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 Trailrunning: Ab ins Gelände
Running | 28.11.2015

Running für Fortgeschrittene

Trailrunning: Ab ins Gelände

Trailrunning: Ab ins Gelände. Ein Jogger auf einem Waldweg. (Quelle: Tinkstock über The Digitale)
Joggen über Stock und Stein sorgt für ein ganz neues Laufgefühl.
Bild: Tinkstock über The Digitale
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Trailrunning – immer mehr Läufer verlassen ausgetretene Pfade und joggen über Stock und Stein. Nichts für Ungeübte, aber der Fitness-Faktor ist enorm und das Laufgefühl völlig neu.

Immer dieselbe Strecke zu laufen, wird irgendwann langweilig. Wer nach Abwechslung giert und neue Herausforderungen sucht, sollte es mal mit Trailrunning probieren. Eine einheitliche Definition für den Ausdauersport gibt es nicht:
Die einen sprechen schon von Trailrunning, wenn sie im Park vom Kiesweg quer über die Wiese joggen, die anderen bestehen darauf, dass man dazu im Gebirge – etwa im äthiopischen Hochland 3000 Meter über dem Meeresspiegel – laufen muss.

Der neue Trendsport

In der Läuferszene erfreut sich Trailrunning jedenfalls immer größerer Beliebtheit. „Trailrunning ist bei uns definitiv ein Thema“, bestätigt auch Patrick Schöwe von Runners Point.

„Der Trend ist positiv und besonders im Onlineshop gibt es bereits eine große Auswahl an Produkten und Marken. Die Zielgruppe ist zwar noch relativ spitz, aber wir werden wir den Bereich weiter ausbauen und arbeiten bereits an einer entsprechenden Themenwelt.“ 


Der richtige Outdoor-Laufschuh

Ohne Spezialschuhe, die robuster sind als herkömmliche Laufschuhe, sollte man sich nämlich nicht neben die Spur begeben. Sie sind das A und O. Bei den meisten Modellen wird wasserdichtes Obermaterial verwendet, damit die Füße beim Laufen durch Schlamm und Pfützen trocken bleiben. Außerdem sollte das Material leicht zu reinigen und atmungsaktiv sein.

Um auf Geröll- und Waldwegen sicher laufen zu können, haben die Schuhe meist eine besonders flach gearbeitete Zwischensohle: So ist der Fuß näher am Boden als bei normalen Schuhen. Das Profil der Außensohle ist ähnlich gearbeitet wie bei einem Winterreifen fürs Auto und fällt eher grob aus. Allerdings erhöht sich dadurch die Rutschgefahr, etwa wenn man über feuchte Steine läuft.

Um den Fuß besser vor Stößen zu schützen, sind die sogenannten Zehenboxen verstärkt. Um dem Umknicken vorzubeugen, sollten die Schuhe stabil sein und ein bisschen höher ausfallen. Eine flache oder besser noch verdeckte Schnürung verhindert, dass die Schürsenkel im Gebüsch hängenbleiben.

Ganzkörpertraining für Muskeln und Koordination

Die veränderten Laufbedingungen verlangen dem Körper einiges ab, der Fitness-Faktor kann sich sehen lassen. Die Länge der Strecke ist dabei nebensächlich, ihr Profil ist das Entscheidende. Mal dämpft der Waldboden die Schritte, mal sinkt man im Matsch ein, mal läuft man im Geröll, mal im Sand, mal geht es bergab, mal geht es bergauf.

Länge und Häufigkeit der Schritte verändern sich laufend, kein Schritt ist wie der andere. Trailrunning beansprucht den gesamten Muskelapparat, stellt hohe Anforderungen an Kondition, Koordination, Reaktion und Lauftechnik. Und auch der Kopf wird anders angeregt und gefordert als beim eintönigen Laufen auf Asphalt oder der Stadionbahn.


Vorbereitung mit Laufband und Stabilisierungstraining

Trailrunning eignet sich nicht für Anfänger und für Läufer mit vorgeschädigten Knien, für die besonders das Berglaufen Gift ist. Wer mit dem Sport beginnen möchte, sollte etwa eine Stunde am Stück laufen können, ohne aus der Puste zu kommen, raten Experten.

Wer unsicher ist, macht vor Trainingsbeginn einen Stufentest auf dem Laufband, um seine Leistungsfähigkeit zu ermitteln und Belastungen entsprechend abstimmen zu können. Ebenfalls Sinn bei der Vorbereitung kann ein Stabilisierungstraining auf weichem oder wackeligen Untergrund machen.

Es muss nicht das äthiopische Hochland sein

Ein Motivationskick dürfte beim Laufen abseits befestigter Wege garantiert sein und Querfeldein-Erfahrungen lassen sich auch direkt vor der eigenen Haustür sammeln. Man muss nichts ins äthiopische Hochland. Alles, was man braucht, ist ein bisschen Fantasie und den Mut, einfach mal ins Blaue zu laufen.

Auch in der Großstadt kann man ausgetretene Pfade verlassen, links statt rechts abbiegen und zum Beispiel im neuen Büroviertel joggen: Die Treppen hoch zu den Gebäuden sind immer einen kurzen Sprint wert, Bordsteinkanten und verschiedene Untergründe fordern viel Konzentration, Pfeiler oder Poller laden zum Slalom, Betonklötze und Bänke zum Sprung.  

ISPO (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von ISPO.com, Redaktion
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