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 Island-Trikots ausverkauft? Was Ausrüster Erreà sagt
Sportbusiness | 30.06.2016

Riesenhype um EM-Zwerge aus Island

Island-Trikots ausverkauft: Was Ausrüster Erreà zur enormen Nachfrage sagt

Island-Trikots ausverkauft? Was Ausrüster Erreà sagt. Kolbeinn Sigthórsson bejubelt seinen Treffer für Island gegen England – in einem Trikot von Erreà. (Quelle: Imago)
Kolbeinn Sigthórsson bejubelt seinen Treffer für Island gegen England – in einem Trikot von Erreà.
Bild: Imago
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Islands Erreà-Trikots sind derzeit äußerst begehrt. Das 330.000-Einwohner-Land ist in Bekleidung eines kleinen Ausrüsters aus Italien sensationell ins Viertelfinale der Euro 2016 in Frankreich eingezogen. ISPO.COM ist dem Hype um Island und Erreà auf die Spur gegangen.

Rosa Sembronio hat derzeit jede Menge zu tun. Die Marketing-Verantwortliche von Erreà, einer Familienfirma aus San Polo di Torrile, einem Vorort von Parma, versucht den Trubel zu bändigen. Seit die Fußball-Nationalmannschaft von Island sensationell England im Achtelfinale aus der EM geworfen hat, erreichen sie zahlreiche Medienanfragen aus aller Welt.

Nicht alle kann sie beantworten. Genauso wenig, wie der kleine Sportartikelhersteller die Nachfrage nach Island-Trikots in so kurzer Zeit befriedigen kann. Das Shirt mit der Nummer 9 von Kolbeinn Sigthorsson, dem Siegtorschützen zum 2:1 gegen England, ist besonders begeht.

ISPO.COM sprach mit Erreà-Marketingchefin Rosa Sembronio.


ISPO.COM: Frau Sembronio, nach dem überraschenden Achtelfinal-Sieg der Isländer gegen England herrscht eine enorme Nachfrage nach den Trikots der Außenseiter-Mannschaft. Wie waren die ursprünglichen Erwartungen von Ausrüster Erreà?
Rosa Sembronio: Um ehrlich zu sein: Wir haben weder offizielle Bestellmengen berechnet, noch genaue Zukunftsprognosen vor EM-Start gemacht. Wir bleiben mit Absicht maßvoll und lassen uns nicht von falschem Enthusiasmus verleiten. Wir arbeiten lieber an der konkreten Situation und tasten uns dabei mit Bedacht – Schritt für Schritt – heran.

Die Trikots der isländischen Nationalmannschaft sollen komplett ausverkauft sein. Wie geht es gerade in Ihrer Firma zu?
Unsere Stärken sind Schnelligkeit und hervorragender Kundenservice. Daher bearbeiten wir alle Bestellungen, die uns von Fans und Sportfreunden erreichen, Woche für Woche mit höchster Geschwindigkeit. Zu einem späteren Zeitpunkt werden wir Bilanz ziehen. Im Moment konzentrieren wir uns lieber darauf, Kundenfragen, die uns aus aller Welt erreichen, zu beantworten.


Wann können Kunden damit rechnen, ihr bestelltes Island-Trikot zu bekommen? Island spielt ja schließlich schon am Sonntag sein Viertelfinale gegen Frankreich.
Wir sind Produzenten und dank dieser Eigenschaft können wir es uns erlauben, ohne Panik wöchentlich auf Kundenbestellungen zu reagieren. Wir sind in der Lage Käufer zufriedenzustellen, die ihr Trikot sowohl während als auch nach der EM kaufen möchten. 

Wurde Erreà vom Hype um die isländische Nationalmannschaft überrascht?
Wir sind zweifellos sehr stolz und glücklich über die sportlichen Leistungen der Isländer. Es ist uns eine große Ehre, an ihrer Seite zu stehen, wenn sie nun erstmals in ihrer Geschichte an einem so bedeutenden Turnier wie der EM teilnehmen. Das soll jetzt nicht hochmütig klingen, aber: In Wahrheit sind wir nicht überrascht. Wir wussten um die Stärke und Solidität dieser Mannschaft und waren uns sicher, dass sie sich mit ganzem Herzen ins Zeug legen und deshalb auch einen beachtlichen Weg zurücklegen würden.


Italien und Island sind ja nicht gerade Nachbarländer. Wie ist die Partnerschaft entstanden?
Erreà und KSI (der Isländische Fußballverband, Anm.d.Red.), das ist eine Kooperation seit 2002. Ein Sponsoring, das aus gegenseitiger Achtung und Wertschätzung entstanden ist. Gemeinsame Absichten und Ideen haben diese Beziehung gefestigt. Dieses gegenseitige Vertrauen hat schließlich zu einer Vertragsverlängerung geführt und dazu, dass Erreà offizieller Ausrüster zur Euro 2016 geworden ist. Letzten Endes verbinden uns dieselben Werte: Leidenschaft, Kampfgeist, Herz, harte Arbeit, Entschlossenheit, Demut, der Glaube an einen echten, sauberen und unverfälschten Fußball.

Im EM-Halbfinale könnte es zum Duell zwischen Island und Italien kommen: Wen würde Erreà anfeuern?
Als italienisches Unternehmen schlagen nun zwei Herzen in unserer Brust. Es wäre ein Dilemma, aber sicherlich ein wunderbares und sehr willkommenes.

Über Erreà:

Gründer und Firmenchef Angelo Gandolfi (64) begann 1988 mit der Herstellung von Teamsportbekleidung. 58 Millionen Euro Umsatz erwartet das Familienunternehmen mit rund 600 Beschäftigten im laufenden Geschäftsjahr. Im Volleyball ist Erreà eine größere Nummer als im Fußball: 18 Nationalteams tragen die Doppelraute. Der Erfolg der isländischen Fußball-Nationalelf bedeutet auch für Erreà einen enormen Marketingerfolg.

Sarah Caggiano
Ein Beitrag von Sarah Caggiano, Autorin
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