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 Minister Gerd Müller: Faire Textil-Produktion
ISPO-MUNICH | 25.01.2016

Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller auf der ISPO MUNICH 2016

Minister Müllers Motto: „Schick und fair“

Gert Müller auf der ISPO MUNICH 2016 (Quelle: Messe München GmbH)
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Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller wirbt bei seinem Besuch auf der „weltweiten Leuchtturmmesse“ ISPO MUNICH für das „Bündnis für nachhaltige Textilien“. Er will nach dem Vorbild des Bio-Labels ein Siegel einführen, dass die Produktion von Textilien mit existenzsichernden Löhnen und nach ökologischen Grundstandards garantiert. Das Motto heißt: „Schick und fair“.

Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller flirtet gern mit seinem berühmten Namen, der durch den „Bomber der Nation“ weltweit bekannt geworden ist. „Wer Gerd Müller heißt, fühlt sich natürlich auch dem Sport verbunden. Und die ISPO ist ja die Leuchtturmmesse weltweit“, begründete Müller seinen Besuch auf der Leitmesse der weltweiten Sportartikelindustrie mit einem Lächeln. Natürlich hatte der Bundesminister am Montag aber auch eine Botschaft bei seinem Rundgang über die Stände und einer Podiumsdiskussion in der ISPO ACADEMY im Gepäck.


Existenzsichernde Löhne und ökologische Mindeststandards

„Sport hat eine Vorbildfunktion. Und deutsche Sportartikelfirmen gehören zu den Weltmarktführern. Die Branche macht 7,5 Milliarden Euro Umsatz. Die sollten wir fair und nachhaltig machen“, sagte Müller. Dazu gehören Garantien, dass auch an die Näherinnen in Asien oder Südamerika am Beginn der Lieferkette existenzsichernde Löhne gezahlt werden. Und die Einhaltung ökologische Mindeststandards.

Gerd Müller und Klaus Dittrich,  (Quelle: Messe München GmbH)
Bundesminister Gerd Müller und Klaus Dittrich, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe München
Bild: Messe München GmbH

Der CSU-Politiker berichtete von einem Besuch in einem Werk in Kolumbien, wo er eine Outdoor-Jacke für 35 Dollar geschenkt bekommen habe. Vier Wochen später würde das gleiche Modell in Deutschland für 350 Dollar verkauft: „Da kann man auch ein oder zwei Euro mehr für die Existenzsicherung der Näherinnen bezahlen, ohne dass das Produkt teurer werden muss. Schick und fair schließen sich nicht aus.“ 

170 Firmen Mitglied im „Bündnis für nachhaltige Textilien“

Die Bereitschaft, unter diesem Motto mitzumachen, ist in der deutschen Bekleidungswirtschaft groß. Etwa 15 Monate nach der Gründung des „Bündnisses für nachhaltige Textilien“ sind bereits 170 Firmen Mitglied, etwa die Hälfte der Branche.

Müller will die Attraktivität des Bündnisses durch die Einführung eines speziellen Siegels als Auszeichnung für nachhaltige Produktion weiter stärken. „Es wäre doch schön, wenn in einem Jahr bei der ISPO nur noch faire Kleidung mit dem grünen Knopf gezeigt würde“, sagte Müller. Bei der nächsten oder übernächsten ISPO MUNICH könne der Verbraucher dann vielleicht schon mit seinem Handy auf den Strichcode auf der Kleidung gehen und erkennen, wie nachhaltig produziert worden sei.

Faire Textil-Produktion soll weltweit zum Standard werden

In der Podiumsdiskussion lobte Martin Riebel, Geschäftsführer der Deuter Sport GmbH den Ansatz des Bündnisses, faire Löhne und ökologische Mindeststandards zu kombinieren. Nachhaltige Produktion werde bei dem Rucksack-Hersteller schon seit 25 Jahren mit einem Zulieferer aus Vietnam selbstverständlich gelebt. Deshalb sei seine Firma auch Mitglied in der Fair Wear Foundation.  

Dem Minister gab Riebel mit auf den Weg, den administrativen Aufwand beim deutschen Textil-Bündnis möglichst gering zu halten: „Zudem sollte es nicht ein deutsches Thema bleiben, sondern internationaler Standard werden. Die Textilindustrie arbeitet schon lange global.“


Globaler Ansatz für Nachhaltigkeit

Diesen globalen Ansatz verfolgt auch Entwicklungsminister Müller. Mit 80 Ländern gebe es bereits offizielle Vereinbarungen zur Einhaltung von Mindeststandards bei der Textilproduktion. Selbst in Gesprächen zwischen Kanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Barack Obama sei das schon Thema gewesen.

Gerd Müller: „Textil ist Vorreiter. Wir wollen die nachhaltige Produktion europäisch und weltweit zum Standard machen.“ 

Lars Becker (Quelle: Lars Becker)
Ein Beitrag von Lars Becker, Autor
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