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 Kayaking, SUP und Surfen: China entdeckt den Wassersport
China | 27.07.2017

Kayaking, Stand-up Paddling und Surfen – Wassersport in China

Olympia-Teilnehmerin Xu Yaping: „Kayak muss als Sport für Jedermann sichtbarer werden“

Kayaking, SUP und Surfen: China entdeckt den Wassersport. Xu Yaping nahm an den Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking teil. (Quelle: imago)
Xu Yaping nahm an den Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking teil.
Bild: imago
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Egal ob Kayaking oder Stand-up Paddling – China entdeckt den Wassersport für sich. Auf der ISPO SHANGHAI sprachen wir mit Kayak-Olympionikin Xu Yaping über die Entwicklung der Wassersportarten im Reich der Mitte.

Neue Sportarten sind in China immer willkommen. Chinesen scheuen sich nicht davor, Neues zu testen. Egal wie skurril es für sie im ersten Moment erscheinen mag. Die richtige Ausrüstung ist dabei nicht wirklich wichtig – zumindest im ersten Schritt.

Skifahren in Jeans war bis vor kurzer Zeit keine Seltenheit, dabei sein beim neuen Trend war die Devise. Ähnlich verhält es sich mit den Wassersport-Segmenten Kayak oder Stand-up Paddling.


Beim ISPO Open Demo Day vor der ISPO SHANGHAI 2017 bildeten sich lange Schlangen an den Wassersport-Teststationen und auch der Watersports-Demo-Bereich war während den drei Messetagen außerordentlich gut besucht. 

Abschlussbericht: So lief die ISPO SHANGHAI 2017 ≤≤≤

ISPO.com sprach auf der ISPO SHANGHAI mit Olympionikin Xu Yaping, die 2008 in Peking für China im Kayak-Sprint antrat, über die Entwicklung der Wassersportarten im Reich der Mitte, welche Probleme den Trend noch bremsen und wo das Wassersportherz der Chinesen schlägt.

Xu Yaping: Wassersport noch immer eine Nische

ISPO.com: Xu Yaping, Sie haben sich vom aktiven Wettkampfsport zurückgezogen. Wie sieht Ihr Engagement für den Kayak-Sport aktuell aus?
Xu Yaping:
Ich kümmere mich stark darum, Wassersport in China bekannter zu machen. Zum einen gebe ich Kurse an der Universität in Shanghai, wo ich gleichzeitig auch meinen Master mache, zum anderen habe ich in eine Wassersport-Schule für Kinder investiert. Viele ehemalige Athleten engagieren sich nach ihrer Karriere als Dozenten an der Universität, um die nächste Generation langsam an die Weltspitze heranzuführen. 

Xu Yaping (3.v.l.) mit ISPO Executive Director Business Unit Consumer Goods Tobias Gröber (2.v.l.) nach ihrem Vortrag beim Water Sports Industry Forum (Quelle: Florian Pertsch)
Xu Yaping (3.v.l.) mit ISPO Executive Director Business Unit Consumer Goods Tobias Gröber (2.v.l.) nach ihrem Vortrag beim Water Sports Industry Forum
Bild: Florian Pertsch

Abgesehen vom Leistungssport-Bereich: Wie populär ist Wassersport bei Chinas breiter Masse?
Es wird zwar besser, trotzdem ist Wassersport immer noch in einer sehr kleinen Nische. Das liegt grundsätzlich an zwei Dingen. Zunächst einmal sind alle Gewässer und Wasserstraßen in staatlicher Hand, was das Ausüben der Sportarten nicht gerade einfach macht.

Außerdem ist die Qualität der Ausbilder und Guides noch nicht besonders groß. Es gibt noch keine wirklichen Standards diesbezüglich und dadurch entstehen viele Wassersport-Klubs, die nur ans schnelle Geld denken. Das stärkt nicht gerade das Vertrauen der Kunden in Trendsportarten wie Kayaking oder Stand-up Paddling. 

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Xu Yaping: Profis müssen Sport promoten

Was müsste also besser werden?
Kayaking muss als Sport für Jedermann sichtbarer werden, was natürlich stark mit einem weniger restriktiven Zugang zu den Gewässern einhergeht. Ich glaube, die Regierung hat verstanden, dass hier ein Umdenken stattfinden muss.

Chinas Bevölkerung hat die Outdoor-Sportarten für sich entdeckt. Beim Thema Sichtbarkeit müssen auch wir Leistungssportler an uns arbeiten. Wir trainieren und bewegen uns nur in unserem Elite-Zirkel, stattdessen müssen wir helfen unseren Sport zu promoten.

Welche Wassersportart kommt aktuell bei den Chinesen am besten an?
Ich würde sagen, je leichter ein Sport zu lernen ist, desto eher wird er von den Menschen angenommen. Demnach stehen SUP und Kayak ganz oben bei den Chinesen. Rudern ist vergleichsweise teuer und körperlich fordernder, beim Surfen ist die Einstiegshürde sicherlich der Schwierigkeitsgrad der Sportart. 

Welcher Sport ist in China populär? Hier geht es zu den beliebtesten Sportarten...


Staudämme erschweren Kayaking in China

Sie haben erwähnt, dass Chinas Bürger die Outdoor-Sportarten für sich entdeckt haben. Wo schlägt das Wassersport-Herz der Chinesen, in den Städten oder in der Natur?
Es ist so: Die Wassersport-Community befindet sich zu einem Großteil in den Städten, aber Sport gemacht wird außerhalb. Viele Städter fahren regelmäßig bis zu einer Stunde, um außerhalb der Metropolen ihrem Sport nachzugehen. 

Und wo geht Xu Yaping dem Kayak-Sport am liebsten nach?
Aus Gründen der Logistik bevorzuge ich Gewässer im Ausland, da in China häufig zu viele Unterbrechungen den Spaß am Sport bremsen. Oft müssen Staudämme- oder wehre umgangen werden und das macht Kayaking nicht besonders angenehm. Außerhalb Chinas ist es deutlich naturbelassener.

Hier finden Sie alle Trends und Neuigkeiten aus dem Wassersport >>>

Video: Wassersport bei der ISPO MUNICH 2017

Florian Pertsch (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von Florian Pertsch, Autor
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