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 E-Mountainbike: Trends und Neuigkeiten 2017
Bike | 02.09.2016

E-MTBs sind die Hoffnung des Bike-Marktes

Wie E-Mountainbikes smart und sicher werden: Das sind die Neuheiten 2017

E-Mountainbike: Trends und Neuigkeiten 2017. Alleskönner E-Mountainbike: Von der Teerstraße bis zum schwierig zu fahrenden Trail, kommt man überall hin. (Quelle: Bosch)
Alleskönner E-Mountainbike: Von der Teerstraße bis zum schwierig zu fahrenden Trail, kommt man überall hin.
Bild: Bosch
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E-Mountainbikes sind zurzeit der große Renner: Schnell auf den Berg oder Strecken auf der Straßen ganz locker fahren. ISPO.com checkt den Hype ums Elektrorad, zeigt die Trends für 2017 und erklärt, warum man vor der ersten großen Tour lieber noch ein Sicherheitstraining macht.

Immer mehr Biker greifen zum E-Mountainbike. Lange galt das E-MTB als Alte-Leute-Rad – Zeiten, die lange vorbei sind. Der Zweirad Industrie Verband, die Interessensvertretung der Rad-Industrie, zeigt für 2015 ein Wachstum von 11,5 Prozent bei den verkauften Rädern auf: Rund 535.000 E-Bikes wurden insgesamt verkauft. Logisch, dass auch das E-Mountainbike immer beliebter wird.

Für ISPO.com erklären drei Experten, warum das E-Bike auch im Mountainbike-Sektor weiter durchstarten wird und wo es noch Probleme gibt: Andreas Rieger ist Ausbilder beim Bundeslehrteam der DIMB (Deutsche Initiative Mountainbike). Ernst Brust ist Chef-Prüfer bei Velotech. René Filippek ist Technik-Redakteur beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC).


E-Mountainbikes sind der neue Trendmarkt

„Ganz klar, E-Mountainbikes sind der Trend zurzeit in der Fahrrad-Industrie“, sagt Ernst Brust: „Das liegt daran, dass die jungen Leute das Bike entdeckt haben.“ Die sportliche Betätigung wird durch den Elektromotor noch flexibler. Lange Anfahrten zum Berg sind leichter zu stemmen, Steigungen besser zu meistern. Aber auch im flachen Gelände sind ganz neue Distanzen möglich bei gleicher Anstrengung – all das lockt auch fitte Mountainbiker aufs E-MTB.

Auch für den Markt hat sich ein ganz neues Feld eröffnet: „Die Händler sehen hier ihre Zukunft“, sagt René Filippek. Der Hype könnte zum neuen Wachstumsmarkt werden – noch macht das E-Bike laut Zahlen des ZIV allerdings erst 12,5 Prozent des Gesamtmarktes aus. Lesen Sie hier, warum das E-Bike immer mehr zum Lifestyle-Produkt wird.

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Komfort wird auf dem E-MTB immer wichtiger

„Der Mensch hat fünf Kontaktpunkte zum Rad, das bezeichne ich als Komfortzone. Je schneller das Rad wird, desto mehr müssen Dinge wie die Federung verbessert werden. Das Komfort-Denken ist immer mehr im kommen“, sagt Brust.

Dass das Fahren immer angenehmer wird, findet auch Andreas Rieger: „Das Fahrwerk, also die Federgabel und der Dämpfer, werden immer besser. Sie sind besser abgestimmt, das Bike-Handling wird dadurch einfacher. Die Geometrien verändern sich, damit man angenehmer und sicherer auf dem Rad sitzt.“ 

Gerade beim E-Mountainbike eine wichtige Eigenschaft, wenn es mit Motor-Unterstützung über weniger ebenes Gelände geht. Bei den Reifen geht der Trend zu 650Plus-Reifen, die das Rad leichter und stabiler laufen lassen, mehr Balance geben. Die Maßeinheit 650Plus ist gleich den 27,5-Zoll-Reifen, allerdings mit einer breiteren Felge. Auch bei Mountainbikes ohne Antrieb wird diese Laufradgröße immer mehr zum Standard.

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Kann das E-Mountainbike bald weiter fahren?

Einer der großen Vorteile sind die großen Distanzen, die wegen der Motor-Unterstützung zurückgelegt werden können. Auch hier tut sich gerade einiges: Die Räder werden leichter, die Akkus halten mehr aus.

„Da viel mit Reichweite geworben wird, merkt man jedes Teil, das den Wirkungsgrad verschlechtert“, sagt Brust. Je leichter das Rad, desto weiter geht es mit dem Akku.

Doch gerade bei E-Mountainbikes macht der Akku in den Bergen schnell schlapp. Entwickelt werden Spezialisierungen für E-MTBs: „Bislang hat man die Motoren der Pedelecs umgebaut, um sie für Mountainbikes zu nutzen – das funktioniert auch sehr gut. Aber im Gebirge ist man schon mal nach 20 bis 30 Kilometern mit einem leeren Akku unterwegs. Einfach, weil der Motor viel Kraft braucht und so der Akku leer gesaugt wird“, sagt René Filippek.

Längst nicht nur in den Bergen ein neuer Trend: E-Mountainbikes eignen sich auch perfekt für die Stadt. (Quelle: Bosch)
Längst nicht nur in den Bergen ein neuer Trend: E-Mountainbikes eignen sich auch perfekt für die Stadt.
Bild: Bosch

Ein spezielles Augenmerk haben die Hersteller auf die Optik gelegt: „Die Integration von Akku und Motor in den Rahmen, dass man sie fast nicht mehr sieht, kommt immer mehr – damit das Bike auch optisch sexy wird“, erklärt Rieger.

Lesen Sie hier: Diesen Motor können Sie an jedes Rad anbauen.

Smartphones auf dem Mountainbike

GPS-Geräte gibt es schon längst für Räder, für das E-Mountainbike bieten sie sich geradezu an. Die Entwicklung geht allerdings klar zum Smartphone, das auch auf Mountainbike-Touren genutzt werden kann: „Mittlerweile gibt es Computer, die viele Möglichkeiten bieten: Wettervorhersage, Restreichweite des Akkus und so weiter“, erklärt Filippek.

Das Koppeln mit dem Smartphone wird in Zukunft noch viel mehr werden. Gerade auf einem Pedelec, wo ein großer Akku drauf ist, hat man auch viel Saft. Bislang hängt der Computer am Akku dran, das gibt es bereits, aber noch nicht für das Smartphone.“ Der Trend geht klar zum All-in-One-Modell, das alle Fähigkeiten bündelt, das simple GPS-Gerät wird sich nicht dauerhaft halten können.

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E-Mountainbike: Sicherheit zuerst

Die Verkäufe der E-Mountainbikes steigen, immer mehr Fahrer nutzen neue Technik, doch die Sicherheit bleibt dabei oft auf der Strecke. „Es gibt viele Quereinsteiger, die das E-Mountainbike noch nicht beherrschen“, sagt Rieger.


Deshalb ist Vorsicht geboten: „Ich vermittle in den E-MTB-Kursen neben Fahrtechniktipps  auch Verhaltensregel, damit die Trail-Etiquette bewahrt bleibt. Das ist wichtig, denn viele Biker haben sich bis jetzt noch keine Gedanken gemacht wie man sich auf den schmalen Wegen verhält. Insbesondere mit anderen Naturnutzern.“ Was Rieger mit Trail-Etiquette genau meint, finden Sie hier.

Gerade die E-MTBs ermöglichen vielen Neueinsteigern eine Mountainbike-Tour, die sie sich ohne Motor nicht zugetraut hätten. Rieger sagt: „Es wird einen erhöhten Nutzerdruck in Bergen geben – bei den Hotspots ist das jetzt schon der Fall.“

Das sind die Experten

Andy Rieger: Ausbilder beim DIMB.
Andy Rieger: Ausbilder beim DIMB.

Andy Rieger ist Ausbilder beim Bundeslehrteam der DIMB (Deutsche Initiative Mountainbike), ein Zusammenschluss von Mountainbiker und Herstellern mit mehr als 60.000 Mitglieder. Der Bike-Guide hat eine professionelle Ausbildung zum Fahrtechniktrainer und bringt Anfängern, aber auch Fortgeschrittenen das richtige Verhalten auf dem Bike am Berg bei. Zudem betreibt er das Fahrtechnik- und Reiseportal www.happytrails.de.

Technik-Redakteur und Mountainbike-Experte des ADFC: René Fliippek. (Quelle: Privat)
Technik-Redakteur und Mountainbike-Experte des ADFC: René Fliippek.
Bild: Privat

René Filippek ist Technik-Redakteur beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club. Er beschäftigt sich laufend mit den neusten Trends im Radsport und erklärt die Neuheiten im Magazin des ADFC. Das ist der ADFC.

Chef von Velotech und Prüfer für zertifizierte Rad-Neuheiten: Ernst Brust. (Quelle: Velotech)
Chef von Velotech und Prüfer für zertifizierte Rad-Neuheiten: Ernst Brust.
Bild: Velotech

Ernst Brust ist Gründer und Chef des Prüflabors Velotech: Der Dienstleister berät Firmen und testet die neusten Geräte in der Bike-Szene. Zudem ist Velotech eine anerkannte Zertifizierungsstelle für den Bike-Markt. Das ist die Firma Velotech.

Gregor Röslmaier schreibt für ISPO.com. (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von Gregor Röslmaier, Autor
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