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 Markus Hefter: Der Zugang zur ISPO MUNICH bleibt limitiert
ISPO-MUNICH | 19.01.2016

Interview mit Markus Hefter

„Auf die ISPO MUNICH darf, wer sein Geld im Sport Business verdient“

Markus Hefter: Der Zugang zur ISPO MUNICH bleibt limitiert. Markus Hefter ist Exhibition Group Director der ISPO MUNICH. (Quelle: ISPO)
Markus Hefter ist Exhibition Group Director der ISPO MUNICH.
Bild: ISPO
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Markus Hefter ist seit 2008 Projektleiter der ISPO MUNICH. Im Interview spricht er über die sich verändernde Rolle der Fachmesse und die schwierige Frage, welche Besucher auf der ISPO zugelassen werden. 

Herr Hefter, trauern Sie den guten alten Messetagen nach, als vor Ort noch große Deals geschlossen wurden?
Es werden noch immer Geschäfte geschlossen, und zwar nicht zu wenig. Aber klar ist: Die Zeiten ändern sich ständig und damit auch die Messe. Gerade die Gewichtung hat sich verlagert.


In welche Richtung?
Früher war die Messe eine klassische Order-Veranstaltung mit Informationshoheit. Hier wurden die Neuheiten für die kommende Saison präsentiert. Ich musste auf die Messe gehen, um die neueste Kollektion zu sehen und habe dann gleich vor Ort bestellt.

Von der Bestell-Veranstaltung zur Marketing-Plattform

Heute ist die Kollektion im Textilbereich schon im November verfügbar und wird den großen Händlern präsentiert. Ende Januar bis Mitte Februar ist oft schon Order-Schluss, das heißt, auf der ISPO MUNICH werden heute noch die letzten 30 Prozent des Geschäfts getätigt. Früher waren es noch 70 bis 80 Prozent. 

Wird die Messe heute anders genutzt?
Für viele Kunden ist die Messe heute zusätzlich eine Marketing-Plattform: Hier präsentiere ich meinen Kunden mein Image, meine Historie und meine Innovationen im Wettbewerb. Einige Aussteller zeigen nicht mehr die gesamte Kollektionsbreite, sondern fokussieren sich auf ihre Highlights und nutzen die ISPO MUNICH auch gezielt als Launch-Plattform. Denn sie wissen: Hier ist der Treffpunkt der Branche.


Kurz nach der Öffnung der Messe sind zudem tausende Produktfotos und Videos online. Das Internet ist ein großer Gamechanger und hat sämtliche Rahmenbedingungen verändert. Der Endverbraucher ist heute deutlich näher am Produkt. Wir bieten mit ISPO OPEN INNOVATION heute dem sportaffinen Endverbraucher die Möglichkeit sich an der Produktentwicklung zu beteiligen.

ISPO MUNICH bleibt B2B-Messe

Neue Zielgruppen kommen auf die Messe. Wer muss draußen bleiben?
Wir möchten keinen Endkonsumenten zulassen, da wir aus Erfahrung wissen, dass das Publikum ein sehr regionales sein würde. Noch dazu sind die Produkte erst sechs Monate später erhältlich. Das lässt sich mit dem Anspruch der wichtigsten, internationalen Leitmesse nicht in Einklang bringen. Andererseits wollen wir unseren Ausstellern ermöglichen jeden auf der Messe zu treffen, mit dem sie Geschäfte machen wollen.

Wie haben Sie das gelöst?
Früher hatten wir eine sieben Seiten lange Nomenklatur-Liste mit vielen Berufsbezeichnungen. Und jedes Jahr gab es Diskussionen am Eingang, wer reindarf und wer nicht. Die Liste haben wir abgeschafft. Heute gilt: Zugelassen ist, wer sein Geld im Sport Business verdient und mit mindestens einem Aussteller eine einschlägige Geschäftsbeziehung hat.

Ein Beitrag von Daniel Siebenweiber, Autor
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