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1. Das Snowboard und seine Geschichte

2. Snowboard fahren lernen 

3. Snowboardtypen und Bindungen 

4. Snowboarding: Disziplinen im olympischen Wettbewerb

5. Snowboard Hersteller und Marken


1. Das Snowboard und seine Geschichte

Der Wunsch, auf einem Brett den verschneiten Hang hinunter zu sausen, ist nicht neu. Jedes Kind träumt ihn, auch vor 100 Jahren schon. Und so lässt sich der „wahre“ Erfinder des Snowboards kaum benennen – wohl aber jene, die der Idee mit zum Durchbruch verholfen haben:

1929: Der US-Amerikaner Jack Burchett versucht, aus einer Sperrholzplatte ein geeignetes Fortbewegungsmittel im Schnee zu machen. Allerdings bleibt seine Entwicklung ein Privatvergnügen und kommt nie auf den Markt.

1965: Sherman Poppen, ebenfalls Amerikaner, erfreut seine Tochter mit dem sogenannten „Snurfer“. Dazu nutzt er zwei Skier, die er an der Spitze verbindet. Ein Erfolgskonzept! Binnen eines Jahrzehnts kann Poppen rund eine Million Stück verkaufen, vor allem als Kinderspielzeug.

Poppen begeistert aber nicht nur Kinder. Fans sind auch die beiden Ski-Asse Jake Burton Carpenter und Tim Sims, die das Gerät weiter verbessern wollen. 1977 gründet Burton sein eigenes Snowboard-Unternehmen, dessen Anfänge er in der SZ beschreibt: „Bevor ich die Firma gründete, habe ich bestimmt hundert Prototypen gebaut, mit 15 oder 20 unterschiedlichen Konstruktionen, mit Fiberglas wie bei Surfbrettern, laminiertem Holz wie beim Skateboard …“.

Nach schleppendem Beginn kommt der Durchbruch: Burtons Boards erobern den Weltmarkt. Andere Snowboard-Pioniere wie Sherman Poppen oder Dimitrije Milovich ziehen sich vom Markt zurück, nur Tim Sims macht mit einer eigenen Firma weiter. Die 1989 gegründete „DND Sportsystem“ lizensiert später seine Produkte und wird selbst zum Weltmarktführer.

1980er: Das Snowboard wird in den USA immer populärer. Erste Rennen werden ausgetragen, ein eigenes Magazin erscheint und „Apocalypse Snow“ führt einem Millionenpublikum im Kino vor: Cooler als Snowboard? Das gibt’s nicht. Auch in Europa schickt man sich nun an, Snowboard zu fahren.

Mit der International Snowboard Association, ISA, ab 1990 ISF, entsteht 1989 eine Struktur, um den Snowboard-Sport weltweit zu organisieren. 1998 wird Snowboard olympisch (zunächst Halfpipe und Riesenslalom). Weltmeisterschaften gab es bereits seit 1985.    


2. Snowboard fahren lernen 

Snowboard-Kurse werden in allen Skigebieten angeboten. Auch versierte Skifahrer sollten sich hier eine Einweisung holen, denn falsche Bewegungsabläufe sind später nur schwer wieder auszumerzen.

Zu Beginn geht es darum, sicher auf dem Brett zu stehen und die Balance zu halten. Dazu braucht es zunächst die richtige Einstellung der Bindung, um das Board mittig zu besetzen. Bei den ersten Versuchen, den Hang hinunterzurutschen, gelten folgende Grundsätze:

Die Schultern sind parallel zur Fahrtrichtung ausgerichtet, die Arme entspannt aber einsatzbereit. Die Knie bleiben locker, um mögliche Unebenheiten abzufedern. Der Kopf wird in Fahrtrichtung gedreht.

Um das Bremsen und den richtigen Einsatz der Kanten zu trainieren – Backside und Frontside – genügt am Anfang ein möglichst flacher Hang, wobei die Kante des Bretts parallel zum Hang steht.


3. Snowboardtypen und -bindungen 

Snowboards haben eine Länge zwischen einem und 1,80 Metern. Sie bestehen meist aus Holz oder Kunststoff, können aber einen Schaumstoff- oder Aluminiumkern besitzen. Auf der Unterseite des Snowboards befindet sich ein spezieller Belag, der gutes Gleiten bei möglichst geringem Abrieb ermöglicht. An der Oberseite ist die Bindung montiert.   

Die wichtigsten Typen von Snowboards sind:

· Race-Bord: für Rennen konzipiert

· Carving-Board: für dynamische Fahrten auf den Kanten

· Freeride-Board: vorrangig für Tiefschnee

· Freestyle-Board: für Sprünge geeignet

· Allround-Board: ideal für präparierte Pisten

Zusätzlich gibt es viele Spezial-Boards, wie das Splitboard (teilbar), Tandemsnowboard (für 2 Fahrer), das Jib-Board (für extreme Sprünge) oder Rocker (für leichtere Drehungen).

Neben den Boards entscheidet die Bindung, wie die Kraft übertragen werden kann. Vier Arten an Bindungen sind erhältlich: Soft- und die Flow-Bindung für Softboots, Platten- und Step-In-Bindung.

Die Bindung wird in einem bestimmten Winkel eingestellt, wobei der Deutsche Skiverband 30° vorn beziehungsweise 15° hinten empfiehlt. Die tatsächliche Einstellung richtet sich jedoch nach den persönlichen Vorlieben, dem Können des Fahrers und der jeweiligen Snowboard-Disziplin.


4. Snowboarding: Disziplinen im olympischen Wettbewerb

Halfpipe: Punktrichter bewerten die Sprünge und Tricks, die der Snowboarder im Schneekanal (halbhohe, offene Röhre) zeigt. Dabei geht es um die Schwierigkeit, die Ausführung und die Vielfalt der gezeigten Manöver. Fünf bis acht Tricks je Lauf sind üblich.

Slope Style: Gefahren wird über einen Parcours, der es den Fahrern ermöglicht, Tricks und Sprünge zu zeigen. Die Leistung wird von Punktrichtern bewertet. Olympisch ist die Disziplin seit 2014.

Snowboard-Cross: Gefahren wird auf einem Parcours mit Kurven, Hindernissen und Bodenwellen. Im ersten, einzeln gefahrenen, Durchgang (Qualifikation) kommen die Zeitbesten weiter. Danach geht es in Vierergruppen weiter, wobei die beiden schnellsten Fahrer das Finale erreichen. 

Parallel-Slalom und Riesenslalom: Zwei Snowboarder treten am Hang gegeneinander an, der Gewinner qualifiziert sich für die nächste Runde. Die gesteckten Tore müssen an der kurzen Stange umfahren werden. Auch hier gibt es ein Einzelrennen gegen die Uhr als Qualifikationsrunde.

In allen Disziplinen gehen Damen und Herren getrennt an den Start.


5. Snowboard Hersteller und Marken

Der Snowboard-Markt wird von rund 30 Herstellern dominiert, die Wahl bei den Boards selbst ist in den Shops noch weit größer. Bei den jährlichen Tests gehen hunderte Snowboards ins Rennen – kaufen kann man in allen Preiskategorien von knapp 100 bis 1.500 Euro.

Zu den führenden Herstellern zählen neben Burton: Amplid, Arbor, Bataleon, CAPiTA, DC, Drake, Elan, Endeavor, Flow, Gnu, Head, Joes, K2, Korua, Lib Tech, Never Summer, Nidecker, Nitro, Ride, Rome, Roxy, Salomon, Slash, Smokin, Stepchild, Technine, Völkl und YES.  

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