ISPO.com is also available in English ×
 Kuriose EM-Prämien: DFB-Pleite im Finale ist am lukrativsten
Sportbusiness | 23.06.2016

Das kassieren Teams und Spieler bei der Euro 2016

Kuriose EM-Prämien: Für DFB wäre Final-Pleite am lukrativsten

Kuriose EM-Prämien: DFB-Pleite im Finale ist am lukrativsten. Hat Grund zum Jubeln: Mario Gomez und seine Teamkollegen bekommen ab dem Viertelfinale bei der Euro 2016 satte Prämien. (Quelle: Imago/PanoramiC)
Hat Grund zum Jubeln: Mario Gomez und seine Teamkollegen bekommen ab dem Viertelfinale bei der Euro 2016 satte Prämien.
Bild: Imago/PanoramiC
Artikel teilen:
Artikel bewerten:
Die deutsche Nationalmannschaft und ihre Prämien: Für den Titel bei der Euro 2016 würde jeder der Fußball-Stars 300.000 Euro erhalten. Für den gerade mit einer millionenschweren Verlängerung des Ausrüstervertrags gesegneten Deutschen Fußball-Bund (DFB) wäre jedoch eine Finalpleite attraktiver – zumindest für die Verbandskasse.

Für Superstar Zlatan Ibrahimovic hat sich diese Fußball-Europameisterschaft nicht so richtig gelohnt: Aus mit Schweden nach der EM-Gruppenphase und auch finanziell war nicht viel drin für den Superstürmer. Selbst im Fall des Titelgewinns hätte er lediglich 182.000 Euro Prämien vom schwedischen Verband kassiert.

Das sind Peanuts im Verhältnis zu seinen sonstigen Einnahmen: Sein wahrscheinlich neuer Verein Manchester United soll 320.000 Euro Gehalt bieten. Pro Woche. Vielleicht hat der polarisierende Superstar deswegen mit einem Ausrüster-Wechsel während der Euro 2016 kokettiert.

Schaulaufen der Stars für den Marktwert

Natürlich lohnt sich diese EM für ihre großen Stars wie Gareth Bale (Wales) oder Cristiano Ronaldo (Portugal) trotzdem. Sie ist ein Schaulaufen, bei dem man im besten Fall seinen Marktwert erhöht. Oder zumindest im Mittelpunkt steht – auch wenn es bei Bale manchmal nur um die Frisur und bei Ronaldo um seine gleich mal als Strapse bezeichneten Kompressions-Strumpfhosen geht.

Auch für den WM-Helden Bastian Schweinsteiger hat sich der Auftritt bei der Euro 2016 schon gelohnt. Sein Tor beim Auftaktsieg gegen die Ukraine hat Fans und Vereinsbossen gezeigt, dass mit dem zuletzt dauerverletzten Star noch zu rechnen ist.


300.000 Euro – wie beim WM-Titelgewinn

Der Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft hat auch bei den Verhandlungen des Spielerrats mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) einiges für seine Teamkollegen geleistet. Für den Titel würde jeder der 23 Spieler 300.000 Euro einstreichen – das ist genauso viel, wie es für den von der Bedeutung wesentlich höher einzuschätzenden WM-Titel 2014 gab. Als „maßvoll und angemessen“, bezeichnet DFB-Präsident Reinhard Grindel diese Summe.

Mit den 300.000 Euro pro Kopf befindet sich Deutschland bei weitem nicht an der Spitze des Teilnehmerfeldes. Portugal mit Cristiano Ronaldo hat ebenso viel ausgehandelt, Spanien mit Superstar Andres Iniesta könnte bei einer erfolgreichen Titelverteidigung die Rekordprämie von 340.000 Euro kassieren.

Hier finden Sie alles zum Thema Fußball-Business


Belgier könnten 704.000 Euro kassieren

Ganz vorne in der Prämientabelle liegt EM-Geheimfavorit Belgien. Laut der flämischen Tageszeitung „Het Laaste Niuews“ sollen fürs Team um Kevin de Bruyne sagenhafte 704.000 Euro pro Person im Falle des EM-Triumphs ausgelobt sein. Dagegen muten die angeblich 67.000 Euro für jeden Schweizer wie ein Witz an.

Dabei hat sich die Uefa durchaus kulant gezeigt: Acht Millionen Euro kassiert jedes der 24 Teams als einmaliges Startgeld. Für EM-Teilnehmer wie Albanien, Island oder Ungarn ist das ein echter Geldsegen. 

Der Europameister kassiert bis zu 27 Millionen

Jedes Remis in der Gruppenphase brachte zusätzlich 500.000 Euro, jeder Sieg eine glatte Million. Für das Achtelfinale gibt es 1,5 Millionen Euro, jeder Viertelfinalist 2,5 Millionen Euro, im Halbfinale winken vier Millionen Euro.

Der Final-Verlierer kann sich mit fünf Millionen Euro extra trösten, der Europameister kassiert acht Millionen Euro und kann insgesamt auf 27 Millionen Euro kommen. Natürlich träumt ganz Deutschland vom vierten Titel – und auch die Spieler würden nur in diesem Fall so richtig profitieren. 

Lesen Sie hier: Was die EM ihren Top-Sponsoren bringt

Ist der EM-Titel genauso viel Wert wie der WM-Pokal? So feierte das DFB-Team in Rio. (Quelle: Imago/HJS)
Ist der EM-Titel genauso viel Wert wie der WM-Pokal? So feierte das DFB-Team in Rio.
Bild: Imago/HJS

Final-Pleite bringt DFB am meisten

„Die Spieler stellen sich dem Leistungsprinzip“, sagte Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff nach den Verhandlungen im März. Scheidet das Team vor dem Viertelfinale aus, gibt es gar nichts. 50.000 Euro bringen das Viertelfinale, 100.000 der Halbfinal-Einzug, 150.000 die Final-Teilnahme.

Eine Finalpleite wäre übrigens die finanziell lukrativste Alternative für den DFB, der dann einen Gewinn von vier Millionen Euro einfahren könnte: Dann würden geschätzten Einnahmen von 22 Millionen Euro Ausgaben von 18 Millionen Euro gegenüberstehen. Der Europameistertitel würde wegen der höheren Prämien für die Spieler weniger Geld in die Kassen spülen.

Aber nichts geht über das Gefühl eines weiteren Titels, das sieht natürlich auch DFB-Präsident Grindel so: „Der DFB macht selbst dann ein Plus, wenn wir in der EM-Vorrunde ausscheiden. Aber natürlich wollen wir den Titel holen.“

Lesen Sie hier: Das Millionengeschäft mit dem DFB-Trikot

Lars Becker (Quelle: Lars Becker)
Ein Beitrag von Lars Becker, Autor
Kommentare
Top Themen
ISPO Newsletter
ISPO Newsletter
Jetzt anmelden
Social Media