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 Action Sports: „Das alte Geschäftsmodell hat ausgedient“
Action-Sports | 23.09.2016

Rasmus Ostergaard über POLYGON auf der ISPO-MUNICH

Wandel im Action Sport: „Das alte Geschäftsmodell, wie wir es kennen, hat ausgedient“

Action Sports: „Das alte Geschäftsmodell hat ausgedient“. Rasmus Ostergaard ist selbst begeisterter Snowboarder. (Quelle: Vistas Tours)
Rasmus Ostergaard ist selbst begeisterter Snowboarder.
Bild: Vistas Tours
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Mit POLYGON macht die Action-Sports-Szene auf der ISPO MUNICH 2017 einen großen Schritt in die Zukunft. Action-Sport-Veteran Rasmus Ostergaard schloss sich dem Vertriebsteam an und erklärt hier, warum das neue Konzept „richtungsweisend“ ist.

Herr Ostergaard, Sie sind ein langjähriger Experte der Action-Sports-Szene, die derzeit zu kämpfen hat. Wie würden Sie die Situation beschreiben?
Rasmus Ostergaard: Zunächst einmal denke ich, dass es dem Action-Sport, was die Beteiligung angeht, global gesehen gut geht. Die gesamte Action-Sports-Welt ist in den vergangenen Jahrzehnten exponentiell gewachsen, ebenso wie die Industrie, die einem breiteren Publikum Träume und die zugehörigen Lifestyle-Produkte verkauft. Doch die Gesellschaft hat sich enorm verändert. Technologie steht jetzt an vorderster Stelle, und alle müssen sich anpassen.

Action Sports: „Die Herausforderungen bestehen auf der sozialen Ebene“

Das bedeutet?
Früher musstest du in den Laden vor Ort gehen, um Informationen zu erhalten, und du hast darauf gewartet, dass dir der Briefträger die aktuelle Ausgabe deines Lieblingsmagazins bringt. Neu erschienene Kinofilme waren der Höhepunkt des Jahres. Läden besuchten Messen, um sich die Ausrüstung für das nächste Jahr anzuschauen.


Das ist jetzt nicht mehr so, oder?
Heutzutage sind alle Informationen sofort verfügbar, und wir werden jeden Tag mit Videos und Fotos bombardiert. Denken Sie mal darüber nach: Sie können eine neue Marke wirklich mit sehr begrenzten Ressourcen von Ihrem iPhone aus ins Leben rufen. Ich denke, die Herausforderungen sind eher auf sozialer Ebene angesiedelt.

Wie erklären Sie sich das?
Vom geschäftlichen Standpunkt aus denke ich, ein Teil des Problems besteht darin, dass sich nicht nur das Verbraucherverhalten verändert und der Online-Handel sich ein großes Stück des Kuchens geschnappt hat, sondern dass zudem große Unternehmen auf den Markt für Action-Sports drängen, mit dem Ziel, Geld zu machen, ohne Leidenschaft mitzubringen. Das alte Geschäftsmodell, wie wir es kennen, hat ausgedient. Alles, was wir dachten, über Markenbildung und Marketing zu wissen, gilt 2017 und darüber hinaus nicht mehr.

„Vertriebsvertreter sind die stillen Helden“

Welche Anpassungen und Veränderungen sind also notwendig?
Ich glaube nicht, dass es etwas Bestimmtes gibt, was Marken oder Sportler tun können, außer den Fokus auf Spaß und Unterhaltung beizubehalten, sodass die Menschen mitmachen möchten, sei es beim Snowboarden, Surfen oder Skateboarden. Ich bin jedoch der Ansicht, dass die Branche Vertriebsvertreter braucht, die snowboarden, skaten, surfen oder Fahrrad oder was auch immer fahren. Die Vertreter befinden sich stets am Puls regionaler und internationaler Trends. Sie sind die heimlichen Helden der Branche – nicht die Marketing-Manager.

Warum genau?
Weil sie wissen, welche Produkte sich in einem bestimmten Laden gut machen. Da sie Maßnahmen ergreifen, wenn ein Produkt nicht angenommen wird, und Veranstaltungen im Laden sowie Verkaufsaktionen unterstützen. Auch mit all der Technologie glaube ich, dass der Erfolg der weltweiten Action-Sports-Branche und ihrer Marken durch persönliche Beziehungen sichergestellt werden kann. Und die ISPO ist der ideale Ort, um diese Beziehungen auf sehr kosteneffiziente Weise zu pflegen.

Verbringt viel Zeit im Freien und unterstützt jetzt das ISPO-Vertriebsteam: Rasmus Ostergaard. (Quelle: Rasmus Ostergaard)
Verbringt viel Zeit im Freien und unterstützt jetzt das ISPO-Vertriebsteam: Rasmus Ostergaard.
Bild: Rasmus Ostergaard

Auf welche Weise bietet ISPO POLYGON Unterstützung?
Das neue Polygon-Format ist richtungsweisend. Ich denke, es ist eine gute Richtung für die Messe sowie auf jeden Fall eine preisgünstigere Lösung für die ausstellenden Marken. Ich finde das Format ziemlich unkompliziert. Ich gehe selbst seit mehr als 20 Jahren auf die ISPO. Die ISPO ist nach wie vor die größte Sportmesse der Welt.

POLYGON: „Hab Spaß, erweitere dein Netzwerk“

Was genau ist das Besondere daran?
Die ISPO ist der einzige Ort, um so viele Menschen an vier Tagen zu treffen: Vertreter, Käufer, Ladeninhaber, Sportler, Medien, Lieferanten, Mitbewerber und viele mehr. Meine persönliche Meinung ist, dass es keine Rolle spielt, in welcher Branche du tätig bist, ob du Elektronik oder Haarprodukte verkaufst: Wenn in deiner Branche eine Messe stattfindet, solltest du hingehen und dich weiterbilden sowie dich über Trends informieren, Hände schütteln und Babys küssen, jedoch auf kosteneffiziente Weise. Und vor allem solltest du Spaß haben, dein Netzwerk erweitern und dir einen Namen machen.

Und warum ist POLYGON richtungsweisend?
Da das Format die Art und Weise verändert, wie sich Marken in der „Party- und Glasscherben-Halle“ – wie sie von Außenstehenden genannt wird – selbst präsentieren. Und es wird hoffentlich ein echtes Gemeinschaftsgefühl in der Action-Sports-Branche schaffen.


Gilt das wirklich für jeden?
Natürlich werden einige Marken in Halle B5 ausstellen wollen, weil sie für die Präsentation ihres Produkts große Wände haben und dem klassischen Weg folgen möchten, statt umzudenken. Doch ich bin überzeugt, dass das Konzept, die Kosten für Aussteller zu senken, ein guter erster Schritt ist. Dann sind Marken kreativ, und die Umgebung weckt das Interesse an Produkten statt an schicken Messeständen.

Gibt es einen weiteren Bonus?
Als Anreiz werden Ausstellern von der ISPO 5 € pro gemietetem Quadratmeter gutgeschrieben, die im POLYGON-Internet-Shop gegen Mobiliar und Warenträger zur Präsentation von Produkten eingelöst werden können. Das Ergebnis ist hoffentlich eine bessere Geschäftsumgebung für alle Beteiligten. Eins steht fest: An der Halle B6 der ISPO führt 2017 kein Weg vorbei.

Julian Galinski (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von Julian Galinski, Leitender Redakteur
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