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 Martin Schmitt - Der Popstar des Skispringens
Wintersport | 26.04.2016

Porträt von Martin Schmitt

Der Popstar des Skispringens

Martin Schmitt (Quelle: imago/ActionPictures)
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Vielleicht wäre Skispringen ohne ihn immer noch eine Randsportart. Lange Jahre hatte dieser Wintersport ein Schattendasein inne und sprach mehr Nischenpublikum an. Dann kam Martin Schmitt und machte aus Skispringen ein Event – eines, das bis heute mehrere Zehntausende Fans begeistert.

Um die Jahrtausendwende wurde der Sport prominent und Schmitt zum Idol. Er und Sven Hannawald eroberten die Herzen der Sportfans und die zahlreicher Teenager-Mädchen gleich mit. Millionen Zuschauer verfolgten vor den TV-Geräten, wie die beiden mit etablierten Springern wie dem Finnen Janne Ahonen um die vorderen Plätze kämpften.

Insgesamt 24 Medaillen

Schmitt und Hannawald wurden zu Popstars in dieser Zeit. Und trotz der Konkurrenz entstand eine Freundschaft zwischen den beiden. Schmitt sagte einst über Hannawald: „Wir können so gut wie über alles reden. Natürlich haben wir auch unsere Geheimnisse voreinander - wir sind ja nicht verheiratet.“

Die schönsten Bilder aus Martin Schmitts Karriere


Seinen ersten großen Erfolg verbuchte Schmitt 1999, als er als damals 21-Jähriger den Gesamtweltcup holte. Im folgenden Jahr konnte er den Titel verteidigen. Bei Weltmeisterschaften holte er im Einzel – und Teamspringen insgesamt vier Goldmedaillen; dazu dreimal Silber und dreimal Bronze.

Mit dem Team holte er bei Olympia 2002 in Salt Lake City ebenfalls Gold. Bei Nagano 1998 und Vancouver 2010 wurde es Silber. Sein persönlicher und beeindruckender Medaillenspiegel: siebenmal Gold, achtmal Silber und neunmal Bronze. Für einen Sieg bei der Vier-Schanzen-Tournee hatte es zwar nicht gereicht, aber mit zwei dritten Platz (2000 und 2001) war er auch dort vorne dabei.

Abschied nach 17 Jahren

Der in Villingen geborene Schmitt kam über seinen Bruder Thorsten zum Skispringen. Bei einem Wettkampf des Bruders fiel ein Springer aus. Der erst sechsjährige Martin wurde gefragt, ob er den Startplatz übernehmen möchte. Er tat es, zuerst noch mit gehörigem Respekt vor der 20m-Schanze – und wurde am Ende Zweiter.

Martin Schmitt (Quelle: iamgo/ZUMA press)
Bei Olympia 2002 in Salt Lake City holte Schmitt mit dem Team Die Gold-Medaille.
Bild: iamgo/ZUMA press

Zunächst kam er zur Nordischen Kombination, fand aber dann den Weg zum Skispringen. Seit 1991 war er Nachwuchskader des Deutschen Skiverbands (DSV) und ab 1996 nahm er am Weltcup teil. Schmitt war nach seinen Titeln noch bis 2014 aktiv, konnte aber nicht mehr an die Erfolge aus früheren Jahren anschließen.

Die Karriere nach der Karriere

Damit ihm als Sportrentner nicht langweilig wird, hat Schmitt gleich eine Fülle an neuen Aufgaben für sich gefunden: Er machte den Diplomtrainerschein in Köln, er gründete mit Kollegen eine Sportmarketingagentur, mit der er unter anderem Severin Freund managt, er macht den Bachelor in Sportwissenschaft in Leipzig und arbeitet nebenbei als TV-Experte.


Und auch zu Hause gibt es für den 38-Jährigen einiges zu tun: Seit 2015 ist er Vater einer Tochter. Gemeinsam mit ihr und seiner Ehefrau lebt Schmitt heute in Freiburg. 

ISPO (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von ISPO.com, Redaktion
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