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 Skifahren, wo sonst der Vulkan Magma spuckt
Action-Sports | 28.11.2015

Skifahren in Regionen mit Vulkanen

Skifahren auf Feuerbergen

Skifahren, wo sonst der Vulkan Magma spuckt. Blick über ein Skiegebiet am Ätna. (Quelle: Thinkstock über The Digitale)
Schnee und Lava: In Ruhezeiten findet die Action am Ätna auf der Piste statt.
Bild: Thinkstock über The Digitale
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Pisten aus Magma, bizarre Landschaften, wunderschöne Aussichten, Schnee satt – Vulkane bieten überall auf der Welt perfekte Wintersportbedingungen

Mongibello, Berg der Berge, nennen die Italiener ehrfürchtig ihren Ätna.

Europas höchster (3.340 Meter) und aktivster Vulkan auf der Mittelmeerinsel Sizilien gilt als unberechenbar. Immer wieder spuckt er Lavamassen und verwüstet die Landschaft, zuletzt 2001 und 2002.

Trotzdem wird auf den fruchtbaren Böden nicht nur Obst und Gemüse angebaut, sondern seit mehr als 90 Jahren – natürlich mit ausbruchbedingten Unterbrechungen – wedeln Skifans die Vulkanflanken hinab. Dabei blicken sie auf das türkisfarbene Meer und den Gipfel des rauchenden Feuerspuckers.

Skigebiet auf 4.100 Metern

Ein Terroranschlag zerstörte 2011 am Berg Elbrus im Kaukasus eine neue Seilbahn an der Asau-Alm, 30 der 45 Kabinen stürzten ab, verletzt wurde niemand. Inzwischen läuft alles wieder nach Plan an dem vergletscherten Vulkan mit seinen zwei Gipfeln (Westgipfel 5.642 Meter, Ostgipfel 5.621 Meter).

An der Station Mir (Frieden) liegt auf 3.500 Metern ein Militärmuseum. Von dort kommt man mit einem Sessellift weiter auf 3.800 Meter und mit einer Pistenraupe auf 4.100 Meter. Das ist einmalig, nirgendwo auf der Welt gibt es ein höheres, erschlossenes Skigebiet. Die Saison dauert bis Juni.


Anschließend könnte man seinen Urlaub in den chilenischen Anden fortsetzen, dort kann man sich von Juni bis September die Pisten des Vulkans Villarrica (2.840 Meter) hinunterstürzen, in dessen Krater die Magma brodelt. Die Hauptstadt Santiago ist 780 Kilometer vom Wintertraum entfernt.

Kilometerlange Pisten ins Tal

Frankreich lockt im französischen Zentralmassiv mit dem Vulkan Plomb du Cantal (1.885 Meter). Bis 30 Meter unter den Gipfel gelangt man mit einer Seilbahn von Super Lioran aus.

Geübte wagen sich auf die Steilhänge von La Combe und Les Crêtes, Anfänger bevorzugen die fünf Kilometer lange, gemäßigtere Piste ins Tal. Am Nordhang des ebenfalls erloschenen Puy de Sancy liegt die Skistation Super Beese, die 43 Pistenkilometer und 125 Kilometer Langlaufloipen bietet.

Schnee wie in den Rocky Mountains

Schneequalitäten wie in den Rocky Mountains findet man auch in der Türkei. Eines der größten Skigebiete soll jetzt in Kappadokien am Vulkan Mount Erciyes (3.916 Meter) entstehen. Bereits Ende 2012 gingen vier neue Liftanlagen in Betrieb, nachdem man 2011 bereits die bestehenden fünf Anlagen um sechs neue Bahnen ergänzte.

Insgesamt sind über 160 Pistenkilometer geplant. Ebenfalls sehr ambitioniert ist ein Skiprojekt am chinesischen Vulkan Changbaishan. Die Dallian Wanda Group investiert 3,4 Milliarden US-Dollar in den Bau von Pisten, Gondeln und Luxushotels, um Touristen aus aller Welt nach China zu locken. Mit dem größten

Vulkanskigebiet der Welt warten bisher die Amerikaner auf. Auf den höchsten Punkt des Mammoth Mountain (3.369 Meter) in Kalifonien gelangen Skifahrer mit einer Gondel. Das Areal mit seinen 150 Abfahrten ist besonders bei gestressten Städtern aus Los Angeles gefragt.


Pulverschnee statt Asche

Jede Menge Pulverschnee statt schwarzer Asche bieten die Skiareale um den Vulkan Niseko (1.898 Meter) auf der japanischen Insel Hokkaido; Niseko bedeutet in der Sprache der Ureinwohner „steile Klippen“.

Jedes Jahr kommen 700.000 Skifahrer und Snowboarder in die atemberaubende Berglandschaft, deren Pisten nachts beleuchtet sind. Außerdem gibt es heiße Quellen, in denen man sich nach den Abfahrten entspannen kann.

Skifahren in Mordor

Fans von Tolkiens „Herr der Ringe“ kommen in Neuseeland am Vulkan Ruapehu ( 2.797 Meter) auf ihre Kosten: Die düster graue Landschaft diente als Kulisse für Mordor, das „Schwarze Land“ von Mittelerde, und Angriffe der Orks auf Menschen und Elche.

Im Winter ist davon nichts zu spüren: Der Schnee in den Skigebieten funkelt mit der Sonne um die Wette und verschlägt dunkle Gestalten in die Flucht.

ISPO (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von ISPO.com, Redaktion
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