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1. Warum ist Klettern so beliebt?

2. Wer geht zum Klettern?

3. Welche Arten des Kletterns gibt es?

4. Schwierigkeitsgrade beim Klettern

5. Klettern – Ausrüstung und Hersteller

6. Klettern lernen


1. Warum ist Klettern so beliebt?

Nur wenige Sportarten beanspruchen den Aktiven so vielseitig wie das Klettern. So braucht es auf der einen Seite Kraft und Geschicklichkeit, auf der anderen das richtige Einschätzungsvermögen für die Wahl der besten Route. Je nachdem, welche Art des Klettersports man wählt, kann er allein oder nur im Team betrieben werden. Klettern ist immer eine Herausforderung für Körper und Geist.

Ein weiterer Vorteil: Klettern gilt als eine der Königsdisziplinen, um Kraft, Fitness und Körperbeherrschung in einer gesunden Form zu steigern. Die Muskulatur wird gleichmäßig beansprucht, was Problemen mit dem Rücken oder Bewegungsapparat effektiv vorbeugt.


2. Wer geht zum Klettern?

Die meisten Aktiven fangen in jungen Jahren mit dem Klettern an. Laut DAV sind 60 Prozent aller Kletter-Anfänger zwischen zwölf und 20 Jahre alt. Die aktivste Gruppe ist die der 20 bis 39-Jährigen. Interessant dabei: Das Verhältnis zwischen Männern und Frauen beziehungsweise Jungen und Mädchen ist im Klettersport fast ausgewogen.


3. Welche Arten des Kletterns gibt es?

Geklettert werden kann in der Halle (indoor) oder am Fels in freier Natur (outdoor), jeweils in unterschiedliche Schwierigkeitsgraden.   

Als größte Vorteile des Hallenkletterns gelten:

· die Unabhängigkeit von den Witterungsbedingungen

· die geringere Verletzungsgefahr

· die leichte Erreichbarkeit der Kletterzentren in den Städten (rund 400 Hallen gibt es bundesweit)

Da das Naturerlebnis in der Halle fehlt und keine großen Höhen geklettert werden können, kombinieren viele Kletterer den In- und Outdoor-Sport. Stimmt das Wetter, geht es in die Berge. Bei Regen und im Winter wird dagegen die Halle bevorzugt.


4. Schwierigkeitsgrade beim Klettern

Alpinklettern

Ziel des Bergsteigers (der Seilschaft) ist es, eine bestimmte Wand zu bezwingen beziehungsweise kletternd den Berggipfel zu erreichen. Es werden verschiedene Sicherungsmittel benutzt, die teilweise mitgeführt werden oder bereits auf der Route vorhanden sind.

Dienen die genutzten Hilfen wie Haken und Seile ausschließlich der Sicherung, nicht der Fortbewegung, spricht man vom Freiklettern (Free Climbing). Wird auch auf diese Sicherung verzichtet, ist von Free Solo beziehungsweise über dem Wasser von Deep Water Soloing die Rede.

Werden Haken und Seile auch zur Fortbewegung eingesetzt, handelt es sich um Technisches Klettern, womit sich andere Routen bewältigen lassen. Dazu zählen beispielsweise auch das Klettern zur Höhlenforschung und das Fassadenklettern, sofern ein Seil benutzt wird.   

Sportklettern 

Ob indoor oder outdoor, beim Sportklettern steht der sportliche Aspekt im Vordergrund. Sportkletterer wollen die Route möglichst schnell und auf direktem Weg durchqueren. Üblich sind relativ kurze, technisch schwierige Routen. Zum Sportklettern zählt auch der sportliche Vergleich im Wettbewerb.

Eine Sonderform des Sportkletterns ist das Bouldern. Geklettert wird in Absprunghöhe, wahlweise in der Halle und am Natur-Felsen. Beim Bouldern wird eine Route geklettert, auf der bestimmte „Probleme“ unterschiedlicher Schwierigkeit zu überwinden sind. Gesichert sind die Sportler nur durch Matten am Boden, die einen Sturz abfedern sollen. Eine Sicherung über Seile gibt es hier nicht.

Klettersteige (Via Ferrata)

Auf Klettersteigen hat die Sicherung Vorrang. Die Steige sind bei der entsprechenden Fitness auch für Nicht-Kletterer zu bewältigen. Der Bergsteiger ist auf dem Klettersteig stets über einen Klettergurt mit dem fest angebrachten Stahlseil verbunden. Eisenleitern oder Eisenklammern als Trittstufen erleichtern das Vorankommen.

Schwierigkeitsgrade beim Klettern

Eine einheitliche Skala zur Bewertung der Schwierigkeit besteht nicht, im Freien Klettern haben sich jedoch zwei Bewertungssysteme etabliert. Sie sollen den Vergleich der Routen untereinander gewährleisten und damit der Orientierung des Bergsteigers dienen. Bewertet wird dabei jeweils die schwierigste Passage – die Schlüsselstelle – die es für den Bergsteiger zu bewältigen gilt.

Die nach oben offene UIAA-Skala wird in römischen oder arabischen Ziffern angegeben, zusätzlich ist eine Zwischenabstufung über +/- möglich. Die niedrigste Schwierigkeitsstufe ist die 1 (I), die höchste Stufe liegt derzeit bei circa 12 (XII).  

Ebenfalls üblich ist die sogenannte französische Skala mit arabischen Zahlen und den Buchstaben a, b oder c sowie einer möglichen Aufwertung über das +. Auch hier beginnt die Zählung bei eins, die höchste anerkannte Schwierigkeit liegt bei 9b+.


5. Klettern – Ausrüstung und Hersteller

Zu den wichtigsten Ausrüstungsgegenständen zählen Kletterschuhe, Klettergurt und Kletterseil sowie verschiedene Sicherungssysteme mit Karabiner, wie zum Beispiel die Halbmastwurf-Sicherung. Hinzu kommen eine Vielzahl weiterer Utensilien, vom Biwaksack über den Kletterhelm bis hin zu den verschiedenen Schlingen, Chalk und Chalkbag.

Zu den renommiertesten Hersteller-Marken zählen Petzl, Black Diamond, Mammut, Ocùn, Edelrid, Deuter, Vaude, Salomon, La Sportiva und viele andere mehr.


6. Klettern lernen

Wer mit dem Klettern beginnen will, kann sich im Vorfeld an den Kletterregeln des DAV orientieren. Die wichtigste Maßnahme in der Kletterhalle lautet hier: der Partnercheck. Ernster Hintergrund: Bei allen tödlichen Unfällen seit 2000 gab es laut DAV Probleme mit dem Anseilknoten. Bei richtiger Kontrolle wäre dies vermeidbar gewesen. 

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