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 Mountainbiker René Wildhaber über Umstieg auf das E-MTB
BIKE | 15.09.2017

E-Mountainbiker über Antriebe, E-Bike-Akku, Mittelmotor und E-MTB-Rennen

MTB-Profi René Wildhaber: Wie man mit dem E-MTB trainieren und wo man es kaufen sollte

Mountainbiker René Wildhaber über Umstieg auf das E-MTB. René Wildhaber spielt mit seinem E-Bike (Quelle: Trek)
E-MTB ist für René Wildhaber eine willkommene MTB-Alternative
Bild: Trek
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E-Bikes und E-MTBs sind für den Schweizer Mountainbiker René Wildhaber schon lange Alltag. Bei ISPO.com spricht der ehemalige Downhill- und Enduro-Profi über die Zukunft der E-Mountainbikes, Training mit E-Antrieb, die Entwicklung vom Naben- zum Mittelmotor und erklärt, warum es E-MTB-Rennen schwer haben werden. 

Bike-Masters, Bike-Attack und Megavalanche das sind die Rennen von Szenegröße René Wildhaber. Hier konnte der Schweizer mehrmals triumphieren. Der 40-Jährige gilt als der beste Downhill-Marathonfahrer der Welt. Aber auch bahnbrechende Videoparts und Bike-Abenteuer zeichnen den Schweizer Mountainbiker aus.

 

„Er fuhr Enduro, bevor Enduro in aller Munde war. Er fuhr Big-Mountain-Abenteuer, bevor es zum Trend wurde“, sagt Trek Brand Manager Travis Ott über René Wildhaber. „Er erkannte das Potential von E-Mountainbikes, bevor der Hype losgetreten war.“ Inzwischen ist René Wildhaber für seinen ehemaligen Mountainbike-Rennsponsor hauptsächlich mit dem E-MTB im Einsatz.   

E-Bikes bringen Spaß für das Training

Viele gestandene Mountainbiker waren am Anfang beim Thema E-MTB skeptisch, erging es Ihnen auch so?
Rene Wildhaber: Seit ich mich erinnern kann, probiere ich gerne neues aus, ich bin neugierig. Schon als die ersten E-Bikes im lokalen Bikeshop standen, fragte ich sofort, ob ich eine Ausfahrt machen dürfe. Als ich mit den Stadträdern unterwegs war, erahnte ich das immense Potential.

 

René Wildhaber gehört zu den Großen des MTB-Sports (Quelle: Trek)
René Wildhaber hat auf das E-MTB umgesattelt
Bild: Trek

Und dann haben Sie sich ein E-MTB geschnappt?
Ich war neugierig auf die neue Technologie und dass ich den Widerstand mit dem E-Bike selber wählen kann. Wenn ich bergauf fahre, kann ich die Unterstützung so einstellen, dass ich genauso viel Kraft brauche wie in der Ebene. Ich selbst habe angefangen, mit dem E-Bike zu trainieren, als ich verletzt war, oder wenn ich einen Berg fahren wollte – vom Trainingsplan her aber eher flach fahren sollte.

Da habe ich dann das E-Bike genommen. Ich kann dann mit genau so wenig Kraft bergauf fahren, als würde ich geradeaus fahren und trotzdem habe ich am Schluss noch eine Abfahrt.

Gewicht der E-Bikes wird sinken

E-Biken funktioniert, das weiß jeder, der es ausprobiert hat. Wie haben Sie die härtesten Skeptiker aus der Bike/MTB-Szene überzeugt?
Bisher hat eine Testfahrt noch jeden Biker fasziniert. Nur wenige verweigern jeglichen Kontakt mit den E-Bikes.

Sie interessieren sich sehr für die Entwicklung der Bikes und sind bei ihrem Sponsor auch maßgeblich daran beteiligt. Wie sieht das E-Bike in ein paar Jahren aus, was wird sich noch verändern?
Das E-Bike wird äußerlich kaum von einem Bike ohne Motor zu unterscheiden sein. Auch das Gewicht der E-MTBs und sonstigen E-Bikes wird noch sinken. Die Komponenten werden durch einen noch leistungsstärkeren Akku angetrieben und das ganze Bike wird vernetzt sein.

Das sind die neuesten Bike-Trends

Vom Nabenmotor zum Mittelmotor

Was war aus Ihrer Sicht die wichtigste Innovation im E-Bike-Bereich, bzw. welche wird es in den kommenden Jahren werden?
Für mich war der Schritt vom Nabenmotor zum Mittelmotor für das E-MTB entscheidend. So wurde auf einen Schlag die Handhabung und Effizienz viel besser. Dadurch wurde der Einsatz im Gelände erst möglich. In der Zukunft spielt sicher Design und Anbindung der Komponenten eine große Rolle.

Das E-MTB wird das MTB sogar ersetzen, glaubt ein anderer MTB-Profi >>>>

Was macht für René Wildhaber die größte Faszination beim E-Biken aus?
Ich liebe Abenteuer: Wenn ich also mit viel Gepäck unterwegs bin, hilft das E-MTB ungemein, die Tour mehr genießen zu können. Zum Beispiel, wenn ich bei einem Bike-Camping-Trip in den Bergen unterwegs bin. Und wenn man Abstand vom Alltag braucht, kommt man mit dem E-Bike wirklich sehr schnell sehr hoch und weit.

René Wildhaber über E-Bike-Rennen

Glauben Sie, dass sich Rennserien für E-Bikes etablieren werden?
Für mich sind E-Bikes ideal für gemeinsame Ausfahrten, um zusammen Fahrrad zu fahren. Auch wenn unter Freunden oder in der Familie die Personen ein unterschiedliches Fitness-Level haben, bietet das E-Bike ein gemeinsames Fahrerlebnis. Für Rennserien müsste man die Bikes technisch und die Fahrer auf Doping kontrollieren können. Das ist recht aufwendig, einen solchen sauberen Sport hinzukriegen.


 

Hat E-Biken die Bike-Szene und das Mountainbiken verändert?
Es etabliert sich eine neue Kategorie von Fahrrädern – 200 Jahre nach der Erfindung der Draisine. So wie Ende 1970er Jahre das Mountainbike seine Erfolgsgeschichte startete. Es ist gut, wenn sich die Bike-Szene erneuert, es kommen neue Leute auf den Geschmack Fahrrad zu fahren.

Beratung für E-Bike-Kauf

Welche Tipps haben Sie für E-Bike-Einsteiger, wie finden die ihr richtiges Bike?
Am besten lässt man sich bei einem auf E-Bikes spezialisierten Händler gut beraten. Dieser kann dann auch einen einwandfreien Service bieten. Die E-MTB’s sind so wie SUV’s in der Autobranche, man kann sie überall einsetzen. Doch die Geschwindigkeit ist auf 25km/h limitiert. Mit Straßenzulassung sind 45km/h möglich und somit ideal als umweltfreundliche Alternative zum Auto auf dem Arbeitsweg.

Wie Sie Ihr richtiges E-Bike finden, lesen Sie hier >>>>

 

 (Quelle: CK)
Ein Beitrag von Claudia Klingelhöfer, Autorin
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