ISPO.com is also available in English ×
Home > Thema
zurück vor

1. Die Geschichte des Surfen

2. Surf-Ausrüstung

3. Surfen lernen

4. Weltweite Surf-Spots

5. Andere Formen des Surfens


1. Die Geschichte des Surfens

Warum surfen Menschen? Weil es Spaß macht, eine immer neue sportliche Herausforderung darstellt und sich die Sportler mit dem Meer verbunden fühlen. Surfen ist Sport und Lebensart, Kult und der Inbegriff für jugendliche Leidenschaft, Fitness und Lebenshunger.

Der Reiz des Surfens hat sich über die Jahrhunderte kaum geändert. Als Erfinder gelten die Polynesier, die das Surfen bei ihren Seereisen im 17. Jahrhundert auch nach Hawaii brachten, wo es eine neue Heimat fand. Wer hier Macht und Einfluss besitzen wollte, musste fortan mit dem Surfbrett umgehen können. Für Könige gab es spezielle Bretter, ganze Buchten blieben den Herrschern zum Wellenreiten vorbehalten.

Erst die Christianisierung zu Beginn des 19. Jahrhunderts setzte dem „heidnischen Treiben“ auf dem Meer ein Ende, 1823 wurde das Surfen auf Hawaii zwischenzeitlich sogar verboten. Parallel dazu entwickelten begeisterte Anhänger des Sports, allen voran der Amerikaner Tom Blake, das Brett jedoch ständig weiter. Ab den 1950ern erlebte das Surfen einen Boom, der auch Europa erfasste.

Auf Hawaii gilt das Wellenreiten bis heute als Nationalsport. Olympisch wird die Sportart ab 2020.


2. Surf-Ausrüstung

Surfbrett 

Das Board besteht meist aus Hartschaum und wird in unterschiedlichen Bauarten (Länge, Breite, Dicke etc.) angeboten. Man unterscheidet je nach Form zwischen Longboard (Malibu), Mini-Malibu, Funboard, Shortboard, Fish, Semi-Gun und Gun.

Anfängern wird – in Abhängigkeit von Körpergewicht und Fitness – ein Brett mit hohem Volumen und runder Nose empfohlen. Das bringt zwar Nachteile beim Transport und bei der Wendigkeit im Wasser, doch das Board liegt stabiler auf den Wellen, lässt sich leichter paddeln und besitzt einen höheren Auftrieb.

Bei vielen Shop-Experten gilt dennoch das Mini Malibu als ideales Einsteiger-Board. Im Vergleich zum längeren Malibu fallen die einwirkenden Kräfte geringer aus, was sich schon beim Wind am Strand bemerkbar macht. 

Finnen

An der Unterseite des Boards befinden sich bis zu drei „Spurhalter“ aus Kunststoff, Polycarbonat oder Carbon. Sie sind entweder fest angebracht oder können über FCS-Systeme angedockt werden.

Surfanzug

Der Anzug besteht meist aus Neopren. Er schützt vor Unterkühlung ebenso wie gegen Sonnenbrand. Bei warmem Wasser (20°+) kann ein Shorty mit kurzen Beinen und Armen getragen werden. Nicht bedeckte Körperteile müssen mit einem wasserfesten Sonnenmittel geschützt werden. 

Surfwachs

Das Wachs wird auf der Oberseite des Boards aufgetragen, um die Standfestigkeit zu verbessern, also das Rutschen des Surfers zu vermeiden. Es gibt verschiedene Wachse zum Einsatz im warmen oder im kalten Wasser. Alternativ können rutschfeste Surfpads verwendet werden.

Leash (Legrope)

Bezeichnet die Leine zur Sicherung des Surfbretts. Diese wird meist aus reißfestem Polyethylen gefertigt und mittels Klettverschluss ums Fußgelenk gebunden.  

Boardbag

Hülle zur Sicherung des Surfbretts beim Transport      

Zu den bekanntesten Marken für Surfboards zählen: Alohah, BIG, Bugz, Buster, Chilli, Emery, JP, LSD, Manual (MB), McCoy, Norden, Osprey, Tabou, Torq, Vampirate und Webber.


3. Surfen lernen

Das Wellenreiten setzt neben der Ausrüstung und dem Surf-Spot drei Dinge voraus:

· sehr sicheres Schwimmen

· eine gute körperliche Fitness

· Grundkenntnisse über die Surf-Regeln  

Die Regeln dienen vor allem der Sicherheit. Zusammenstöße zwischen den Surfern sollen verhindern werden. Die wichtigsten Regeln sind:

· auf die richtige Sicherung des eigenen Bords achten

· Surfern auf der Innenseite der Welle Vorfahrt gewähren

· Surfer auf dem Weg in die Welle nicht behindern (auch nicht beim Herauspaddeln)

· keine Welle ansteuern, in der sich noch ein anderer, eventuell gestürzter Surfer befindet

Um die Grundzüge des Wellenreitens zu lernen, sollte man einen Kurs besuchen. Surfcamps in aller Welt bieten die Ausbildung an, die Jahreszeit spielt also kaum eine Rolle. Vielerorts ist man schon mit 199 Euro pro Woche dabei. Lizensierte Surflehrer vermitteln hier den Umgang mit dem Surfbrett an Land und im Wasser, die Technik zum kraftschonenden Paddeln, sowie das Tauchen und verletzungsfreie Fallen. Mit Gleichgesinnten macht die Sache gleich doppelt Spaß.  

Ein zentraler Punkt ist die Übung des „Take Offs“, also das Angleitens an die Welle und der Sprung auf das eigene Brett. Die Technik kann auch an Land geübt werden, in dem man auf einem virtuellen Brett mit Unterstützung der Arme aus dem Liegestütz in den Stand springt und dabei die Balance bewahrt.   


4. Weltweite Surf-Spots (CNN-Ranking)

10. Lance's Right, Sipora, Mentawais Islands (Indonesien)

9. Cloud Nine, Siargao Island (Philippinen)

8. Puerto Escondido, Southern Oaxaca (Mexiko)

7. Hossegor (Frankreich, Europa)

6. Maverick's, Kalifornien (USA)

5. Palikir-Pass, Pohnpei (Mikronesien)

4. Uluwatu and Kuta, Bali (Indonesien)

3. Teahupo'o, Tahiti (Französisch-Polynesien)

2. Supertubes, Jeffrey's Bay, South Africa

1. Pipeline, Oahu, Hawaii

Auch wenn es Deutschland nicht ins weltweite „Best of“ schafft muss niemand zum Surfen ins Ausland reisen. Wichtigster Surfspot im Inland ist Sylt, aber auch auf Norderney und Borkum finden Wellenreiter gute Bedingungen. Und dann ist da schließlich noch der Eisbach in München, den in der Surferszene inzwischen fast jeder kennen dürfte. 


5. Andere Formen des Surfens

Der Begriff „Surfen“ wird zum Teil auch für andere Wassersportarten verwendet, bei denen ein Surfbrett zum Einsatz kommt. Die wichtigsten davon sind das Wind- und das Kitesurfen, wobei beim Windsurfen ein Segel und beim Kitesurfen ein Lenkdrache zur Fortbewegung genutzt werden.

Wichtigste Antriebskraft ist hier nicht die Wasser-Welle, sondern der Wind. Der Trendsport Windsurfen ist in den 1960er Jahren als Weiterentwicklung des Surfens (Wellenreitens) entstanden.   

ISPO Newsletter
Jetzt anmelden
Social Media