst werden. Hier ist in Zukunft noch einiges zu erwarten.

Welches ist Ihr persönliches Highlight-Produkt in diesem Winter?
Neben der Marker Kingpin, die für mich ein echtes Highlight ist, gefiel mir dieses Jahr vor allem der modulare ABS-Lawinenrucksack, den man mit unterschiedlichsten Standardrucksäcken kombinieren kann und der von The North Face bei den Awards eingereicht wurde. Ich würde mir wünschen, dass mehr Hersteller auf diesen Zug aufspringen. Als Beitrag zur Sicherheit am Berg muss ich aber auch noch den Safety Academy Mountain 3D von Ortovox hervorheben. Das ist sicherlich ein extrem durchdachtes und gutes Tool, um den Leuten schnell und verständlich zu vermitteln, auf was man im Backcountry achten muss, um das Risiko möglichst gering zu halten.

Andi Spies (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von Andi Spies, Autor
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