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 Dieser Elektroantrieb macht aus Ihrem Rad ein E-Bike
Bike | 26.08.2016

Ein Elektromotor zum Nachrüsten für jedes Rad

E-Bike-Motor Pendix: „Erfahrungen aus dem Motorsport auf das Fahrrad übertragen“

Dieser Elektroantrieb macht aus Ihrem Rad ein E-Bike. Kann jedes Rad zum E-Bike machen: Pendix ist ein Motor zum Nachrüsten. (Quelle: Pendix)
Kann jedes Rad zum E-Bike machen: Pendix ist ein Motor zum Nachrüsten.
Bild: Pendix
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Der E-Bike-Motor Pendix soll dem eigenen Rad einen echten Flitzer machen: Der Antrieb zum Nachrüsten ist ein Leichtgewicht und stattet damit jedes Bike mit ordentlich Power aus. Der Elektromotor kann schnell und unkompliziert an jedes Fahrrad montiert werden und macht so aus einem konventionellen Rad ein modernes E-Bike.

Erstmals präsentierte sich der E-Bike-Antrieb Pendix bei der ISPO MUNICH 2016 als ISPO BRANDNEW-Finalist. Im Interview mit ISPO.com spricht Thomas Herzog, Mitgründer und CEO von Pendix, warum sein Know-how aus dem Motorsport wichtig für die Entwicklung war und warum der Antrieb sowohl für Stadt-Pendler als auch Sportler taugt. 

ISPO.com: Sie wollen mit dem Antrieb von Pendix das E-Bike revolutionieren. Wie sieht diese Revolution genau aus?
Thomas Herzog: 95 Prozent aller verkauften E-Bikes haben einen fest verbauten Motor, häufig mit Getriebe. Pendix ist ein Nachrüstmotor, er kostet 1490 Euro exklusive Montage. Das heißt: Jeder kann ihn sich an sein bereits vorhandenes Rad montieren lassen. So hat man quasi zwei Räder in einem: ein „normales“ und eines mit dem gewissen Extra an Geschwindigkeit. Der Pendix-Antrieb funktioniert dabei ohne Getriebe. Dadurch ist er nicht nur geräuschlos, sondern tritt sich im ausgeschalteten Zustand genau wie ein herkömmliches Fahrrad. 


E-Bike-Motoren zum Nachrüsten: „Extrem viel Potenzial“

Wie kamen Sie auf die Idee, einen solchen Antrieb zu entwickeln?
Im Grunde war das reiner Zufall. Wir sind ein Gründerteam von sechs Leuten und kommen alle aus der Automobilbranche. Bei einem ersten gemeinsamen Startup haben wir überwiegend Prototypen für die Automobilbranche entwickelt – wie beispielsweise Steuergeräte für das 24-Stunden-Rennen von Le Mans oder die Rallye Paris-Dakar. Die Initialzündung für den Wechsel kam dann 2012: Ein Fahrradhersteller beauftragte uns, einen Motor für ein E-Bike zu entwickeln. Dieser hatte konzeptionell nichts mit Pendix zu tun, hat uns aber für das Thema Elektrofahrrad begeistert. Uns war bald klar: Das Thema hat extrem viel Potenzial, und so einen Antrieb können wir relativ schnell zur Marktreife bringen. So haben wir 2013 dann Pendix gegründet.

Das heißt, Sie nutzten Ihr Know-how aus dem Motorsport für die E-Bike-Entwicklung?
Genau. Wir haben unsere Erfahrungen aus dem Motorsport auf das Fahrrad übertragen, ohne dabei die Fahreigenschaften des Rads zu verändern. Mit unserem Wissen über Antriebstechnologien konnten wir einen Motor entwickeln, der exakt auf das Fahrrad zugeschnitten ist. Der Pendix-Antrieb lässt sich intuitiv bedienen, und die Unterstützung beim Treten ist genau auf die Kraft abgestimmt, die der Radfahrer investiert. So geht das natürliche Trittgefühl nicht verloren. Außerdem haben wir Wert auf das Design gelegt. Es ist sehr schlicht und gleichzeitig ein Hingucker.

Elektroantrieb unterstützt mit 200 Prozent

Für welchen Biker-Typen und für welches Bike ist der Antrieb bestimmt?
Da haben wir keine Vorlieben, der Antrieb ist nahezu universell einsetzbar. Er passt an fast jedes Rad und lässt sich so steuern, dass jeder genau die Unterstützung beim Fahren bekommt, die er braucht. Man kann zwischen drei verschiedenen Antriebsstufen wählen: Eco, Smart und Sport. Bei der Sport-Einstellung unterstützt der Antrieb mit 200 Prozent, das hilft jedem Radler über deutliche Steigungen hinweg. Die Einstellung erfolgt dabei durch ein Drehrad, das sich direkt am Akku befindet. 

Kann man sein Fahrrad selbst mit dem Pendix-Antrieb nachrüsten?
Nein, er muss durch einen Fahrradhändler montiert werden. Wir haben inzwischen ein flächendeckendes Netz an Vertragspartnern in Deutschland, Österreich und der Schweiz und expandieren auch europaweit.


Der Gründer und CEO kommt aus der Automobilbranche: Thomas Herzog ist der Chef von Pendix. (Quelle: Pendix)
Der Gründer und CEO kommt aus der Automobilbranche: Thomas Herzog ist der Chef von Pendix.
Bild: Pendix

Sieben Kilo leichter als E-Bikes von der Stange 

Welche Technologie steckt dahinter?
Es handelt sich um einen Mittelantrieb. Der Elektromotor reagiert direkt auf die Tretkraft des Radfahrers, dadurch entsteht das schon erwähnte natürliche Fahr-Erlebnis. Der Akku wurde unter Verwendung neuester Lithium-Ionen-Technologie aufgebaut. Er ist kompakt und hat eine alltagstaugliche Reichweite. Mit 6,5 Kilo ist der Motor vergleichsweise leicht und verändert das Gesamtgewicht des Bikes nicht sehr stark. Konventionelle E-Bikes sind fünf bis sieben Kilo schwerer.

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Wie oft sitzen Sie selbst auf einem Bike?
Ich bin sicher kein leidenschaftlicher Biker. Aber ich habe durch Pendix eine völlig neue Perspektive auf das Radfahren gewonnen. Fahrradfahren ist einfach rundherum sinnvoll, gesund, umweltschonend, leise, flexibel – das habe ich nun kennen und schätzen gelernt. So habe ich ein Rennrad, mit dem ich lange Touren drehe und eben ein ganz normales Fahrrad mit Pendix-Antrieb für den Weg ins Büro. Pendix ist gerade für Pendler ideal. Daher kommt übrigens auch der Name.

So sieht der Akku mit Kurbeln aus: Der Pendix-Antrieb. (Quelle: Pendix)
So sieht der Akku mit Kurbeln aus: Der Pendix-Antrieb.
Bild: Pendix

„Selbst Enduro-Mountainbiker nutzen E-Antriebe“

Viele Leute sagen: E-Bikes sind nur etwas für Senioren! Wie stehen Sie dazu?
Ja, das hört man häufig, aber meistens von Leuten, die selbst noch kein E-Bike gefahren sind. Viele sehen es eben noch nicht als Sportprodukt, obwohl es ja inzwischen sogar E-Bike-Weltmeisterschaften gibt. Selbst Enduro-Mountainbiker nutzen E-Antriebe, um schneller bergauf zu fahren und so pro Tag mehr Zeit auf den Downhill-Trails zu verbringen. Junge Leute unter 23 Jahren sind mittlerweile unsere zweitgrößte Interessentengruppe.

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Sie haben auf der ISPO MUNICH 2016 den Pendix erstmals einem internationalen Fachpublikum präsentiert. Wie wichtig war das für Ihr Unternehmen?
Wir konnten uns auf der ISPO MUNICH als innovative Neuerung präsentieren und auf der Messe einige wertvolle Kundenkontakte im B2B-Bereich knüpfen. Am meisten freut mich aber, dass wir dort zudem einen neuen Mitarbeiter für den Vertrieb gewinnen konnten, der uns seit April 2016 beim Aufbau der Marke unterstützt. 


Wie entwickelt sich denn der Markt für E-Bikes in Deutschland?
Die Entwicklung ist rasant. Allein in diesem Jahr wurden in Deutschland mehr als 530.000 E-Bikes verkauft. Design und Funktionalität sind in den vergangenen Jahren viel flexibler und zeitgemäßer geworden, so dass wir uns völlig neue Kundengruppen erschließen können. Aber bis ein E-Bike ein wirklich cooles Image hat, wird es wohl noch etwas dauern.

Das ist das Startup Pendix:

Name: Pendix GmbH

Firmensitz: Zwickau

Anzahl der Mitarbeiter: 31

Produkte: Elektroantriebe für Fahrräder

www.pendix.de

Andi Spies (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von Andi Spies, Autor
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