ISPO.com is also available in English ×
 US-Skistar Bode Miller begräbt Comeback-Pläne
ISPO-MUNICH | 05.02.2017

Business mit Aztech Mountain statt Ski-Rückkehr

Bode Miller: Aztech Mountain statt Ski-Comeback

Bode Miller mit Klaus Dittrich, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe München GmbH. (Quelle: Gunnar Jans)
Video teilen:
Video bewerten:
Bode Miller ist nicht nur der beste Skifahrer der US-Geschichte, sondern auch Teilhaber einer Bekleidungsfirma. Mit Aztech Mountain stellt er auf der ISPO MUNICH aus – und erklärt, dass ein Comeback sich nach seinem schweren Sturz von 2015 für ihn „zu mehr als 90 Prozent“ erledigt hat.

Natürlich muss Klaus Dittrich auch an den Sportler denken, der hier auf der ISPO MUNICH 2017 in der Halle B1 sein prominenter Gast ist, während sich dessen Kollegen 280 Kilometer weiter südlich auf ihren Renneinsatz vorbereiten.

„Es ist schade, dass Sie die Weltmeisterschaft verpassen – aber es ist schön, dass Sie hier sind“, sagt der Vorsitzende der Geschäftsführung der Messe München GmbH zu Bode Miller. „I’m fine“, antwortet Bode Miller, „hier auf der ISPO MUNICH bekomme ich neue Inspiration – der Ski-Weltcup inspiriert mich nicht mehr.“

Und Weltmeister, fügt Bode Miller (39) grinsend an, sei er ja schließlich auch schon viermal geworden, auf der ISPO MUNICH bisher aber „nur einmal vor mehr zehn Jahren im Vorbeifahren“ gewesen.

Bode Miller auf der ISPO MUNICH 2017


Rücktritt „zu mehr als 90 Prozent sicher“

„Es ist zu mehr 90 Prozent sicher, dass ich nicht mehr in den Ski-Zirkus zurückkehren werde“, sagte Bode Miller auf der ISPO MUNICH, wo er als Teilhaber der US-Bekleidungsfirma Aztech Mountain die Kollektion der Premium-Marke aus Aspen/Colorado vorstellt.

Präsentieren Sie ihr innovatives Start-up auf der perfekten Plattform: ISPO BRANDNEW. Hier gibt es alle Informationen >>>

Offiziell hat der beste Skifahrer der US-Geschichte seine Karriere noch nicht beendet, aber im Gespräch mit ISPO.com macht er klar, dass er nach über 400 Weltcup-Rennen seinen 33 Weltcup-Siegen keinen weiteren mehr anfügen wird: „Ich werde bald 40 Jahre alt. Ich habe alles erlebt im Skifahren. Ich glaube, es macht wenig Sinn für mich, noch einmal zurückzukehren. Jetzt ist das Business meine neue Challenge. Und das Skifahren bringt mir auch geschäftlich nichts mehr."


Die Erklärung dafür liefert er gleich mit: Er wolle Aztech Mountain nach vorne bringen, bekannt machen, an die Spitze führen. Das US-Skiteam, von dem er sich nur offiziell noch nicht verabschiedet hat, aber wird seit Jahren von Spyder ausgestattet.

„Was soll es Aztech Mountain bringen, wenn ich dann im Rennen die andere Marke trage?“ Win on Sunday, sell on Monday, das funktioniert nicht, wenn man über Nacht die Klamotten wechselt.

„Chief Innovation Officer“ bei Aztech – und Vater

Klar, Bode Miller, seit zwei Jahren ohne Weltcup-Start, hat immer mal wieder mit seinem Rücktritt kokettiert, ihn dann aber doch nie vollzogen – auch weil er noch keine neue Aufgabe gefunden hatte, die ausfüllt. Nun aber gibt es gleich deren zwei.

Zum einen ist er Vater geworden und sagt: „Die Family wird jetzt wichtiger. Da brauche ich das gesundheitliche Risiko nicht mehr.“ Dann aber ist es auch der neue Job als „Chief Innovation Officer“ bei Aztech Mountain, der ihn fordert.

Lesen Sie hier: Das große Bode Miller Interview über seine Business-Pläne >>>

„Ich werde alles dafür geben, die Firma nach vorne zu bringen“, sagt Bode Miller am Sonntag, als er Klaus Dittrich die neue Kollektion zeigt. „Mir gefällt das gut, was Sie machen, das ist eine hochwertige Qualität“, bemerkt der Messechef, „ich habe mir vergangenes Jahr beim Skiurlaub in Österreich zufällig etwas von Aztech gekauft.“

Für Bode Miller ist das genau das richtige Stichwort: „Dann muss ich alles daran setzen, dass dies künftig nicht mehr zufällig geschieht.“

Die Profi-Karriere des Bode Miller


Bode Miller: „Will meine Firma hart pushen“

Solche Kontakte wie dieser zum Vorsitzenden der Geschäftsführung der Messe München sind es, die Bode Miller jetzt antreiben. „Ich will meine Firma so hart pushen, wie ich es mit mir im Ski-Weltcup getan habe“, erklärt er im Gespräch mit ISPO.com.

Mit dem Unterschied: „Als Fahrer war ich vom Material abhängig und konnte vieles nicht beeinflussen. Als Hersteller kann ich das Material selbst bestimmen. Ich will das beste Material finden, die neuesten Technologien kennenlernen, die besten Geschäftspartner finden.“


Und so nutzt Bode Miller mit großem Interesse die Gelegenheit, sich das ISPO BRANDNEW VILLAGE anzusehen, in dem die besten Start-Ups im Sport Business ihre Ideen und Produkte präsentieren.

Olympiasieger vom ISPO BRANDNEW VILLAGE begeistert

Ob BRANDNEW WINNER Anticonf, das umweltfreundliche Board aus Bambus-Stringern oder die Finalisten Sleddogs, die Snowskates, die Inlineskaten mit Skifahren kombinieren, oder Integrated Avalanche System, ein revolutionärer Sicherheitsrucksack, der einen Lawinen-Airbag mit einen einzigartigen Atmungssystem verbindet – vor allem die ISPO BRANDNEW Kategorie Hardware Winter, ihm die Exhibition-Group-Director Markus Hefter vorstellte, hatte es Bode Miller angetan. „Great stuff“, rief der Olympiasieger den Newcomern zu, „macht es perfekt.“

Die Nummer 1 zu werden, ist noch immer sein Antrieb, sagte Miller am Ende noch im Gespräch mit ISPO.com: „Fragen Sie mal meine Mitarbeiter: Ich kann mich nicht mit Mittelmaß zufrieden geben.“ Aus das ist ein Grund, warum er nicht mehr in den Ski-Zirkus zurückkehren wird.

Kommentare
Gunnar Jans ist Chefredakteur von ISPO.COM (Quelle: www.goettlicherfotografieren.de)
Ein Beitrag von Gunnar Jans, Chefredakteur
Top Themen
ISPO Newsletter
ISPO Newsletter
Jetzt anmelden
Social Media