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 Alles wird kleiner: Das sind die Mountainbike-Trends 2017
Bike | 02.09.2016

Die Neuheiten für den Mountainbike-Kauf

Neue Reifen, neue Schaltung: Diese Mountainbike-Trends müssen Sie 2017 kennen

Alles wird kleiner: Das sind die Mountainbike-Trends 2017. Die Bike-Trends 2017 sind vor allem neue Laufradgrößen und Schaltungen. (Quelle: Bartek Wolinski / Red Bull Content Pool)
Die Bike-Trends 2017 sind vor allem neue Laufradgrößen und Schaltungen.
Bild: Bartek Wolinski / Red Bull Content Pool
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Das sind die Neuheiten und Trends für die Mountainbike-Saison 2017: Eine größere Vielfalt bei der Reifengröße und eine Revolution bei der Schaltung. Welche neue Technik lohnt sich wirklich und wie gut muss der Biker sein, um davon zu profitieren? Worauf man beim Kauf achten sollte und welche Trends durchstarten werden, erklären zwei Experten bei ISPO.com.

Die Vor- und Nachteile der Mountainbike-Trends 2017 analysieren Tom Oehler, Mountainbikeprofi und Weltrekordhalter auf seinem Trial-Bike, und René Filippek, Technik-Redakteur des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs. 

Revolution der Schaltung: Ein 12er-Antrieb 

Wer bei der Schaltung auf Qualität setzt, der kommt an den zwei Größten Marken nicht vorbei: Shimano und Sram sind die Big Player – einer ist eigentlich in allen Rädern verbaut. Eine echte Revolution brachte Sram auf den Markt: Der 12-fach-Antrieb sieht vorne nur noch ein Kettenblatt vor, hinten dagegen 12 Schaltblätter.

„Früher hat man damit geprahlt, wie viele Gänge man hat, das ist heute nicht mehr so“, sagt Filippek. Schon 2016 brachte Sram die 1x12-Schaltung auf den Markt, durchstarten wird sie erst 2017.

Für erfahrene Biker eine starke Neuerung: Die Schaltung von Sram mit 12 Schaltblättern am Hinterrad und nur noch einem Schaltblatt an der Kurbel. (Quelle: Sram)
Für erfahrene Biker eine starke Neuerung: Die Schaltung von Sram mit 12 Schaltblättern am Hinterrad und nur noch einem Schaltblatt an der Kurbel.
Bild: Sram

Wer bislang eine 1x11-Schaltung nutzte, wird die Erhöhung der Übersetzungs-Bandbreite spüren. Nur für besonders steile Auf- und Abfahrten ist die Schaltung nicht ideal. „Trotzdem wird es einfacher, weil man nur noch einen Schalthebel für hinten hat. Das ist revolutionär“, sagt Filippek.

Der große Vorteil: Man muss nicht überlegen, was man schalten muss, kann nach Gefühl agieren. Der große Nachteil: „Um die 1000 Euro wird man schon hinlegen müssen“, sagt Oehler. Sein Tipp: „Ich finde die Shimano-Schaltungen haben einen größeren Komfort, schalten besser. Wer die 12 Schaltblätter haben will, kommt an Sram nicht vorbei.“


Neue Reifengrößen beim Mountainbike

Der heißeste Trend ist eine neue Reifengröße: Nachdem die 26-Zoll-Räder kaum mehr verbaut werden, wurde eine neue Standartgröße eingeführt. 27,5 Zoll sind neben dem Klassiker-Reifen mit 29 Zoll derzeit der Renner.

„Zurzeit wird mit den Größen gespielt“, sagt Filippek: „Die 29 Zoll-Reifen werden sich im Cross-Country-Bereich durchsetzen, die Größe 27,5 bei den anderen Disziplinen.“

Die kleinste Größe, 26 Zoll, wird in Zukunft ganz verschwunden sein, lediglich bei Frauenrädern ist sie noch im Gebrauch. Die neue Maßeinheit schafft mehr Wendigkeit und Flexibilität für den Biker. Für den weniger ambitionierten Fahrer rät Flippek allerdings: „Bleiben Sie beim 29-er-Rad mit starrem Hinterbau.“

Das Standart-Modell ist für Amateursportler immer noch die beste Wahl. Das findet auch auch Goehler: „Je aktiver der Fahrer, desto eher würde ich zu den 650 B tendieren.“

Nur nicht verwirren lassen: 650B ist die selbe Größe wie ein 27,5-Zoll-Reifen nur im sogenannten französischen Maß statt in Zoll gemessen. Das neue Standartmaß wird die 26-Zoll-Reifen endgültig verdrängen.

Lesen Sie hier: So checken Sie Ihr Mountainbike richtig durch

Video: Tom Oehler in Kappadokien

Dieser Mountainbike-Typ ist zurzeit gefragt

Vom Durchschnitts-Mountainbike sind die Hersteller schon längst abgekommen. Trotzdem setzen sich die Allrounder wieder gegen die spezialisierten Bikes durch. „Das Enduro-Bike ist zurzeit das gefragteste.

Das heißt einen 160 Millimeter Federweg vorne und hinten. Da bist du bei 13 oder 14 Kilo pro Rad. Das ist das universellste Rad, das man sich kaufen kann“, sagt Oehler.

Das sieht auch Filippek ähnlich: „Das vollgefederte All-Mountain-Rad wird sich durchsetzen.“ Der Unterschied zum Enduro: All-Mountains haben meist einen Federweg von 130 bis 140 mm.

Lesen Sie hier: Action Sport auf dem Mountainbike – MTB Slopestyle ist der neuste Trend

Etwas mehr Federweg als ein All-Mountain-Bike: Das Enduro ist ebenso ein Alleskönner. (Quelle: Cameron Baird / Red Bull Content Pool)
Etwas mehr Federweg als ein All-Mountain-Bike: Das Enduro ist ebenso ein Alleskönner.
Bild: Cameron Baird / Red Bull Content Pool

Das kostet ein Top-Mountainbike 2017 

Wer Qualität haben will, der sollte nicht zum günstigsten Produkt greifen: „Ab 1000 Euro bekommt man hochwertige Bikes, darunter ist es schwierig, weil bei Federelementen die Funktion nicht so gegeben ist und die Einstellbarkeit auf den Fahrer kaum möglich ist“, sagt Filippek.

Danach geht der Preis steil nach oben. „Wenn Geld keine Rolle spielt, kann man mit der neuen 1x12-Schaltung tolle Qualität bekommen“, sagt Oehler.

Lesen Sie hier: Top-Mountainbikerin Sabine Spitz: „Mountainbike-Sport ist eine kleine Nummer“

Das sind die Bike-Trends 2017


Welche Neuheiten kommen nach 2017?

Die Smartphone-Nutzung aus dem Alltag wird sich auch auf das Rad übertragen, die Vernetzung wird kommen. Integrierte Systeme werden bald alle Hersteller anbieten müssen, meint Filippek. Bislang gibt es noch viele einzelne Geräte, diese werden zu einem kombiniert werden.

„Systeme werden erkennen, wo man eine Tankstelle zum Trinkflasche auffüllen findet. Aber auch Dinge wie Wartungsintervalle: Es wird dem Fahrer mitgeteilt, dass er mal wieder u seinem Händler fahren sollte. Sensoren im Rad, die sagen, der Rahmen ist an der oder der Stelle überlastet, da könnte es bald krachen.“ 


Das sind die Experten:

Tom Oehler fuhr schon an den abgelegensten Orten der Welt mit seinem Bike. (Quelle: Nick St. James / Red Bull Content Pool)
Tom Oehler fuhr schon an den abgelegensten Orten der Welt mit seinem Bike.
Bild: Nick St. James / Red Bull Content Pool

Tom Oehler ist Mountainbike-Profi und Weltrekordhalter: Der 33-Jährige Österreicher sprang mit seinem Bike eine drei Meter hohe Wand hinauf und bekam dafür seinen ersten Eintrag in Guiness Buch. Kurz schlug er auf seinem Trial-Bike Félix Sánchez, der bei Olympia in London 2012 über 400 Meter Hürden gewann. Oehler sprang mit seinem Rad den Hürdenlauf in nur 44,62 Sekunden. Tom Oehler ist auf Facebook, zudem auf Twitter und zusätzlich auf Instagram zu finden. Die Homepage vom gebürtigen Linzer: www.smooth.at

Technik-Redakteur und Mountainbike-Experte des ADFC: René Fliippek. (Quelle: Privat)
Technik-Redakteur und Mountainbike-Experte des ADFC: René Fliippek.
Bild: Privat


René Filippek ist Technik-Redakteur beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club. Er beschäftigt sich laufend mit den neusten Trends im Radsport und erklärt die Neuheiten im Magazin des ADFC. Das ist der ADFC.

Gregor Röslmaier schreibt für ISPO.com. (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von Gregor Röslmaier, Autor
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