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 Sport Business: Healthstyle ist ein Zukunftsmarkt
ISPO-MUNICH | 20.01.2016

Interview mit Markus Hefter: Sporttrends der Zukunft

„Healthstyle ist ein ganz großer Markt“

Sport Business: Healthstyle ist ein Zukunftsmarkt. Markus Hefter ist Exhibition Group Director der ISPO MUNICH. (Quelle: ISPO)
Markus Hefter ist Exhibition Group Director der ISPO MUNICH.
Bild: ISPO
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Als Chef der ISPO MUNICH ist Markus Hefter ständig auf der Suche nach den aktuellen und künftigen Sporttrends der Zukunft. Wir haben ihn gefragt, warum das Thema Gesundheit so wichtig für das Sport Business geworden ist – und wie man eigentlich solche Trends aufspürt.

Herr Hefter, dass Sport gesund ist, ist seit Jahren eine Binsenweisheit. Nun scheint sich der Umgang mit dem Thema „Gesundheit durch Sport“ aber in den letzten Jahren gewandelt zu haben.
Ja, gesundes Leben mit und durch sportliche Betätigung ist zu einem Trendthema geworden. Der demographische Wandel führt dazu, dass die Gesellschaft heute immer älter wird. Gleichzeitig will aber keiner alt sein. „Lifestyle wird zu Healthstyle“ hat der Trendforscher Professor Wippermann schon 2010 formuliert.


Was bedeutet der Trend zum Healthstyle für das Sport Business?
Dass sich in den vergangenen Jahren ein ganz neuer Markt entwickelt hat, rund um das Thema „gesund und fit in jedem Alter“. Zum Beispiel in den Bereichen betriebliches Gesundheitsmanagement, Prophylaxe und Rehabilitation. Wir wissen: Insbesondere die „jungen Alten“ bilden eine kaufkräftige Zielgruppe, die sich für hochwertige und spezialisierte Angebote interessiert.

Ich habe in den letzten Jahren viele Firmen kennengelernt, die durch eine Konzentration auf das Thema ein unglaubliches Wachstum erlebt haben.

Für wen ist das Thema Healthstyle denn aus professioneller Sicht interessant?
Neben den Herstellern der passenden Sportartikel rund um den Healthstyle ist das natürlich ein ganz großer Dienstleistungsmarkt, der viel Know-how und spezielle Trainingsmethoden erfordert. Die Herangehensweise ist oft sehr medizinisch geprägt, aber ohne den Spaß am Sport zu verlieren.

Das Thema gesund und fit am Arbeitsplatz zum Beispiel beschäftigt neben Personalern auch Betriebsärzte. Generell haben wir festgestellt, dass sich insbesondere Ärzte und Physiotherapeuten mit diesem Thema beschäftigen, aber auch Fitness-Studios, Sportvereine, Personal Trainer und Ernährungsexperten.

Wie sieht es denn in Ihrem eigenen Unternehmen, der Messe München, aus?
Bei uns ist betriebliches Gesundheitsmanagement auch ein großes Thema. Unser Personalchef konnte uns deshalb auch bei der Planung von Health & Fitness auf der ISPO MUNICH mit vielen guten Tipps helfen. Er hat uns Kontakte zu Arbeitsgruppen und einem Personaler-Fachmagazin aus München vermittelt, was zu Kooperationen für die Messe geführt hat.

Wie erkennt man eigentlich Trends wie Healthstyle?
Mit einem großen, internationalen Netzwerk, das das Ohr am Puls der Sportwelt hat.

Auf der einen Seite unterstützen uns die 80 internationalen Vertretungen der Messe München. Zudem haben wir seitens der ISPO zusätzlich Spezialisten in Schlüsselmärkten, die direkt aus den Branchen berichten.

Wenn wir auf ein Thema aufmerksam werden, geben wir eine Analyse-Studie in Auftrag, wie zuletzt beim Thema Wearables, das stark in den Bereich Health & Fitness spielt. Die Studie zeigt, wie sich der Markt in den kommenden Jahren verändert und wo wir einen Mehrwert für unsere Kunden sehen.

Wie werden Wearables den Healthstyle-Markt prägen?
Unter anderem wird es zukünftig intelligente Bekleidung geben, deren Fasern die Information sammeln. Es wird also in absehbarer Zukunft keine zusätzlichen Sensoren oder Brustgurte mehr geben. Für den Sportfachhändler also eine zusätzliche Verkaufschance.


Wie findet Healthstyle auf der Messe statt?
Als wir Healthstyle als Megatrend erkannt haben, haben wir 2011 zum ersten Mal das Thema inhaltlich mit einem Forum besetzt. Im Jahr darauf hatten wir dann die ersten Aussteller zum Thema, in 2014 bereits eine eigene Halle. Zur ISPO MUNICH 2016 präsentiert sich Health & Fitness in der Hall B4, die rund 1000 Quadratmeter größer ist, als die Halle C1 aus dem Vorjahr.

Ein Beitrag von Daniel Siebenweiber, Autor
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