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 SINNI-Netwerk: Innovative Ideen für das Sport Business
ISPO-BEIJING | 18.02.2017

Die Sportindustrie mit Forschung, Entwicklung und Inspirationspartnern

Innovation in der Sportindustrie: Das SINNI-Netzwerk will kreative Impulse geben

SINNI-Netwerk: Innovative Ideen für das Sport Business. Quergedacht: Wie kann man in den Sportmarkt noch Innovation bringen? Das SINN-Netzwerk denkt Ansätze neu. (Quelle: Thinkstock)
Quergedacht: Wie kann man in den Sportmarkt noch Innovation bringen? Das SINN-Netzwerk denkt Ansätze neu.
Bild: Thinkstock
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Gut kopiert ist besser als schlecht selber gemacht. Eine Binsenweisheit, die in Chinas Sportartikelindustrie lange Zeit eine gewisse Gültigkeit hatte. Langsam macht sich im Reich der Mitte aber auch der Erfindergeist breit, Innovationen sind keine Seltenheit mehr. Ein guter Beleg dafür sind unter anderem die steigenden Teilnehmerzahlen bei ISPO AWARD, 73 der 500 Unternehmen kamen 2016 aus China.

Innovation ist aber nicht nur in der Sportartikelindustrie eine wichtige Triebfeder, sondern betrifft alle Lebensbereiche der Gesellschaft. Und deshalb gründete das Münchner Unternehmen Innovationsmanufaktur 2010 das Sport-Innovations-Netzwerk SINN, um Disziplin übergreifend Innovationspotentiale im Sport Business zu identifizieren. Als internationales Pendant zum SINN-Netzwerk wurde auf der ISPO BEIJING 2017 das SINNI vorgestellt.

ISPO.com sprach mit Netzwerkmanagerin Anna Münzhuber über den Besuch der ISPO BEIJING und die ersten Erkenntnisse für das SINNI sowie die nächsten Schritte im Hinblick auf die ISPO SHANGHAI 2017 (6. bis 8. Juli 2017).

ISPO.com: Frau Münzhuber, die Abkürzung SINN steht für das Sport Innovations Netzwerk. Was ist das für ein Netzwerk und welche Ziele hat es?
Anna Münzhuber: Die Intention, das SINN zu gründen, basiert auf der Idee, disziplinübergreifend Innovationspotentiale im Sport zu identifizieren und Innovation zu realisieren. Alles begann mit der Frage, wie man Informationen, Wissenstransfer und Innovationen im Spitzensportkontext des Skisports anregend gestalten und nutzbar machen kann. In der Gegenwart bedeutet das, dass wir interdisziplinär neuen Arten und Zukunftsfeldern in Sport und Gesundheit die Möglichkeit zur Entwicklung geben wollen.


Und wie sollen diese Ziele erreicht werden?
Die Innovationsmanufaktur bringt die Leute aus verschiedensten Bereichen zusammen; Netzwerkpartner kommen aus der Sportindustrie oder sind Newcomer, sie sind Experten in Technologie oder Vermarktung, forschen oder sind absolute Querdenker. Wir ermöglichen durch einen sehr informellen Austausch und das breite Spektrum an zusammengeführten Kompetenzen völlig neue Lösungen, geben Impulse, veranstalten Workshops und Messebesuche. Zusätzlich bieten wir unter anderem auch Netzwerkreisen an. Die nächste wird dabei explizit für das SINNI zur ISPO SHANGHAI im Juli 2017 stattfinden.

Lesen Sie hier: China will Wintersport – welche Schwierigkeiten und Chancen es gibt.

Innovations-Kultur in China vorstellen

Auf nationaler Ebene hat die Innovationsmanufaktur das SINN bereits etabliert. Wie kam es jetzt zu der Entscheidung, zu expandieren und das SINNI nach Asien zu bringen?
Für uns war klar, dass Healthstyle als Thema global interessant ist. In den ersten zwei Jahren geht es nun darum, wichtige und freundschaftliche Partnerschaften aufzubauen, Projektideen auszuarbeiten, sowie eine Strategie und ein Finanzkonzept zu präsentieren. Im Anschluss folgt die Realisierung der Projekte und der Ausbau des Netzwerks.

Sie haben sich die ISPO BEIJING 2017 als Startpunkt des SINNI-Projekts ausgesucht. Wie fällt Ihr Fazit aus?
Eines steht fest: Der chinesische Markt ist nicht mit dem europäischen zu vergleichen. Ich war sehr überrascht über die Selbstverständlichkeit, mit der die Chinesen ihren Alltag digitalisieren. In diesem Bereich können wir viel von China lernen. Auf der anderen Seite glaube ich, dass der chinesische Markt, sofern er offen dafür ist, von der Innovations-Kultur des Westens lernen kann. Das Start-Up Village auf der ISPO BEIJING ist da sicher ein guter und wichtiger Ansatz. Zudem bin ich überrascht vom extremen Fokus der Chinesen auf wirtschaftliche Kenngrößen. Dass Marktzahlen, Prognosen und Co. wichtig Werkzeuge sind, steht außer Frage. Ich bin allerdings der Meinung, dass Emotionen, persönliche Beziehungen und Neugier eine ebenso große Rolle spielen, ein Produkt, Service oder ein Unternehmen langfristig und attraktiv am Markt zu positionieren.

Anja Münzhuber von der Innovationsmanufaktur betreut das Sinn(I)-Projekt. (Quelle: Innovationsmanufaktur)
Anja Münzhuber von der Innovationsmanufaktur betreut das Sinn(I)-Projekt.
Bild: Innovationsmanufaktur

Das SINN hat derzeit 25 Netzwerkpartner

Soll es thematisch neben Healthstyle noch andere übergeordnete Themen für das SINNI geben?
Für den Anfang erst mal nicht, aber durch die vielfältige Ausrichtung unserer Netzwerkpartner ist es grundsätzlich nicht auszuschließen, dass sich ein neues Themengebiet in den verschiedenen Kulturen und auch Kultur übergreifend ergibt. Das ist ein sehr dynamischer Prozess, in zwei Jahren kann viel passieren. 

Auf der Website des SINN heißt es „Das Netzwerk bietet einen moderierten und fokussierten Zusammenschluss von Stakeholdern“ – Welche Stakeholder können das sein, und wo lag der Fokus auf der ISPO BEIJING 2017?
Die Netzwerkpartner kommen aus dem Bereich der Sportindustrie, aus Forschung und Entwicklung oder sind Inspirationspartner wie beispielsweise aus dem Bereich des Spitzensports oder Marketing- und Vertriebs. Dazu sind auch Kreative, Bastler und Tüftler vertreten. Aktuell hat das SINN 25 Netzwerkpartner. Hier in Peking haben wir zunächst einmal komplett offen eine Bestandsaufnahme gemacht. Neben den gerade genannten Stakeholdern können in China sicherlich auch Regierungsorganisationen ein möglicher und wichtiger Partner.

Lesen Sie hier: Der Wintersport-Boom in CHina ist eine Chance für europäische Sportartikelhersteller.

Welche Probleme gab es bisher, potenzielle Stakeholder für das SINNI zu finden?
Die vielleicht größte und vor allem erste Hürde ist die Sprachbarriere. Ich war an vielen interessanten Ständen auf der ISPO BEIJING, aber nur wenige konnten Englisch. Präsentationen und Flyer waren oft nicht in englischer Sprache vorhanden. Das war bei einigen spannenden Themen natürlich schade. Zudem hatten viele über das Thema Innovation bisher wenig nachgedacht und konnten auf Anhieb wenig damit anfangen.

Eine weitere Herausforderung war der persönliche Austausch. Nachdem für unser Netzwerk die Persönlichkeit und das Engagement der Personen eine zentrale Rolle spielt, war es mir wichtig zu wissen, mit wem ich mich unterhalten habe. Oftmals konnte das erst auf meine Nachfrage hin geklärt werden, da anders als mir bisher bekannt weniger persönliche als viel mehr positionsrelevante Kontaktdaten ausgetauscht werden.

Viele Komponenten kommen zusammen: Das SINN-Netzwerk. (Quelle: Innovationsmanufaktur)
Viele Komponenten kommen zusammen: Das SINN-Netzwerk.
Bild: Innovationsmanufaktur

Nächster Halt: ISPO SHANGHAI 2017

Was sind jetzt dann die nächsten Schritte, wenn Sie zurück in Deutschland sind?
Im Anschluss an den Trip nach Peking beginnt die Planung für die SINNI-Netzwerkexpedition zur ISPO SHANGHAI 2017. Die Reise soll voraussichtlich mit circa zehn Personen stattfinden. Wir halten die Gruppe bewusst klein, um eine bessere Dynamik zu bekommen. Der Fokus liegt dann noch mehr auf Healthstyle, da dieses Thema auf der Sommermesse ISPO SHANGHAI noch viel mehr vertreten ist. Im Herbst folgt dann eine Netzwerkexpedition nach Japan, im zweiten Jahr fokussieren wir uns auf Europa.


Gibt es bereits konkrete Pläne für die ISPO SHANGHAI?
Zum einen wollen wir mit der Netzwerkgruppe nach potenziellen Stakeholdern aus China suchen, und ich würde mir einen konkreten Austausch zu den Themen Healthstyle oder Innovation wünschen. Und – angedockt an die ISPO SHANGHAI – wir wollen unbedingt Sport mit der Bevölkerung machen, um die Chinesen einfach noch besser zu verstehen.

Hier geht es direkt weiter auf die Homepage des SINN(I)-Projekts.

Florian Pertsch (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von Florian Pertsch, Autor
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