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 Panono-Ballkamera: 360-Grad-Fotos sind die trendigsten Selfies
Startup | 29.08.2016

Berliner Startup beeindruckt bei ISPO BRANDNEW 2016

Panono-Ballkamera: 360-Grad-Panorama-Fotos sind die cooleren Selfies

Panono-Ballkamera: 360-Grad-Fotos sind die trendigsten Selfies. Panono-Erfinder Jonas Pfeil zeigt, wie man die Ballkamera möglichst rotationsfrei in die Luft wirft. (Quelle: Imago)
Panono-Erfinder Jonas Pfeil zeigt, wie man die Ballkamera möglichst rotationsfrei in die Luft wirft.
Bild: Imago
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Selfies mit dem Smartphone waren gestern, der neueste Hit heißt Panono. Die Ballkamera mit ihren 360-Grad-Aufnahmen hebt das Selfie-Schießen auf ein neues Level. 36 einzelne Kameras lösen auf Knopfdruck synchron aus und fangen so die gesamte Umgebung ein: links, rechts, oben, unten. Das Ergebnis der Panono-Ballkamera sind beeindruckende 360x360-Grad-Panoramabilder, die bisher nur mit großem Aufwand zu erstellen waren.

Der Diplominformatiker Jonas Pfeil ist der Erfinder dieser Hightech-Kamera und Mitgründer der Panono GmbH, einem Startup aus Berlin. Bei ISPO BRANDNEW 2016 wurde Panono in der Kategorie Accessories ausgezeichnet.


Mit ISPO.com sprach Jonas Pfeil, der die Panono-Ballkamera schon Stefan Raab bei „TV Total“ einem Millionenpublikum vorstellen durfte, über erfolgreiches Crowdfunding, die unterschiedlichen Anwendungsbereiche der Kamera und seine Unternehmensziele für die Zukunft.

ISPO.com: Herr Pfeil, war das Fotografieren schon immer eine Leidenschaft von Ihnen?
Jonas Pfeil: Ja, ich fotografiere sehr gerne und lege dabei auch viel Wert auf die Qualität der Bildergebnisse.


Die Idee, eine eigene Panoramakamera zu entwickeln, kam Ihnen ja im Urlaub. Was hat Ihnen an „klassischen“ Panoramabildern, die man selbst am Computer zusammenbaut, nicht gefallen?
Panoramaaufnahmen auf dem „klassischen“ Weg, also Bild für Bild aufzunehmen und anschließend am Computer zu bearbeiten, ist ein unglaublich aufwendiger Prozess. Besonders im Urlaub raubt das natürlich nicht nur wertvolle Zeit, sondern strapaziert auch die Nerven der Reisebegleiter. Deshalb habe ich mich gefragt, wie man den Aufwand reduzieren kann.

36 Kameras in einem kleinen Ball

Das war 2007, aber bis zum ersten Prototypen vergingen vier Jahre. Was waren in dieser Zeit die großen Hürden, die Sie auf dem Weg zum ersten funktionsfähigen Produkt meistern mussten?
Entwicklung von Hardware ist aufwendig und langwierig. Man muss eigentlich immer mit Komplikationen rechnen. Die größten Herausforderungen waren das simultane Auslösen der 36 Kameras und die Produktion der Außenhülle. Besonders knifflig war es auch, die für die Kamera notwendige Elektronik auf die Größe eines Balles herunterzuschrauben.

Das Panono-Gründerteam: Qian Qin (l.), Jonas Pfeil und Björn Bollensdorff (r.). (Quelle: Panono)
Das Panono-Gründerteam: Qian Qin (l.), Jonas Pfeil und Björn Bollensdorff (r.).
Bild: Panono

Zu welchem Zeitpunkt und in welcher Funktion kamen dann Ihre beiden Partner Björn Bollensdorff und Qian Qin dazu?
Björn und Qian waren von dem Moment an mit an Bord, als wir uns dazu entschieden, ein Unternehmen zu gründen, um den ersten Prototypen zu einem serienfähigen Produkt zu machen. Björn hat zunächst die Bereiche Marketing und Backend-Softwareentwicklung übernommen. Qian hat sich mit der Entwicklung der Website sowie der IT-Infrastruktur befasst.

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Ihre erste Crowdfunding-Kampagne auf „indiegogo.com“ generierte 1,25 Millionen US-Dollar. Das ist beachtlich. Was war Ihr damaliges Crowdfunding-Ziel?
Als Ziel hatten wir uns damals die Marke von 900.000 US-Dollar gesetzt. Dass wir dieses Ziel sogar noch überschritten haben, war natürlich überwältigend.

Wie erklären Sie sich diesen Erfolg?
Da spielen diverse Faktoren eine Rolle. Mitentscheidend für den Erfolg unserer Crowdfunding-Kampagne waren meiner Meinung nach unsere relativ gut strukturierte Website und das Video. Zudem hatten wir das Glück, für den Zeitraum der Kampagne den VR-Brillenhersteller Oculus als Kooperationspartner gewinnen zu können. Außerdem haben wir uns um eine hohe Transparenz bemüht und sämtliche Fragen von Unterstützern und Interessenten so schnell wie möglich beantwortet.

Panono sammelt Investoren-Gelder

War es danach einfach, auch die Plattform „companisto.com“ für eine Crowdinvestment-Kampagne zu gewinnen?
Der Erfolg unserer Indiegogo-Kampagne hatte sicherlich auch einen positiven Effekt auf die anschließende Crowdinvestment-Kampagne. Die Details der Zusammenarbeit wurden aber natürlich davon unabhängig verhandelt.

Würden Sie auch anderen Startups im Sport Business den Weg über Crowdfunding und Crowdinvestment zur Realisierung der eigenen Geschäftsidee empfehlen?
Ich bin zwar kein Experte für das Sport Business, aber wenn jemand eine gute Idee hat und von dieser überzeugt ist, bietet sich Crowdfunding auf alle Fälle an. Neben der Finanzierung bietet das Crowdfunding auch die Möglichkeit des Ideenaustauschs mit der Crowd, also den zukünftigen Usern und Käufern. Einige Ideen unserer Unterstützer sind auch in die Produktentwicklung eingeflossen. Die Resonanz der Crowd hat uns gezeigt, dass es tatsächlich einen Markt für unser Produkt gibt. Crowdfunding bedeutet aber natürlich auch Verantwortung.

Fotoshow ISPO BRANDNEW: Jurymeeting


Wie läuft denn der Verkauf seit dem Launch der ersten Kamera im September 2015?
Wir sind mit den Verkaufszahlen zufrieden. Mittlerweile wurden mehr als 150.000 Panoramen von Nutzern aus aller Welt auf unserer Plattform hochgeladen.

Panono-Ballkamera kostet 1500 Euro

Zur Zeit gibt es von der Panono Camera ja nur ein Modell: die Explorer für rund 1.500 Euro. Es war zu lesen, dass Sie auch eine „Consumer“-Version planen. Wird diese günstiger sein? Und wie wird sie sich von der „Explorer“ unterscheiden?
Wir sind von dem ursprünglichen Plan, in diesem Jahr eine preisgünstige Consumer-Variante anzubieten, abgerückt. Panono ist die aktuell einzige Kamera für qualitativ hochwertige 360-Grad-Fotos. Auf diesen Vorteil wollen wir uns konzentrieren. Daher planen wir die Veröffentlichung eines Nachfolgermodells, in das die Optimierungen der Hardware und Software einfließen, die seit Einführung der Explorer Edition umgesetzt werden konnten.


Wer ist denn Ihre Hauptzielgruppe: Eher der Endverbraucher, der schöne Urlaubsfotos machen will, oder der B2B-Bereich?
Aktuell halten sich B2C und B2B bei unseren Kunden die Waage. Wir wollen den Anteil an B2B-Kunden aber weiter steigern.

Sie kooperieren unter anderem mit Unternehmen wie Jochen Schweizer, BMW, dem WWF, den Minnesota Vikings und Mammut. Wie sieht diese Zusammenarbeit im Detail aus?
Wir haben mittlerweile eine Vielzahl von großen Kooperationspartnern aus den unterschiedlichsten Branchen. Dementsprechend sieht auch die Zusammenarbeit je nach Partner unterschiedlich aus. BMW verwendet die Kamera bei Messeauftritten. Der WWF dokumentiert mit der Panono seine Projekte auf der ganzen Welt, und das Footballteam Minnesota Vikings hat den Baufortschritt des neuen Stadions mit 360-Grad-Fotos festgehalten und seinen Fans präsentiert. Wir unterstützen unsere Partner bei der Umsetzung ihrer individuellen Projekte. Dafür profitieren wir von ihrer Reichweite und erhalten wichtiges User-Feedback.

Panono knüpft Kontakte auf ISPO MUNICH

Hat sich Ihr Business-Alltag nach der Präsenz als ISPO BRANDNEW Finalist auf der ISPO MUNICH 2016 verändert?
Die Präsenz im ISPO BRANDNEW Village war für uns durchaus erfolgreich. Neben wertvollen Kontakten aus der Sport- und Outdoorszene, konnten wir auch Kunden aus dem Bereich Tourismus gewinnen. Zudem hat es Spaß gemacht, viele andere Startups mit ihren innovativen Ideen und Produkten kennenzulernen.

An welchen Features und Verbesserungen arbeiten Sie und Ihr Team zur Zeit?
Unser Team arbeitet stetig an Verbesserungen der Hardware und Software. Kürzlich haben wir einige neue Features wie das Annotations-Tool veröffentlicht, das es ermöglicht, Metadaten wie Links oder Beschriftungen in die Panoramen einzufügen. Außerdem wird es in Zukunft ein Tool zur Erstellung von virtuellen Touren aus mehreren Bildern geben.

Panono will Fotografie-Zukunft mitgestalten

Kann ich die Kamera nur über den Online-Shop kaufen oder wird sie auch über den stationären Foto-Fachhandel vertrieben?
Der Online-Shop ist weiterhin unser Hauptvertriebsweg. Bisher ist Panono nur vereinzelt im Handel erhältlich, wir planen jedoch, den Vertrieb im stationären Handel Stück für Stück auszubauen. 

Was sind Ihre Ziele für die nächsten fünf Jahre?
Ich würde mich freuen, wenn Panono auch in den nächsten Jahren den Schritt zu einem etablierten Unternehmen weitergeht und wir mit unseren Ideen und Produkten die Zukunft der Fotografie mitgestalten können.


Fakten zum Unternehmen

Name/Geschäftsform: Panono GmbH
Gründungsjahr: 2012
Firmensitz: Berlin
Anzahl der Mitarbeiter: 22
Panono im Netz: Mehr Informationen zum Unternehmen gibt es auf seiner Homepage, bei Facebook, bei Youtube, bei Instagram und auch bei Twitter.

Andi Spies (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von Andi Spies, Autor
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