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 Tödliche Unfälle: Radprofis fordern mehr Rücksichtnahme
Bike | 31.05.2017

Viellehner, Scarponi, Hayden kommen in Italien ums Leben

Radsportler fordern nach tödlichen Unfällen mehr Rücksichtnahme auf öffentlichen Straßen

Tödliche Unfälle: Radprofis fordern mehr Rücksichtnahme. Italienische Polizisten tragen das zerstörte Rennrad von Nicky Hayden von der Unfallstelle. (Quelle: imago)
Italienische Polizisten tragen das zerstörte Rennrad von Nicky Hayden von der Unfallstelle.
Bild: imago
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Mehr Sicherheit für Radsportler im Straßenverkehr: Nach den tödlichen Unfällen der Triathletin Julia Viellehner, des Radprofis Michele Scarponi und des ehemaligen Motorrad-Weltmeisters Nicky Hayden in Italien haben zahlreiche Kollegen einen rücksichtsvolleren Umgang der anderen Verkehrsteilnehmer gefordert. Bei Training und Rennen erleben die Radsportler häufig gefährliche Situationen.

Es sei schwer zu verstehen, dass ein Motorrennfahrer bei 350 km/h auf einer Rennstrecke oder ein Radfahrer, der bei einem Rennen 100 km/h in der Abfahrt erreicht, sicherer unterwegs seien als jemand im normalen öffentlichen Straßenverkehr, schrieb Radprofi Marcel Kittel auf seinem Twitter-Profil.

Michael Teuber: Viele heikle Situationen

Paracycling-Champion Michael Teuber schrieb bei Facebook: „Ein Straßenrennen kann gefährlich sein – aber ein Training auf der Straße noch mehr!“


Er selbst habe bereits viele heikle Situationen mit rücksichtslosen Autofahrern erlebt. Teuber fordert: „Autofahrer, haltet Abstand, bleibt entspannt hinter uns, bis ihr überholen könnt. Respektiert das Leben von Radfahrern.“

Michael Gogl: Emotionaler Facebook-Post

Der österreichische Radprofi Michael Gogl schrieb sich mit einem emotionalem Appell auf Facebook Frust und Trauer von der Seele: „(...) Hinter jedem Fahrradfahrer steckt ein Mensch, ein Sohn, eine Tochter, eventuell Familienvater oder Mutter. Würden Sie Ihre eigenen Kinder mit völlig überhöhter Geschwindigkeit und 50 cm Seitenabstand überholen? Ich kenne die Antwort.

Die paar Sekunden die man verliert, wenn man hinter einer Gruppe Radfahrer bleibt und erst überholt, wenn genug Sicht vorhanden ist, können Leben retten.

Ich trainiere fast schon täglich mit Tagfahrlicht, aber meine Angst wird immer größer. Täglich höre ich viel zu schnelle Auto's heranrasen und täglich überholen mich Sattelschlepper viel zu knapp. Ich trainiere großteils auf Nebenstraßen mit wenig Verkehr, um mich nicht zu gefährden. (...)“

Wichtig!!!! TAG für TAG setze ich mich und meine Kollegen aufs Fahrrad, um unsere sportlichen Ziele zu verfolgen und...

Posted by Michael Gogl on Montag, 22. Mai 2017


Für seine Bitte um mehr Respekt für Radfahrer bekam Michael Gogl viel Zustimmung – löste aber nach eigenen Angaben auch einen „Shitstorm“ aus: „Ich werde jetzt aufhören mir die Kommentare durchzulesen die unter meinem Post geschrieben werden bzw wurden. Das hat eine völlig überzogene Dimension angenommen und scheint als Ventil für frustrierte, was auch immer für welche, Menschen geworden zu sein.“

Drei tödliche Unfälle in Italien

Die drei tödlichen Unfälle von Viellehner, Scarponi und Hayden erschüttern die Radsport- und Triathlon-Szene. Julia Viellehner war vor einer Woche bei einer Trainingsfahrt in der Emilia-Romagna mit einem Lkw kollidiert und am Montag ihren schweren Verletzungen erlegen.

Julia Viellehner erlag ihren schweren Verletzungen nach einem Trainingsunfall. (Quelle: Imago)
Julia Viellehner erlag ihren schweren Verletzungen nach einem Trainingsunfall.
Bild: Imago

Nicky Hayden starb ebenfalls am Montag, nachdem sich er sich fünf Tage zuvor bei einer Radtour nahe Cesena schwere Kopfverletzungen zugezogen hatte. Der ehemalige Motorrad-Weltmeister war mit einem Kleinwagen zusammengeprallt.

Der ehemalige Giro d'Italia-Sieger Michele Scarponi starb am Samstag nach einem Unfall mit einem Kleintransporter in seinem Heimatort Filottrano. Der Fahrer hatte ihn wohl übersehen. Scarponi war sofort tot.

Biathletin Chevalier: Unfall in Frankreich

Die französische Biathletin Anais Chevalier kam zum Glück glimpflicher davon. Die dreifache WM-Medaillengewinnerin wurde auf einer Trainingsradfahrt nach Antibes (zwischen Nizza und Cannes) angefahren und erlitt einen Schlüsselbeinbruch.

Die 24-jährige Chevalier schrieb auf Facebook: „Ich bin wütend. Autofahrer, auf dem Rad sind wir nackt. Danke, dass ihr nicht mit unserem Leben spielt.“

J'agrandis la liste qui me faisait tellement peur depuis la reprise de l'entraînement... Je suis en colère,...

Posted by Anaïs Chevalier on Dienstag, 23. Mai 2017

ISPO (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von ISPO.com, Redaktion
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