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 Entspannt die Welle reiten
Action-Sports | 28.11.2015

Stand Up Paddling: Wie Yoga auf dem Wasser

Entspannt die Welle reiten

Entspannt die Welle reiten. Auch dem Nachwuchs gefällt das Transportmittel SUP (Quelle: Thinkstock über The Digitale)
Entspanntes Paddeln bei Sonnenuntergang
Bild: Thinkstock über The Digitale
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Rein ins Wasser, rauf aufs Brett, das Paddel in der Hand und den Blick in die Weite. Immer mehr Menschen entdecken Stand Up Paddling (SUP) – ein Sport boomt wie verrückt

Robby Naish kennt keine Sportart, die meditativer ist als Stand Up Paddling (SUP). „Dieser Sport ist wie ein Virus“, glaubt der Waterman aus Hawaii, „wer ihn ausprobiert, wird infiziert und kommt nicht mehr los davon“. Er persönlich sei zwar nicht der ruhige Yoga- oder Müsli-Typ und stehe mehr auf Adrenalin, Geschwindigkeit und Action, aber beim Paddeln im Stehen könne er sich wunderbar entspannen.

„Man nimmt Umwelt und Natur mit anderen Augen wahr, SUP verändert den Blickwinkel. Ich bin ein Boardrider – durch und durch –, und ich liebe es, auf einem Brett zu stehen, egal ob als Windsurfer, Kitesurfer, Snowboarder, Surfer, Skateboarder oder Stand Up Paddler. Aber durch SUP ist alles komplett geworden: Ich hatte ja die beiden Windsportarten, aber nun habe ich auch etwas, wenn der Wind ausfällt. Außerdem kann man überall paddeln, wo es Wasser gibt “, schwärmt Naish.

Der Markt zieht an

Der mehrfache Weltmeister im Windsurfen klingt euphorisch. Schließlich ist der Ex-Profi auch ein Geschäftsmann, der über seine Firmen Bretter für alle Surfdisziplinen anbietet. Und über einen Trend wie SUP, der so Naish „in den vergangenen Jahren buchstäblich durch die Decke gegangen ist“, freut sich die Branche.


Nach Schätzungen sollen allein in Deutschland 2012 6.000 und in den USA 50.000 Boards verkauft worden sein – Tendenz steigend. Laut TIME Magazin machten Kajakhändler in den USA bereits 2009 zwischen 15 und 20 Prozent ihres Umsatzes mit SUP-Boards und selbst US-Discounter wie Wal-Mart oder Target böten mittlerweile Boards von Markenfirmen an. Der einstige Nischensport boome und werde zum Mainstream.

Teaser eins - Einzahlen auf Conversion Thema

Das Stehendpaddeln habe sich seit Mitte 2000 von den Küsten Kaliforniens und Hawaiis ins Inland der USA verlagert – nach Idaho, Ohio, Montana, Minnesota und Arizona. Auf dem Hudson River in New York etwa sichte man zuhauf Stand Up Paddler zwischen Kreuzfahrtschiffen, Tankern und Motoryachten und viele Yoga-Anhänger hätten ihre Sitzungen ins Wasser auf wacklige SUP-Bretter verlegt.

Die Technik ist leicht zu lernen

Stehendpaddeln scheint sich zum populären Massensport zu entwickeln. Kein Sport auf der Welt wächst derzeit schneller, meint so mancher Insider. Ob türkisblauer Ozean oder trüber Baggersee, ob Hamburger Elbe oder Pariser Seine – tatsächlich gehen plötzlich überall Menschen auf dem Wasser spazieren. Was ihnen daran gefällt? Der Sport lässt sich leicht lernen und unabhängig von Jahreszeiten und Wetterbedingungen ausüben.

Auch bei nicht übermäßig sportlichen Leuten stellen sich Erfolge fix ein, die Technik haben die meisten in ein paar Stunden drauf: Hüfbreit hinstellen, die Knie leicht beugen und das Paddel ins Wasser – nach kurzer Zeit steht man sicher auf dem Brett. Zu Beginn übt man am besten auf einem Badesee mit flachem Wasser. Mit ein wenig mehr Routine wagt man sich dann auf Bäche und Flüsse, später hinaus auf Küstengewässer mit Wellen und Strömungen.

Wer es ruhiger mag, kann mit seinem Board auf dem See dahintreiben (Quelle: Thinkstock über The Digitale)
Ganzkörpertraining auf dem Wasser mit SUP
Bild: Thinkstock über The Digitale

Eine Finne am Board-Heck hilft, die Richtung zu halten. Das Paddel wird mit beiden Händen am Griff ins Wasser getaucht und nach hinten durchgezogen. Über den Wechsel der Seiten hält man das Boot auf Kurs. Was entspannt klingt, ist ein Training für den ganzen Körper, da alle Muskeln beansprucht werden. Den Grad der Anstrengung kann man selber steuern: Je schneller man durchs Wasser gleiten will, desto mehr Kraft muss man aufbringen.

Zum Paddeln nach Alaska

Wer richtig Welle machen will, fährt in den nördlichsten Bundesstaat der USA und bucht einen Trip bei Liquid Adventures: Seit 2012 bietet der Veranstalter SUP-Trips in Alaska an. „Hier ist SUP wie an keinem anderen Ort der Welt, das Paddeln durch Fjorde und Eis ein unvergleichliches Erlebnis“, wirbt Inhaber Christopher Mautino, seit 23 Jahren Outdoor-Guide und seit sechs Jahren bekennender Stehendsurfer.

Mehr als 250 verschiedene Marken-Boards gibt es mittlerweile, die Hersteller fluten den Markt mit immer neuer Hardware. Viele Bretter sind aufblasbar und lassen sich komfortabel transportieren.

Großes Board gleich mehr Stabilität

Für welches Board man sich entscheidet, hängt vom eigenen Können und Gewicht ab. Breite Boards mit etwa 75 bis 80 Zentimeter Fläche etwa sorgen zu Anfang für genug Stabilität, später dürfen die Bretter schmaler sein.

Neu sind diese Paddeltouren übrigens nicht. Schon seit Jahrhunderten sollen polynesische Fischer auf riesigen Brettern und mit Paddeln stehend übers Wasser geglitten sein, um ihre Beute besser im Blick zu haben.


Legende Hamilton pusht SUP

Ende der 50er taten Surflehrer auf Hawaii es ihnen dann nach, um wiederum ihre Schüler besser im Blick zu haben. Richtig populär wurde SUP, als Extremsurfer Laird Hamilton mit einem Paddel in den Händen eine Monsterwelle surfte. Vom Ozean auf die Flüsse und Seen brachte es dann ein anderer Waterman, Charlie MacArthur. 

ISPO (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von ISPO.com, Redaktion
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