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 Ultra-Star Anton Krupicka: „Länger heißt nicht besser!"
Running | 16.06.2017

Ultralauf-Star über Trailrunning, seinen Facebook-Erfolg und den Outdoor-Sport

Trailrunner Anton Krupicka: „Kombiniert einfach Laufen, Klettern, Skifahren und Radfahren!“

Ultra-Star Anton Krupicka: „Länger heißt nicht besser!". Für den US-Amerikaner Anton Krupicka ist Trailrunning ein effektiver Weg, sich autark in der Natur zu bewegen.  (Quelle: La Sportiva)
Für den US-Amerikaner Anton Krupicka ist Trailrunning ein effektiver Weg, sich autark in der Natur zu bewegen.
Bild: La Sportiva
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Der US-Amerikaner Anton Krupicka ist einer der weltweiten Stars der Ultralauf-Szene. Er hat die wichtigsten Ultra-Marathon-Rennen gewonnen: den Leadville 100, den Miwok 100k und den 100-Meilen-Traillauf Rocky Raccoon. Und obendrein ist er ein cooler Typ mit über 100.000 Followern auf Facebook und einer Art „Crossover-Vision“ für den Outdoor-Sport. Für ISPO.com erklärt er sie.

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In den vergangenen Jahren sind Sie viel Ski gefahren, viel geklettert und haben sich einige Male auch ziemlich schwer verletzt. Was sind Ihre Pläne für die nächste Zeit?
Ich werde meine Aktivitäten auch weiterhin auf die Jahreszeiten ausrichten – Skifahren im Winter, Klettern, Radfahren und Laufen im Sommer –, aber ich hoffe, dass ich auch in Zukunft dauerhaft schmerzfrei laufen kann. Ich bin noch nicht fertig mit den Ultraläufen und plane, an weiteren Events teilzunehmen. Der Wettkampf ist für mich persönlich sehr befriedigend.


Der Outdoor-Sport und das Laufen – zwei Themen, die sich in den letzten Jahren immer mehr angenähert haben. Das ist zumindest die Botschaft der Industrie. Halten Sie das nur für einen Hype oder ist es tatsächlich so?

Für mich ist Laufen ganz einfach ein effektiver Weg, sich effizient und autark in der Natur zu bewegen. Ich liebe es, dass das Laufen so einfach und dabei so nützlich ist. Also, ja, es ist sinnvoll, Running mit anderen Outdoor-Sportarten, wie Klettern, Rad- und Skifahren, zu kombinieren, um sich neue Ziele in den Bergen zu setzen und diese zu erreichen. Warum eine Aktivität durch den Versuch beschränken, sie zu definieren? Inspiration und Kreativität sollten nicht durch ein Label unterdrückt werden.

Outdoor-Star Anton Krupicka und Facebook: Es ist mir ein Rätsel

Sie sind eine echte Berühmtheit und haben über 100.000 Follower bei Facebook. Haben Sie sich jemals gefragt, warum Sie als Trailrunner mehr Fans haben als so mancher Leichtathletik-Olympiasieger?
Natürlich habe ich mich das schon gefragt. Aber ich weiß nicht, warum das so ist.

Ihre Erfolg und Ihre Berühmtheit, woher kommen sie Ihrer Meinung nach?
Wie schon gesagt, ich weiß es nicht. Auch für mich ist es ein Rätsel.

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Wie kümmern Sie sich um Ihre Fans und Follower?
Gar nicht. In den sozialen Medien biete ich den Menschen die Möglichkeit, einen Teil meines Alltags mitzuerleben. Die Leute können sich entscheiden, ob sie dabei sein möchten oder nicht. 

Glauben Sie, dass so viele Fans und eine solche Popularität manchmal eine Last sein können?

Manchmal wünsche ich mir ein bisschen mehr Anonymität. Ich bin von Natur aus introvertiert und zurückhaltend. Manchmal ist es unbequem, die ganze Zeit erkannt zu werden. Aber genau diese Bekanntheit ermöglicht mir andererseits auch einen bestimmten Lebensstil als Profisportler. Also kann es mich eigentlich gar nicht richtig stören.

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Trailläufer Anton Krupicka ist die Hälfte des Jahres unterwegs, entweder im Ausland oder in den Bergen im Westen der USA.
Trailläufer Anton Krupicka ist die Hälfte des Jahres unterwegs, entweder im Ausland oder in den Bergen im Westen der USA.

Trailrunning und Sponsoren

Was zeichnet einen guten Sponsor aus?
Ich muss an die Produkte und Geschäftspraktiken des Unternehmens glauben. Das Marketing muss sich für mich ehrlich anfühlen. Wenn all das gegeben ist, passt es für mich und wir können in der Regel eine Beziehung aufbauen, von der beide Seiten profitieren.

Was können Sponsoren für ihre Sportler tun?
Ausrüstung stellen und sie als Individuen promoten. Im Gegenzug promoten die Sportler exklusiv die Produkte der Sponsoren und helfen bei der Produktentwicklung.

Wie sehen Ihre Pläne für die Zeit nach Ihrer Karriere als Trailläufer aus?
Vielleicht werde ich in der Outdoor-Branche arbeiten. Vielleicht werde ich auch irgendetwas machen, was gar nichts damit zu tun hat.


Es kommt nicht auf die Distanz an

Die Rennen werden tendenziell immer länger und extremer, was glauben Sie, wohin führt diese Entwicklung?
Ich glaube nicht, dass länger zwangsläufig auch besser heißt. Für mich ist eine Distanz von 100 Meilen schon immer eine gute Obergrenze gewesen. Es ist sehr schwierig, eine viel größere Herausforderung als alles, was man jemals im Training machen könnte, aber die anschließende Erholungsphase erstreckt sich nicht über Monate. Wenn man richtig läuft, kann ein Rennen über eine Meile eine ebenso große Herausforderung sein wie ein Rennen über 100 Meilen. Es kommt nicht auf die Distanz an, was zählt ist vielmehr, dass man sich selbst Herausforderungen sucht, sich darauf vorbereitet und dann sein Bestes gibt.

Laufen, wo immer man möchte

Wenn Sie zurückblicken, welcher Lauf war für Sie in der letzten Zeit am aufregendsten?
So etwas gibt es bei mir nicht. Der aufregendste Lauf ist immer der, den ich gerade absolviert habe, und der, den ich als nächstes mache.

Was sind die besten Orte für Ultra- und Trailläufer? 
Der beste Ort ist der, der für Sie am praktischsten ist. Es ist nicht wichtig, wo Sie laufen, wichtig ist, dass Sie daraus eine gewisse Befriedigung ziehen und regelmäßig trainieren.

Video: Apps und Wearables für Läufer

 (Quelle: CK)
Ein Beitrag von Claudia Klingelhöfer, Autorin
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